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Fernweh

Krank in der Fremde

Ob Work & Travel, Auslandspraktikum oder -semester: Fast jeder sucht während des Ausbildung einmal das Weite. Aber was ist eigentlich los, wenn man krank wird? Wer zahlt und welche Versicherungen sollte man haben? Wir fragten nach bei Dr. Andreas Bittl, von der Allianz Deutschland AG.

Catching the flu in NYC © David Niblack

Was ist eigentlich los, wenn ich während des Auslandssemesters erkranke?
Wird man im Ausland ernstlich krank und muss von einem Arzt ambulant oder stationär behandelt werden, muss der Patient die Arzt- und Medikamentenrechnungen zunächst vorstrecken. Nur wer ausreichend krankenversichert ist, erhält in der Regel die Kosten für die Behandlung zurück.

Bin ich denn über die gesetzliche Krankenversicherung ausreichend versichert? Und gibt es Unterschiede, ob Länder zur EU gehören oder nicht?
Die gesetzliche Krankenkasse erstattet die Kosten, wenn die Behandlung in einem EU-Land oder einem Land, mit dem ein Sozialversicherungsabkommen besteht, durchgeführt wurde. Aber nur zu Kassensätzen des jeweiligen Landes. Oft bleibt man dadurch auf einem Teil der Kosten sitzen. Dazu kommt, dass selbst in den europäischen Nachbarländern viele Ärzte und Kliniken die Europäischen Krankenversicherungskarte der gesetzlichen Kranken versicherung nicht akzeptieren. Dann wird man als Privatpatient behandelt – gegen eine dementsprechend höhere Rechnung. Bestimmte Leistungen wie die in der Regel sehr teuren Kranken-Rücktransporte dürfen gesetzliche Krankenkassen nicht übernehmen. Im Ernstfall können dann Kosten von mehreren zehntausend Euro auf einen zukommen. In allen Nicht-EU-Ländern, wie  etwa der USA oder Australien, besteht keine Absicherung über die deutschen Krankenkassen.

Ich brauche also einen speziellen Auslandskrankenschutz?
Wer gesetzlich versichert ist und ins Ausland reist, dem empfehle ich unbedingt, eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Die üblichen Urlaubs versicherungen gelten in der Regel maximal sechs Wochen im Jahr. Jeder längere Auslandsaufenthalt, beispielsweise für ein Auslandssemester, muss speziell versichert werden.

Und wenn ich in Deutschland privat krankenversichert bin?
Wer privat krankenversichert ist, erhält sein Geld für medizinische Behandlungen zurück, wenn der Vertrag für das jeweilige Ausland gilt und der Schutz zeitlich ausreichend ist. Dies sollte vor Reiseantritt unbedingt geprüft werden.

Soll ich während des Studienaufenthaltes meine normale Krankenversicherung kündigen?
Nein, aber Sie können Ihre Deutsche Krankenversicherung auf Anwartschaft stellen, sofern Ihre Auslandsreisekrankenversicherung auch bei einem vorübergehenden Besuch in Deutschland Schutz bietet.

Sollte ich mich neben der Auslandsreisekrankenversicherung noch zusätzlich absichern?
Wer länger ins Ausland geht, sollte prüfen, ob seine private Haftpflichtversicherung gegebenenfalls noch über seine Eltern ausreichend Schutz bietet. Wer einen anderen verletzt oder dessen Eigentum beschädigt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe mit seinem gesamten Vermögen. Auch eine Unfall- und eine Rechtsschutzversicherung können je nach Situation sinnvoll sein.

Serie: Studenten fragen Professoren


Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Sascha Lobo, der rote Blogger

21 Fragen an: Sascha Lobo

Sascha Lobo ist Autor, Blogger, Microblogger und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und Markenkommunikation. Als freier Mitarbeiter engagiert er sich bei der Zentralen Intelligenz Agentur und ist verantwortlicher Redakteur des mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Weblogs «Riesenmaschine». Sein Debütroman “Strohfeuer” (September 2010 im Rowohlt Verlag erschienen) handelt von der Lebensgier in den Zeiten der New Economy.


Unterwegs: Die Fernweh-Blogs

  • Wenn aus der Deutschen Post Global Mail wird und aus Aachen Columbia wird

    Die Koffer sind gepackt, die Laptops verstaut, es schreit und ruft ganz laut die große, weite Welt. 
    Die Bachelor-Studenten der ISS International Business School of Service Management starten jetzt in ihre Auslandsphasen, academicworld wird drei von ihnen dabei begleiten. 

  • Anja Sobotta, 22 Jahre, B.A. Studentin bei der Deutschen Post und ISS, fliegt am 29. September gen Westen und bleibt bis Ende des Jahres in den Staaten. Die Bonnerin hat sich für DHL Fried Customs entschieden und betreut zum einen ein neues Servicesystem für die Kunden, zum anderen ist sie in die Entwicklung eines Konzeptes für Profitable Märkte mit eingebunden.

  • Samira Oeding, 23 Jahre alt, studiert studiert den dualen Bachelor of Arts Service Management an der ISS International Business School of Service Management. Die Hamburgerin geht für ihr Ausbildungsunternehmen Siemens Enterprise Communications GmbH & Co.KG, Hamburg nach Milton Keynes in England.

  • Viktor Komm, B.A.-Student an der ISS, verbringt die letzten Monate seines 21. Lebensjahres dort, wo er zuvor noch nie gewesen ist: in den USA! Für ihn eine komplett neue Erfahrung. Die Vorfreude ist groß, ihn erwartet das unverkennbare Amerika: Florida.