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STUDIUM / Hochschule / Wissenschaft & Forschung / Interview mit Professor Dr. Ulrich von Alemann | |
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Prof. Dr. Ulrich von Alemann ist seit dem Februar 2009 Prorektor für Lehre und Studienqualität an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und lehrt zudem an der Philosophischen Fakultät. In high potential spricht er über seine Aufgaben als Prorektor für Lehre und Studienqualität, über Politik und die Vorteile der Bacheloreinführung.
(aus: high potential - Juni/Juli 2009)
Warum muss Studienqualität verbessert werden und wie lässt sich das bewerkstelligen?
Studienqualität ist eine ständige Aufgabe, da sich die Gesellschaft ständig weiterentwickelt. Wir sind eine Wissensgesellschaft, weshalb wir den Lehrinhalt anpassen müssen, aber auch die Fähigkeiten unserer Studenten. Sie müssen dem Bedarf der Gesellschaft gerecht werden, was sie nur werden, wenn das methodische Arbeiten, die theoretischen Kenntnisse und das exemplarische Wissen ständig überprüft werden. Ständige Überprüfung und Verbesserung der Studienpläne, aber auch Weiterentwicklung – ich denke da zum Beispiel an E-Learning – sind unsere Werkzeuge.
Was verbirgt sich hinter dem Konzept „Studium 3.0“?
Wir wollen helfen, das „Studium 3.0“ stärker interaktiv, integrativ und innovativ zu gestalten. Es soll keine Ein-Wege-Lehrbeziehung herrschen, die Lehrenden sollen auch von den Lernenden profitieren. Interaktion bedeutet diskutieren und selbstständiges Lernen. Integrativ sind die stärker fächerübergreifenden Disziplinen. Wir wollen keine Fachidioten hervorbringen, dafür gibt es bei uns auch das Studium universale. Neue Lernformen und mehr Praxis bestimmen den innovativen Charakter.
Sie sind ein sehr engagierter Politikwissenschaftler. Warum braucht man politische Parteien?
Politische Parteien braucht die ganze Welt und man findet sie auch überall. Selbst in autoritären Staaten gibt es meistens eine Staatspartei. Die Parteien sind das Scharnier zwischen der Gesellschaft und dem Staat. Meist handelt es sich um den freiwilligen Zusammenschluss von Bürgern mit gleichen Interessen und Bedürfnissen. Heute sind die Parteien sehr strukturiert und haben sich verfestigt, sie greifen aber dennoch die Bedürfnisse der Bürger auf und setzen durch Wahlen und politische Mitarbeit ihre Ziele durch. Günstig sind demokratische Parteien, denn sie lassen einen Machtwechsel zu, nicht so wie in autoritären Staaten.
Sie sind ein Befürworter des Bachelorsystems. Worin sehen Sie den größten Vorteil?
Wir haben es geschafft, den Studenten ein besseres Richtwerk an die Hand zu geben, Klausuren sind entzerrt, Abbrecherquoten sinken und die Absolventenzahl innerhalb der Regelstudienzeit steigt. Aber vor allem der Zusammenhalt wurde gestärkt. Es gibt keine Massenveranstaltungen mehr, wodurch die Identifikation mit dem Studium und der Uni ausgebaut wurden. Wir veranstalten Fußballspiele und Abschlussfeste, zu denen kommen die ganzen Familien und Freunde unserer Studenten.
Was genau sind Ihre Aufgaben als Prorektor für Lehre und Studienqualität?
Ich bin für alle Dinge, die das Studium betreffen, zuständig. Akkreditierungen, die gerechte und faire Verteilung der Studienbeiträge, das Stipendienwesen und alle Weiterbildungsaktivitäten, also alle Möglichkeiten der Weiterbildung für Berufstätige. Außerdem bin ich für die Studierendenwerbung zuständig, sprich für Messen, auf denen Schüler sich für unsere Universität entscheiden sollen. Aber auch die Organisation von Firmenmessen für unsere Studenten und Absolventen übernehme ich.
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