Academicworld-Expertin Nathalie Mispagel

                                                                                                                                                 Kino und Literatur

 

 

Alle erschienenen Artikel von Nathalie Mispagel

Film:

Winter's Bone. Worüber man schweigt ...

Die U.S.A. jenseits von Hollywood, Reiseführern und der öffentlichen Wahrnehmung ist ein unbekanntes Land im Zustand der Anti-Zivilisation, wo schon der Alltag existenzielle Überlebensinstinkte erfordert. Nicht die Starken halten durch, sondern die Hartnäckigen.

Film:

Parkour

Rennen, klettern, springen ? Die Faszination der Extremsportart Parkour liegt vor allem darin, daß sie wieder zu den Ursprüngen menschlicher Bewegungstechnik zurückfindet. Als Traceur gebietet man über die Hindernisse im urbanen Umfeld und kann dennoch als Mensch an den Stolpersteinen des Lebens scheitern. Von diesem Drama erzählt Marc Rensing in seinem Spielfilmdebüt ?Parkour?. Mannheim ist kein Ort für Träumer. Doch Richie (Christoph Letkowski), Mitte 20, impulsiv und bodenständig, passt genau hierher. Als selbständiger Gerüstbauer versucht er zusammen mit zwei Mitarbeitern, sich in der hiesigen Branche zu etablieren, privat lebt er in einer innigen Beziehung mit der aparten Hannah (Nora von Waldstätten), während er die Freizeit mit den Freunden Nonne (Marlon Kittel) und Paule (Constantin von Jascheroff) beim Parkour-Trainung verbringt. Mitten im Leben

Film: Heißer OSCAR-Kandidat

„The Descendants“: Verwandtschaft und Verhältnisse

Es ist die Spezialität von Regisseur Alexander Payne, Menschen voller Sehnsüchte und Schwächen in Lebenskrisen mit fein-ironischem Humor zu betrachten. In seinem aktuellen Film „The Descendants“, ab 26.1. im Kino, werden jene Schwierigkeiten verhandelt, die selbst eine ’normale’ Familienexistenz bereithalten kann.

Film:

„Cowboys & Aliens“: Im Weste(r)n was Neues

Westerner und Außerirdischer – zwei Archetypen des Kinos treffen aufeinander, um den finalen Kampf um die Erde auszutragen. Das mag sich krude anhören, läßt sich jedoch derart gut anschauen, daß man den Spaß an Eventmovies zurückgewinnt. Es geht also doch: ein Blockbuster von Format!

Film:

Der Triumph purer Eigensinnigkeit: „The Guard“

Keine Lust mehr auf Mega-Blockbuster, Superhelden und 3D-Events? Für alle Cineasten mit einem Hang zum Purismus hält dieser Spätsommer einen Film der feinen, nein: ruppigen irischen Art bereit: „The Guard“, ab 22.9. im Kino.

Film:

„Fright Night“: Achtung, bissiger Nachbar!

Schluß mit herzig! Die Zeit der zuckrigen Vampirboys mit Neigung zur Langzeitmelancholie ist vorbei. Jetzt wird wieder ordentlich zugebissen. Und zurückgepfählt. Jedenfalls in „Fright Night“, ab 6.10. im Kino.

Film:

Männer mit Mission: Die "Killer Elite"

Der SAS (Special Air Service) ist eine Spezialeinheit der British Army. Unter dem Motto "Who Dares Wins" hat er sich schon überall auf der Welt herumgetrieben, in den 1970er Jahren auch total inoffiziell und absolut geheim im Oman. Um die blutigen Folgen jener militärischen Einmischung sowie die darin verwickelten 'Feather Men' rankt sich die angeblich auf Wahrheit beruhende Story von "Killer Elite", ab 27.10. im Kino.

Film:

Lebenssinn(e): „Perfect Sense“

Sehen, hören, schmecken, riechen, ertasten – Ohne seine Sinne würde sich dem Menschen die Welt verschließen. Aber wäre er wirklich von allem ausgegrenzt? Könnte er bis zuletzt nicht doch noch ... etwas fühlen? „Perfect Sense“ bietet darauf eine ergreifende Antwort.

Film:

Mythos DER PATE

1972 wurde Filmgeschichte geschrieben. In jenem Jahr eroberte „Der Pate“ die Kinoleinwände und legte nicht nur den Grundstein für eine Fimtrilogie, sondern für einen weit über das künstlerische Medium hinausreichenden Mythos. Auch knapp 40 Jahre nach seinem Erstauftritt hat das „Godfather“-Epos nichts an Faszination verloren, wie das filmwissenschaftliche Buch „Mythos DER PATE – Francis Ford Coppolas GODFATHER-Trilogie und der Gangsterfilm“, herausgegeben von Norbert Grob, Bernd Kiefer und Ivo Ritzer, eindrucksvoll beweist.

Film:

Nur für Personal!

„Liberté, Égalité, Fraternité“ macht sich zwar gut als nationale Maxime Frankreichs, offenbart im Alltag freilich einige Tücken. Vor allem die potentielle Gleichheit zwischen Dienstpersonal und Hausherrn kann für Irritationen sorgen, wenn einer der beiden die sozialen wie räumlichen Grenzen bewußt überschreitet: „Nur für Personal!“, ab 3.11. im Kino.

Film:

Huhn mit Pflaumen: Von der Kunst, der Liebe und ihrem Scheitern

Märchen sind Wahrheit, gesehen durch die Augen der Poesie. Ob sie jedoch Gutes oder Schlechtes verheißen, entscheidet letztendlich das Leben, so auch in "Huhn mit Pflaumen" von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud, ab 5.1.2012 im Kino.

Film:

Anonymus: Who’s Who

Shakespeare war nicht Shakespeare, sondern ein anderer!? Was manchen Anglisten in wissenschaftliche Schockstarre versetzt, ist als Theorie durchaus von Reiz und geradezu eine Initialzündung für cineastische Phantasien. Umso überraschender, dass erst der Deutsche Roland Emmerich kommen musste, um die Frage nach der Identität des bedeutenden englischen Dichters für die große Leinwand zu entdecken: "Anonymus", ab 3.11. im Kino.

Film:

The Ides of March: Machtpoker

Als Cäsar im März 44 v. Chr. erdolcht wurde, soll er sterbend einen seiner Mörder, den berühmten Brutus, angeklagt haben: "Auch Du, mein Sohn!" Eine prägnante, wenn auch naive Sentenz für die Nachwelt, denn Cäsar, selbst ein knallharter Staatsmann, hätte es schließlich besser wissen müssen. Die Politik ist nun mal kein moralischer Lehrmeister, weder damals noch heute. George Clooneys brillantes Thrillerdrama "The Ides of March", ab 22.12. im Kino, verschafft hierüber erneut Gewissheit.

Film:

Jonas: School's Out

Es ist eines der letzten Abenteuer unserer Zeit: Als Erwachsener zurück an die Schule zu gehen. Freiwillig macht das natürlich niemand, das heißt, keiner außer Christian Ulmen in "Jonas", ab 5.1.2012 im Kino.

Film:

Drive: One-Way Ride

Kino ist Kinetik, entfesselt und gleichzeitig auf die Leinwand gebannt. Kino ist Mythos, künstlich überhöht und lebensnah sehnsuchtsvoll. "Drive", ab 26.1.2012 zu sehen, bietet beides... und einen phantastischen Synthesizer-Soundtrack.

Film: Spielberg vergaloppiert sich

A Horse, a Horse! A Kingdom for my Horse!

Stets hat sich der Mensch für seine Kriegszüge auch animalischer Helfer bedient. Während des Ersten Weltkrieges etwa kam Pferden neben ihres Kavallerieeinsatzes eine entscheidende Rolle als Trag-/Zugtier von Infanterie und Artillerie zu. In "War Horse", ab 16.2. im Kino, versucht Steven Spielberg, einem dieser 'vierbeinigen Soldaten' ein Denkmal zu setzen.

Film: Fesselnder Thriller aus Norwegen

"Headhunters": Survivalkurs für Kapitalisten

Seit einigen Jahren erobern skandinavische Krimis die Buchhandlungen, jetzt stürmen sie auch auf die Leinwand. „Headhunters“, die Verfilmung eines Romans von Jo Nesbø, ist das aktuellste Beispiel und ab 15.3. in den deutschen Kinos zu sehen.

Film:

The Best Exotic Marigold Hotel: Neu(lich) in Indien

Jung sterben wollen die wenigsten, altern auch kaum mehr. Ein Gegenmodell könnte 'Reifen auf Indisch' sein. Der bezaubernde Film "The Best Exotic Marigold Hotel", ab 15.3. im Kino, bietet erste Eindrücke.

Film:

The Grey – Unter Wölfen: Zurück zur Natur

Als normale Tiere galten sie eigentlich nie: Einst wurden Wölfe wie mythische Wesen verehrt oder gefürchtet, später drohte ihnen die Ausrottung, und sie avancierten zu Symbolen einer gefährdeten Umwelt, jetzt entdeckt Hollywood sie wieder als barbarische Bestien: "The Grey", ab 12.4. im Kino.

Film:

Take Shelter: Im Auge der Angst

"Take Shelter" thematisiert Angst in ihrer reinsten Form: als Entsetzen vor der eigenen Ahnung. Ab 22.3. im Kino.

Film: So zuckersüß, dass es weh tut

„Nathalie küßt“: Erdrückend entzückend

Verliebt, verlobt, verheiratet... verstorben. Nicht jede Beziehung entwickelt sich zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Aber in Paris gibt es immer eine zweite Chance für die Liebe: „Nathalie küßt“, ab 12.4. im Kino.

Film:

„Superclassico“ - Über die Unbeschwertheit von Konflikten

Miese Ehe in Dänemark, glückliche Scheidung in Argentinien und zwischendurch der ganz normale Beziehungswahnsinn. Die dänische Komödie „Superclassico“, ab 3.5. im Kino, versucht sich am interkontinentalen Culture-/Love-Clash.

Film: Das Dream-Team Depp und Burton kehrt ins Kino zurück

Familienbande: „Dark Shadows“

Ein Vampir auf Zeitreise – Nur Tim Burton und seine Muse Johnny Depp schaffen es, aus diesem Stoff einen bizarren Nostalgietrip in die 1970er Jahre zu machen, der vom Charme des vertraut Schaurigen lebt: „Dark Shadows“, ab 10.5. im Kino.

Film: Inzest-Drama

Tabu – Es ist die Seele ... ein Fremdes auf Erden

Dichter im Grenzland: Der österreichische Lyriker Georg Trakl gehört zu den bedeutendsten Frühexpressionisten deutscher Sprache. In dem Drama „Tabu – Es ist die Seele... ein Fremdes auf Erden“, ab 31.5. im Kino, wird sein kurzes Leben auf eine quälende (inzestuöse) Verbindung zu seiner Schwester reduziert.

Film:

„Wolfsbrüder“: Gelb wegen Rudelbildung

Mowgli und Tarzan sind literarische Fiktion. Doch immer wieder gibt es auch in der Realität dokumentierte Fälle von sogenannten ’Wolfskindern’, die in der Wildnis auf sich allein gestellt waren und im engen Kontakt mit wilden Tieren lebten. „Wolfsbrüder“, ab 7.6. im Kino, erzählt eine solche wahre Begebenheit.

Film:

„Dein Weg“: Immer der gleiche Trott

Einst konnte man nur Spazierengehen oder Wandern. Dann kamen Joggen, (Nordic) Walking und Trekking hinzu. Heute pilgert man – in "Dein Weg", ab 21.6. im Kino, sogar mit dramatischer Note.

Film:

„Wagner & Me“ - Freispruch für die Musik?!

Stephen Fry, britischer Schauspieler und Autor, begibt sich auf die Spuren von Richard Wagner, nach wie vor umstrittener Komponist aus Deutschland, und weiß zu entzücken. Ob Musik-Enthusiasten oder Klassik-Ignoranten, Fry steckt alle mit echter Begeisterung an in „Wagner & Me“, ab 21.6. im Kino.

Film:

New York’s real hero

Allan Stewart Konigsberg, besser bekannt als Woody Allen, ist schon zu Lebzeiten eine Kinolegende und sein filmisches Werk ein Klassiker. Was man nicht oft genug betonen kann, meinen zumindest die Kreativen von "Woody Allen: A Documentary“, ab 5.7. im Kino.

Film:

Eis-Saison

Es heißt, die letzte Eiszeit hätte vor rund 10.000 Jahren ihr Ende gefunden. Wer das behauptet, ist offenbar schon länger nicht mehr im Kino gewesen! Dort erweist sich die Animationsreihe "Ice Age" seit 2002 gewissermaßen als Dauerbrenner. Ab dem 2.7. erobert der vierte Teil die Leinwände, kommt qualitativ dabei aber leicht ins Rutschen.

Film: Joseph Vilsmaiers Dokumentarfilm „Bavaria – Traumreise durch Bayern“

Draufsicht ohne Innenschau

Für die einen ist Bayern, diese etwa 70.500 km² umfassende Fläche im Südosten Deutschlands, nur das größte der 16 Bundesländer, für die anderen bereits ein eigener (Frei-)Staat und für viele gar eine spezielle Weltanschauung. Joseph Vilsmaier ist für seinen Dokumentarfilm „Bavaria – Traumreise durch Bayern“, ab 26.7. im Kino, einmal quer darüber hinweg geflogen. Warum genau, läßt er offen.

Film: „Das Bourne Vermächtnis“ startet am 13.9.12

Born to run

Die „Bourne”-Trilogie hat den Agentenfilm am Beginn des 21. Jahrhunderts geerdet und mit Matt Damon einen interessanten ’ordinary man’-Actionhelden etabliert. Jetzt tritt Jeremy Renner in „Das Bourne Vermächtnis“, ab 13.9. im Kino, dessen Nachfolge an. Auch wenn er seine Sache gut macht – das ’Bourne’-Franchise scheint ermüdet.

Film: Kritik zu „James Bond 007: Skyfall“

Good Job, Mr. Bond!

Man sieht es ihm nicht an. Er ist 50 Jahre alt, hat fünf Inkarnationen hinter sich und konnte bislang 22-mal die Welt retten. Seine Feinde sind zahlreich, seine Amouren zahlreicher. Übertroffen werden sie nur noch von der Schar seiner Fans. Diesen Herbst wird man sie beglückt seufzen hören: Bond is back! Zu Recht beglückt, denn „Skyfall“, ab 1.11. im Kino, ist Eskapismus in seiner schönsten cineastischen Form.

Film: Filmkritik

„In ihrem Haus“: Fortsetzung folgt ...

Das Leben ist ein Drama, das nach bestimmten Regeln funktioniert. Und die unterscheiden sich gar nicht so sehr von der Literatur. François Ozons aktuelles Werk „In ihrem Haus“, ab 29.11. im Kino, widmet sich auf bestechend kluge Weise dieser Poetik des Daseins.

Film: „Song for Marion“, ab 14.3. im Kino

Alt-Stimmen

Singende Senioren sind glücklicher als mundfaule Rentner. So oder so ähnlich lautet die schlichte Botschaft der Rock’ n’ Roll(ator)-Tragikomödie „Song for Marion“, ab 14.3. im Kino.

Film: „Die Jagd“, ab 28. März im Kino

Waidwund

Ein fälschlicherweise beschuldigter Mann muss um Ruf, Rang und Recht kämpfen. Thomas Vinterberg macht aus diesem klassischen Kino-Topos ein hochaktuelles Drama, das mitten ins Herz unserer Gesellschaft zielt: „Die Jagd“, ab 28.3. im Kino.

Film: „Mademoiselle Populaire“, ab 11.4. im Kino

Tipptopp

Vor 50 Jahren standen in Büros noch geheimnisvolle Gerätschaften. Etwa Schreibmaschinen. Die klapperten nicht nur lustig vor sich hin, sondern machten aus Frauen flotte Sekretärinnen, aus Mädchen verliebte Damen und aus Provinzlerinnen selbstbewußte Siegerladys. So will es jedenfalls die französische Komödie „Mademoiselle Populaire“, ab 11.4. im Kino.

Film: „Dead Man Down“, ab 4.4. im Kino

Geblendet von der Nacht

Zwei vom Leid gebrochene Menschen begegnen sich in New York. Zwei Rachepläne werden geschmiedet. Zwei Leben verändern sich. Der Thriller „Dead Man Down“, ab 4.4. im Kino, überhöht Tragik zur Neo-Noir-Kunst.

Film: Horrorstreifen „Mama“, ab 18.4. im Kino

Muttertier

Wer schon immer ahnte, dass kindliche Unschuld ein Mythos ist, hat dafür genug cineastische Beispiele gefunden. Jetzt tritt der anspielungsreiche Horrorstreifen „Mama“, ab 18.4. im Kino, den Beweis an, dass auch Mutterliebe höchst gruselig sein kann.

Film: „Star Trek Into Darkness“, ab 9.5.2013 im Kino

ALLmachtsphantasie

„To boldly go where no man has gone before” – Seit Jahrzehnten kurvt das Raumschiff USS Enterprise durch die (Fernseh-)Galaxis und macht dabei gelegentlich Halt im Kino. Jetzt landet es dort zum zwölften Mal, genau am 9.5.

Film:

Tron Legacy: Lost in Cyperspace

„Tron“ von 1982 war revolutionär, nämlich einer der ersten Spielfilme mit computeranimierten Szenen. Knapp 30 Jahre später legt Disney nun mit dem Sequel „Tron: Legacy“ nach, sozusagen einer Fortsetzung des Originals mit modernen digitalen Mitteln. Welcome to Virtuality!

Film:

Betty Anne Waters

Die Geschwister Kenny (Sam Rockwell) und Betty Anne Waters (Hillary Swank) verbindet eine tiefe Liebe, nicht zuletzt entstanden durch die gemeinsam durchlittene schwere Kindheit. Von der Mutter vernachlässigt und viele Pflegefamilien hinter sich, fanden sie nur Halt am jeweils anderen. Die Verbundenheit und das Versprechen immer füreinander da zu sein aus ihren Kindertagen besteht auch noch, als die beiden längst erwachsen sind und eigene Familien haben.

Film:

"Glücksformeln": Auf gut Glück

Sind Sie glücklich? Falls ja, haben Sie hoffentlich eine plausible Erklärung parat. Seit es die moderne Glücksforschung gibt, ist dieses Gefühl zu einem Phänomen von hoher Komplexität geworden. Da kann man nicht mehr grundlos glücklich sein! Oder sind Sie etwa unglücklich? In diesem Fall sollten Sie Ihre Antwort noch genauer abwägen, denn weil man inzwischen die Bedingungen des Glücks mehr oder weniger zu kennen glaubt, gilt es beinahe als Affront, sich diesen Erkenntnissen zu entziehen. Man braucht schon eine verdammt gute Ausrede, um sich heutzutage als Unglücklicher zu outen.

Film:

The Kids are all right

Heutzutage muß sich das Kino mit der Tatsache auseinandersetzen, daß Familie längst nicht mehr bei heterosexuellen Beziehungen anfängt und aufhört, sondern auch Varianten zuläßt. Im Zuge dessen wird mittlerweile häufiger auf schwule oder lesbische Modelle gezoomt, wobei die filmische Thematisierung doch meist wieder nur Modifikationen klassischer Muster hervorbringt.Kalifornisches FamilienglückEin Idyll aus "suburban U.S.A.": Ein sich liebendes Paar, zwei wohlgeratene Kinder, sicheres Einkommen, ein hübsches Haus, Harmonie. Wen interessiert da noch, daß das Paar aus zwei lesbischen Frauen besteht und Tochter sowie Sohn von einem, übrigens demselben anonymen Samenspender stammen? Eigentlich niemanden... außer den 15jährigen Laser (Josh Hutcherson), der zu gerne wüßte, wer sein Vater ist. Mit Hilfe seiner 18jährigen Schwester Joni (Mia Wasikowska) kann er jenen besagten Herrn aufstöbern, der sich als lässig-lebenslustiger Restaurantbesitzer und Biogärtner herausstellt. Paul (Ma...

Film:

Das Ende ist mein Anfang

Das Ende ist mein Anfang  porträtiert Tiziano Terzani kurz vor seinem Tod. Der weltbekannte Journalist und Schriftsteller hat sich sterbenskrank in das Familienhaus in Toscana zurückgezogen und ruft seinen Sohn zu sich, um ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch, in dem Folco Terzani die letzten Tage seines Vaters festgehalten hat. Regisseur Jo Baier beweist Mut, einen Kinofilm zu machen, der auf Handlung verzichtet. Die meiste Zeit über sieht und hört das Publikum Bruno Ganz in der Rolle des erzählenden Tizianos zu. Rückblenden aus der Vergangenheit des vielbereisten Spiegel-Reporters gibt es keine, nur das Landhaus und die hügelige toskanische Umgebung bilden die Szenerie. Lange Kameraeinstellungen und Klaviermusik tragen zur kontemplativen Stimmung bei.

Film:

3faltig

Rund 2000 Jahre nach Jesu Geburt ist der Havariefall eingetreten. Weil Gott sich mit der terrestrischen Gesamtsituation völlig unzufrieden zeigt, strebt er das totale Reset seiner Schöpfung an. Dumm nur, daß solch eine spontane Apokalypse nicht jedermann in den Zeitplan paßt.WeihnachtsbesuchDieses Silvester soll es ordentlich krachen. Doch anstatt ein paar klägliche Raketen abzuschießen, will Gott gleich den ganzen Planeten Erde in die Luft jagen nach dem Motto: Neues Jahr, neues Glück! Als Vorboten schickt er schon einmal seinen Sohn Christl (langweilig: Matthias Schweighöfer) runter auf die Welt, der nicht viel mehr zu tun hat, als seinen alten Kumpel, den Heiligen Geist, über das Vorhaben zu informieren. Dieser lebt als Hage (gekonnt grantelnd: Christian Tramitz) ein trübes Inkognito-Dasein im Voralpenland und hält sich mit dem Verkauf skurriler Devotionalien, etwa Bewegungsmeldern in Gestalt einer Muttergottes oder Erzengellichterketten, über Wasser. Die Geschäfte liefen allerdings...

Film:

Lebanon

Man muß kein Zyniker sein, um den seit Jahrzehnten schwelenden Nahostkonflikt oder speziell die zahlreich gewordenen arabisch-israelischen Kriege als politischen Alltag zu betrachten. Auf der menschlichen Ebene allerdings werden Kriegsszenarien nie zur Routine, bleiben Ausnahmezustand für alle Involvierten.Gefangen im PanzerLautstarkes Scheppern, Brummen, Knarren. Die Luft ist heiß und stickig. Eiserne Wände und der Boden vibrieren. Schweiß, vermischt mit Öl und Dreck auf Gesichtern, in denen Augen glänzen, deren Farbe ob der Düsternis nicht mehr definiert werden kann. Sämtliche Sinne sind aufs Extremste gereizt, die Nerven brutal angespannt. Alles ist nur auf diesen Moment, diesen Raum konzentriert: auf das Innere eines Panzers. Daß Kriege Daseinsbedingungen, Verhaltensweisen, Überzeugungen, ja menschliche Existenz überhaupt bis ins Letzte zu deformieren vermögen und bisher als undenkbar geltende (Grenz-)Situationen schaffen, läßt sich filmisch akzentuieren über eine räumlich extrem b...

Film:

Black Death

Gleich einem Fluch ist sie über das Land gekommen, hat als Seuche unter der Bevölkerung gewütet und wurde wie ein unabänderliches Schicksal empfunden: die große europäische Pandemie zwischen 1347 und 1352, der Schwarze Tod. Damals führte die Pest die Menschen in Angstextreme und öffnete so Glauben wie Aberglauben Tür und Tor.ZerfallEuropa im Jahre 1348 zittert unter der "großen Pestilenz". Buchstäblich kein Kraut scheint gegen sie gewachsen zu sein, kein medizinisches noch spirituelles Mittel sie eindämmen zu können; ebensowenig läßt sich ihre Ursache herausfinden. Ist sie etwa himmlischem Zorn entsprungen, ist sie die Strafe eines alttestamentarischen christlichen Gottes für Verrat und Sünde? Todesangst, Ungewißheit, fehlendes fundiertes Wissen führen zu haltlosen Spekulationen unter den Menschen, die nur zu gerne eine Erklärung, vor allem jedoch einen Sündenbock für ihr Elend hätten. Mißtrauen nistet sich ein, mit jedem neuen Pestopfer verfällt das soziale Gefüge weiter, bi...

Film:

Resident Evil - Afterlife

In Afterlife hat sich das Resident Evil-Filmszenario in der Reihenfolge geändert. Nach einer kurzen Einstimmungsszene, die das Verbreiten des T-Virus in Asien zeigt und damit die weltweite Zombie-Epidemie suggeriert, fängt der Film quasi mit dem Schluss an. Die genmanipulierte Alice und ihre Klone dringen in das Umbrella Corporation-Quartier in Tokio ein, massakrieren die Angestellten und zerstören das Gebäude, mit dem Ziel, die Machenschaften des ominösen Konzerns zu stoppen. Der Kopf des Unternehmens, Albert Wesker (Shawn Roberts), kann jedoch als einziger flüchten.  

Film:

THE SOCIAL NETWORK

500 Millionen Internet-Freunde ... und ein paar ganz reale Feinde Was steckt hinter Facebook - und was ist heute noch privat? Diese und andere Fragen behandelt THE SOCIAL NETWORK, der neue, bereits allseits mit großer Spannung erwartete Film von Starregisseur David Fincher ("Fight Club", "Seven").An einem Herbstabend im Jahr 2003 setzt sich Harvard-Student und Computergenie Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) an seinen PC und beginnt, wie in Rage an einer neuen Idee zu arbeiten. Was in seinem Studenten-Zimmer mit wildem Bloggen und Programmieren seinen Anfang nimmt, entwickelt sich bald zu einem globalen sozialen Netzwerk und löst eine Revolution der bisherigen Kommunikation aus. Und nebenbei auch eine echte Revolution seines eigenen Lebens: Er bekommt Groupies, durch Napster-Gründer Sean Parker (Justin Timberlake) ein ganz neues Leben gezeigt, gerät ins Visier der Anwälte einiger Kommilitonen, die behaupten, er habe die Idee von ihnen geklaut und muss sich entscheid...

Film:

Banksy

Tonight the streets are ours. Man könnte es kaum schöner ausdrücken als mit diesem Song von Richard Hawley. Tatsächlich haben Street Artists den urbanen Raum für sich erobert, um Kunst dorthin zu bringen, wo sie herkommt und hin soll, jedoch selten zu finden ist: mitten im Leben.

Film:

Das Bildnis des Dorian Gray

Das Bildnis des Dorian Gray : Oliver Parkers Verfilmung des Oscar Wildes Romanklassikers London. Spätes 19. Jahrhundert. Ein junger Mann kommt in die Hauptstadt. Er ist schön, reich und naiv - eine gute Seele, sich seines Aussehens und seiner Möglichkeiten nicht bewusst. Der Maler Basil Hallward ist fasziniert von der Jugend, Reinheit und Schönheit von Dorian Gray und malt sein Porträt, ein Meisterwerk. Schnell interessiert sich die dekadente, reiche Londoner Gesellschaft auch für den Neuling, darunter besonders einer, der zynische Freund des Malers, Lord Henry. Der integre Maler und der wort- und weltgewandte Lord werden zu Erziehern Grays und jeder der beiden versucht ihm seine Werte zu vermitteln: Während Basil für Moral und Integrität steht und Dorians Unschuld zu erhalten versucht, sieht der Lord das Wahre im Triebhaften und Amoralischen, alles Andere betrachtet er als Heuchelei. Er zeigt dem jungen Mann die zwielichtige Seite Londons mit allen Vergnügungen, die man als vermö...

Film:

Hochzeitspolka

Fernost Polnische Feierlaune trifft auf deutsche Gemütlichkeit, Polka auf "Die Toten Hosen", Wodka auf Küstennebel: Wer als Deutscher in Polen heiraten will, muß mit allem rechnen. Explizit mit einem wilden Potpourri aus nationalen Klischees.

Film:

Ich & Orson Welles

Der Terror des Genies Der Film basiert auf der realen Persönlichkeit Orson Welles (Christian McKay), einem Schauspieler und Regisseur, der in den 30er Jahren die New Yorker Theaterszene maßgeblich prägte. Ein geniales und charismatisches Multitalent, künstlerisch brillant, menschlich und moralisch jedoch ohne Skrupel. Ein selbstzentrierter Egomane und Frauenheld, der ein Theater regiert. An der Vision des Gründers des berühmten Mercury Theatre, hat sich in der aktuellen Inszenierung von Shakespeares JLIUS CAESAR alles zu orientieren.

Film:

Buried

Selten hat ein Titel den Filminhalt derart subsumiert wie bei "Buried". Eben darum und wirklich nur darum geht es, um das (lebendige) Begrabensein. 90 Minuten schiere Klaustrophobie, Verzweiflung, Angst. Und Hoffnung...VergrabenEine lange Schwarzblende markiert den Anfang. Nur Atemgeräusche sind zu hören, dann die Bewegungen eines Menschen, der aus der Bewußtlosigkeit aufwacht. Dunkelheit umfängt ihn, Panik bahnt sich an, er versucht aufzustehen, stößt an enge Wände, sitzt fest. Geknebelt und gefesselt ist er in einem Holzsarg eingeschlossen mit nichts außer seiner Kleidung, einem Feuerzeug, einem Stift, einem Flachmann, ein paar Pillen. Auch als er sich seiner Fesseln entledigen kann, verbessert sich die Situation wenig. Sein Dasein besteht nur noch aus Reduktion, räumlicher wie emotionaler Art, aus Entsetzen und Orientierungslosigkeit. Er weiß weder, wo er ist, noch wie er dort hingelangte oder warum er sich hier befindet. Er weiß nur, was es ist, nämlich die Hölle.So sieht...

Film:

Duell der Magier

- und auch diesmal steht Magie als Waffe voll im Trend des Unterhaltungskinos. Zum Rezept gehören noch der nerdige Junge von nebenan, in dem große Kräfte schlummern (Dave Stutler gespielt von Jay Baruchel), der ihn unterweisende Meister (Balthazar Blake alias Nicolas Cage) und der Bösewicht (Maxim Horvath alias Alfred Molina). Außerdem darf natürlich eine Liebesgeschichte nicht fehlen, in diesem Fall sind es sogar zwei.

Film:

Groupies bleiben nicht zum Frühstück

Eine Geschichte wie ein Märchen: Cinderella trifft auf Prince Charming, verzaubert ihn, und beider Welten werden eins. Süß! Während früher gerne auf einen ritterlichen Adligen gewartet wurde, muß es heute schon ein sexy Rockstar sein, damit die Dame Feuer fängt. Dann wird ihm auch verziehen, wenn er statt zu Pferd nur mit dem Skateboard vorbeikurvt.Rock-RomanzeLila (Anna Fischer) schnarcht im Schlaf. Und zwar so furchterregend, daß sie die sprichwörtlichen Toten aufwecken könnte. Ansonsten aber gibt es nichts Negatives über die entzückende 17jährige zu sagen, die gerade mit dem Flieger von einem Aupair-Aufenthalt in den U.S.A. zurückgekehrt ist. Nach 12 Monaten im texanischen Hinterland ist sie nicht nur ausgehungert nach ihrer großstädtischen Heimat Berlin, sondern gänzlich uninformiert über aktuelle Mediensensationen. Als sie Chriz (Kostja Ullmann) kennenlernt, ahnt sie zunächst nicht, daß sie dem begehrten Leadsänger der schwer angesagten, bei den primär weiblichen Fans Massenhyster...

Film:

PONYO

Im Märchenreich herrschte schon immer eine größere Faszination für ein Leben auf dem Festland als für eine unterseeische Existenz. Zu stark scheint der Wunsch nach dem Gehen und Greifen, nach Licht und Sonne zu sein, vor allem nach einer Form von Liebe, die es offenbar so nur unter Menschen gibt. In der westlichen wie fernöstlichen Mythologie herrscht hierüber Einigkeit.Maritime SehnsuchtDiesen Traum, ein aerobes Dasein zu führen, greift Hayao Miyazaki in seinem aktuellen Animationsfilm ?Ponyo ? Das große Abenteuer am Meer? auf, um von der Metamorphose eines Goldfisches zu erzählen. Brunhilde lebt zusammen mit unzähligen Geschwisterchen im Unterwasserreich ihres Vaters Fujimoto, eines Ozeanzauberers mit dem Aussehen eines alternden Rockstars und dem Outfit eines Dandys des 19. Jahrhunderts. Angezogen vom Licht läßt sich das neugierige Goldfischmädchen zur Wasseroberfläche tragen, wird versehentlich in ein weggeworfenes Glas eingekeilt, um dann vom fünfjährigen Sosuke gerettet zu werden...

Film:

Die Legende von Aang

Kinostart: 19. August 2010 Paramount Pictures Germany Das Fantasy-Abenteuer "Die Legende von Aang" erzählt die Geschichte des jungen Aang auf seinem Weg, ein großer Held zu werden, in berauschenden Bildern. Die Verfilmung der erfolgreichen Animations-TV-Serie begleitet ihn und seine Freunde auf einer Flucht einmal über den ganzen Erdball.

Film:

SHAHADA

Ein winterliches Tief hat Berlin fest im Griff. Nicht nur wettermäßig liegt über der City ein trübes Grau, auch die Bewohner sind in ihren Problemen gefangen und quälen sich durch bedrückende Existenzen. Wer hier noch Frohsinn empfindet, ist selbst schuld. Für den Rest gibt es kollektives Multikulti-Leid in entsättigten Farben.WolkenverhangenMaryam (Maryam Zaree), Samir (Jeremias Acheampong) und Ismail (Carlo Ljubek), Berliner mit Migrationshintergrund, haben nichts gemeinsam, außer daß sie mehr  oder weniger praktizierende Muslime sind. Sie alle kennen also die muslimischen Grundpflichten, jene fünf Säulen des Islam, von denen das Glaubensbekenntnis "Shahada" die erste ist. Noch bedeutet das alles eher wenig für ihr Dasein, bis jeder von ihnen in eine schwere persönliche Lebenskrise gerät. Und wenn das Schicksal zuschlägt, wird bekanntermaßen gerne ´mal in Richtung Religion geschielt, wo möglicherweise Hilfe, Halt und Hoffnung harren. Zumindest gilt dies für Maryam, zun...

Film:

#9

"We had such potential. Such promise. But we squandered our gifts. And so, 9, I am creating you. Our world is ending. Life must go on." Das Ende ist vorbei, einen neuen Anfang wird es nicht geben. Die Erde ist ein Trümmerfeld, die Menschheit vernichtet. Sie hat den Kampf gegen einstmals von ihr selbst entworfene Maschinen verloren. Noch ein einziges dieser zu Technikgiganten mutierten Bestien streift durch die zerstörten Städte, immer auf der Suche nach einem Rest organischen Lebens. Doch der letzte Mensch, ein bedeutender Wissenschaftler, ist längst gestorben. Dafür wurde in seinem Haus eine kleine Flickenpuppe zum Leben erweckt, ein sackartiges Jutedingelchen mit Irisblenden als Augen, die fragend in die bleiern-dumpfe Welt schauen. Nummer 9 hat seine Mission angetreten. Freilich weiß er überhaupt nicht, um was es sich dabei handeln könnte. Selbst als er auf andere seiner Art trifft, die zusammen mit ihrem herrischen Anführer Nummer 1 in einer verlassenen Kathedrale das Kr...

Film:

Toy Story 3

Wir haben es schon immer geahnt: Sobald man als Kind sein Spielzeug aus den Augen ließ, führte es ein Eigenleben. Seit "Toy Story" (1995) und "Toy Story 2" (1999) wissen wir auch, welch turbulente Abenteuer dabei erlebt werden. Im nunmehr dritten Teil ist aus dem Spiel Ernst geworden, denn es geht um die entscheidende Frage für alle Spielsachen: Was passiert mit mir, wenn mein Besitzer erwachsen wird?AusgespieltEs ist still geworden in Andys Zimmer. Während er, mittlerweile ein Teenager, lieber am Computer sitzt, fristen seine Spielzeugfreunde Woody, Buzz Lightyear und alle anderen ein eher trauriges Dasein in der Truhe. Die ersten Plastiksoldaten haben sich bereits abgesetzt, weil ihre Mission erledigt ist; Andy wird nie mehr mit ihnen spielen. Sie suchen neue Herausforderungen. Wie sich herausstellt, keineswegs zu früh, weil Andy bald auf ein fernes College gehen wird und zuvor auf Drängen der Mutter seine Bude entrümpeln muß. Woody will er auf seinen neuen Lebens...

Film:

Adèle

Tückische Gegenspieler mit miserablem Gebiß, grabräuberische Ägypter ohne Skrupel, wiedererweckte Mumien voller Neugier -Adèle Blanc-Sec, Schriftstellerin und Expeditionsreisende, lernt die absonderlichsten Typen kennen. Sogar in ihrer Heimat Paris muß sie sich mit schüchternen Verehrern zum falschen Zeitpunkt oder mißmutigen Flugsauriern herumschlagen, während sie nebenbei alte Freunde vor der Guillotine rettet. Kein Zweifel, diese Frau ist für das Abenteuer geschaffen.Vom Nil zur SeineWer hätte nicht gerne in der Belle Époque gelebt? Die Welt war weit und das 20. Jahrhundert noch unschuldig, die Kultur vielfältig, die Technik zukunftsweisend und die Wissenschaft zwar vorangeschritten, aber nicht all ihrer Mysterien entkleidet, ebenso wie sie selbst nicht alles erklären konnte. Das Arkanum lag im Großen, in der Ferne, nicht wie heute im Kleinen, im allerwinzigsten Molekularteilchen. Prächtige Zeiten also, um darin eine Comic-Abenteuerserie anzusiedeln, wie das der bedeutende französ...

Film:

Männer al dente

Familie - Was war das nochmal? Die erste Plage? Die letzte Bastion? Traute Gemeinschaft oder gemeine Vertrautheit? Guiseppe Mazzini hat einmal behauptet: "Die Familie ist das Vaterland des Herzens". Er als Italiener müßte es eigentlich wissen, gilt doch la famiglia in Bella Italia als Nationalheiligtum. So wie Pasta. Nur sind Spaghettis und Co. kein unentrinnbares Schicksal, Familie aber schon. Zumindest wenn man zur Sippe der Cantones im apulischen Lecce zählt. Träume aus der VergangenheitNichts als das Rauschen des Windes und das Rascheln von Tüll: Die bildhübsche Frau im Hochzeitskleid rennt derart gehetzt durch die sonnenüberflutete Landschaft, daß sie nur vor ihrer Zukunft fliehen kann... oder vor der zukünftigen Verwandtschaft. Noch ein letztes Mal schwingt sie sich zu großer dramatischer Geste auf, einem Fast-Selbstmordversuch vor den Augen des geliebten Mannes, dann ergibt sie sich ihrem Fatum und heiratet dessen Bruder, um gemeinsam mit beiden ein Pastaimperium auf...

Film:

Moon

Geradezu euphorisch optimistisch kann einen Duncan Jones Zukunftsszenario "Moon" zu Beginn stimmen, schließlich werden die Energieprobleme unseres Planeten als im Grunde gelöst präsentiert. Denn die scheinbar unerschöpfliche Energiequelle Helium-3, wird nun direkt vor unserer kosmischen Haustür, dem Mond, abgebaut und zur Kernfusion eingesetzt. Fast voll automatisiert wird das wertvolle Gut vom Unternehmen Lunar abgebaut, aber eben nur fast, denn ein Techniker muss den reibungslosen Verlauf der Förderung auf der Rückseite des Mondes überwachen. Diesen einsamen Job vollführt Sam (Sam Rockwell) schon seit fast drei Jahren und befindet sich damit auch so gut wie am Ende seines Vertrages. Und auch am Ende mit den Nerven. Er kann es nicht erwarten seine Frau und die kleine Tochter endlich wieder in die Arme zu schließen. Die Gedanken und Erinnerungen an die beiden waren sein einziger Halt in der Zeit der sterilen Einöde, echte Gespräche mit der Familie unmöglich. Denn aufgrund e...

Film:

Streetdance

Streetdance ist der erste 3D Tanzfilm. Dieser wird seinem Namen auch wirklich gerecht, denn der lässige Tanzstiel beherrscht jede Szene des Films. Carly (Nichola Burley) muss unerwartet die Führung ihrer Tanz-Crew übernehmen, nachdem ihr Freund Jay (Ukweli Roach) die Gruppe kurz vor den Britischen Street Dance Meisterschaften sitzen  gelassen hat. Doch ohne Übungsraum und unter chronischem Geldmangel droht ihr Traum zu zerplatzen. Als die Stimmung am Tiefpunkt ist und sie die Gruppe kaum noch zusammenhalten kann, macht ihr Balletlehrerin Helena (Charlotte Rampling) das scheinbar rettende Angebot. Sie ist bereit ihr einen luxoriösen Übungsraum in der Royal Dance School zur Verfügung zu stellen, sofern Carly zusagt einige ihrer Balletschützlinge ins Trainingsprogramm zu integrieren. Denen sollen die Streetdancer nämlich in Punkto Leidenschaft auf die Sprünge helfen und sie damit fitt für die Vortanzprüfung für das Royal Ballet machen. Carly überredet ihr empörtes Team zur Zusammena...

Film:

Robin Hood

Die größten Helden sind jene, die es nie gegeben hat. Weil kein Sturm der Realität sie je erschüttern konnte, nur der Hauch der Legende streifen. Weil sie keine Geschichte schrieben, sondern einen unsterblichen Mythos. Robin Hood ist einer dieser semi-authentischen Persönlichkeiten, die nicht von Fakten, vielmehr von der Fiktion leben; geschmiedet aus Historie, veredelt durch literarische und cineastische Adaptionen.Gestern ein KriegerAlles beginnt im Wald, wird dort jedoch nicht enden. Denn Ridley Scotts Robin Hood-Variante ist gewissermaßen der Prolog zur Sage, erzählerisch situiert an der Grenze vom 12. zum 13. Jahrhundert, als Robin weder Held noch Hood war, König Richard Löwenherz vom Dritten Kreuzzug heimkehrte und England mit seiner bankrotten Monarchie unter großer wirtschaftlicher Not litt, die schwere Unruhen nach sich ziehen sollte. Wie gesagt: Es beginnt im Wald bei Nottingham, im Sherwood Forest. Der Blick senkt sich vom versilberten Mondhimmel hinunter ins dunkle Gewirr d...

Film:

Vincent will Meer

Vincent will Meer erzählt von drei jungen Leuten, die aus ihrem von Therapie bestimmten Alltag ausbrechen und das Abenteuer einer gemeinsamen Reise wagen. Shooting-Star Florian David Fitz (Männerherzen, Doctor's Diary) schrieb das Originaldrehbuch und spielt mit viel Hingabe und Charme die Rolle des trotzig-schüchternen Titelhelden Vincent.  Vincent (Florian David Fitz) haut ab! Raus aus dem Therapiezentrum, in dem er lernen sollte, mit seinem Tourette-Syndrom umzugehen. Er will nach Italien ans Meer und dabei kommt er noch nicht mal bis zum Bäcker, sagt sein Vater. 

Film:

Splice

Der Wunsch des Menschen, humanoide Kreaturen zu schaffen, hat Tradition. In der Vergangenheit konnte sich manch überambitionierter Wissenschaftler für seine Taten noch mit fehlgeleitetem Genie herausreden, doch moderne Biogenetiker müssen schon mit medizinischem Erkenntnisgewinn argumentieren. Ihr (cineastisches) Schicksal läßt sich damit freilich nicht abwenden: Zuletzt wird sich das künstliche Geschöpf gegen seinen Schöpfer wenden. Etwas Neues Elsa (Sarah Polley) und Clive (Adrien Brody), privat wie beruflich ein Paar, sind die Stars im Forschungslabor eines kanadischen Pharmaunternehmens. Unlängst schufen sie einen Hybriden aus der Verbindung divergenter tierischer Gene. Die Präsentation von zweien dieser Organismen vor der Presse gerät zum spektakulär blutigen Fiasko, hat sich doch einer der beiden plötzlich auf eine sehr seltene Fähigkeit besonnnen, die man bisher nur von wenigen Fischen bzw. Muscheln her kannte: eine natürliche Geschlechtsumwandlung. Selbst ein derartiger Rüc...

Film:

Vergebung

"Vergebung" ist die Verfilmung des dritten Teiles der Millenium-Triologie von Stieg Larsson, die hier ihren Höhepunkt erreicht. Dementsprechend schadet es nicht, die beiden vorhergehenden Filme gesehen zu haben, da der Einstieg in die Handlung ansonsten etwas schwer fällt. Im Zentrum der Handlung steht die junge Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace), für die es anfangs sehr düster aussieht. Sie wurde im Kampf gegen ihren Widersacher und Erzeuger Zalachenko (Georgi Staykov) schwer verletzt und mit diesem zusammen auch noch ins gleiche Krankenhaus eingeliefert.

Film:

Mammut

Was um alles in der Welt hat dieser Film mit Mammuts zu tun, fragt man sich hier wohl am Anfang. Bald dämmert einem aber auf welche Schlussfolgerung es der schwedische Erfolgsregisseur Lukas Moodysson abgesehen hat und man lernt den Symbolcharakter des Films zu würdigen. "Mammut" erzählt nicht einfach nur die Geschichte von zwei Familien (die allein wäre doch eher langweilig) sondern ausgehend von den zentralen Akteuren bekommt der Zuschauer einen Teil menschlicher Realität ungeschminkt präsentiert, dass es fast einem Dokumentarfilm gleichkommt. Im Zentrum des Ganzen steht das erfolgreiche New Yorker Ehepaar Ellen (Michelle Williams) und Leo (Gael García Bernal), die alles erreicht zu haben scheinen, was man sich wünschen kann. Beide machen beruflich Karriere und haben eine süße achtjährige Tochter (Sophie Nyweide), die von der liebevollen Nanny Gloria (Marife Necesito) hingebungsvoll umsorgt wird.

 

→ Autoren-Porträt

Nathalie Mispagel ist weder bei Facebook noch bei Xing und legt Wert darauf, im Internet nur durch ihre Texte und nicht durch Bilder aufzufallen.

Nathalie Mispagel
Die Kino-Expertin

Nathalie Mispagel studierte Jura, Allgemeine und Vergleichende Literatur- sowie Filmwissenschaft.
Sie promovierte in Komparatistik und hat mit "New York in der europäischen Dichtung des 20. Jahrhunderts" (erschienen bei Königshausen & Neumann) 2011 ihr erstes Buch veröffentlicht.

Die leidenschaftliche Cineastin lebt in Hassloch bei Frankfurt und schreibt seit 2009 für academicworld.net.