Seite empfehlen
Drucken
Buch

z z z z z Bobby z ... von Don Winslow

Was würdest du tun, wenn du die Chance hättest ein ganz anderes Leben zu führen? Ein anderer Partner, andere Kinder, ein anderes Umfeld? ... und welchen Preis musst du dafür zahlen?

 

 

 

Im Körper eines Kriminellen

Die Geschichte handelt von Tim Kearney. Er ist ein Krimineller, mit Händchen für Chaos und Ungeschicklichkeit par excellence. Dank dieser Charaktereigenschaften wird er auch des häufigeren gefasst und hinter Gitter gebracht. Aber auch im Gefängnis verhält sich Tim ungeschickt und sein Tod scheint unabwendbar. Wenn da nicht die Drogenfahndung wäre, die Tims Dienste dringend benötigt: Er soll in die Figur eines berühmten, verstorbenen Drogendealers schlüpfen und gegen einen entführten Polizisten ausgetauscht werden. Damit ist er frei und hat eine neue Identität.
Leider läuft beim Austausch einiges schief, und Tim befindet sich in einer neuen, sehr gefährlichen Lage. Außerdem hat ihm niemand gesagt, dass der verstorbene Drogendealer auch Nachwuchs und eine feste Beziehung hatte ....

Sprache voller Humor

Was mir beim Lesen positiv auffiel, das ist der sehr humorvolle Umgang mit der Sprache. Es macht Vergnügen die Sätze zu lesen, die den Leser zum Schmunzeln bringen, auch wenn der Inhalt voller Gewalt und Grausamkeit ist. Ein Widerspruch an sich, der absichtlich und wohl überlegt eingesetzt wird.

Wie immer: Viel Sex und Leichen

Was mich beim Lesen störte, abgesehen von den ausgiebigen Sex-Szenen, die einfach nicht sein müssen, das ist der déjà vue Effekt: Nix Neues.
Krimineller stolpert über 6jährigen Jungen, fühlt sich verantwortlich, übernimmt Vaterrolle und geht mit dem Lütten durch dick und dünn. Findet Frau des Lebens und beginnt neues, entspanntes Leben, nachdem unzählige Leichen den Weg pflastern.
Viel Blut, viel Gewalt, viel unschönes Gehabe und - wie schon erwähnt - viel Sex. Gerade bei letzterem wären oft Andeutungen mehr als das detaillierte Ausformulieren.
Dass eine Frau nicht fähig ist, den Mann der Träume von einem anderen zu unterscheiden, das klärt der Autor ja noch auf, ich fand es aber über die Längen im Buch einfach unglaubwürdig.

Parodie eines Action Thrillers

Auch wenn das Buch als Parodie auf Action-Thriller gedacht ist, überzeugt hat es mich nicht:
Es war nicht wirklich spannend. Da es flüssig geschrieben ist und der Autor dem Schreibstil auch durchgängig treu bleibt, ist es ganz nett zu lesen. Leider fehlte mir aber oft einfach die Motivation weiterzulesen.
Durch das durchgängige Präsens hat man als Leser den Eindruck, unmittelbar einen Blick auf das Geschehen zu werfen, allerdings verhindert der Autor absichtlich, dass man Sympathie für die Figuren empfindet. Man darf zusehen, aber bitte nicht dabei sein.

Der Junge ist altklug und unglaubwürdig, Tim ein gewalttätiger Trottel und die Frauen typisch verblondet. Ob das wirklich so sein muss?

3 Sterne von 5

 

suhrkamp taschenbuch

283 Seiten

8,95 Euro

 

 

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Sascha Lobo, der rote Blogger

21 Fragen an: Sascha Lobo

Sascha Lobo ist Autor, Blogger, Microblogger und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und Markenkommunikation. Als freier Mitarbeiter engagiert er sich bei der Zentralen Intelligenz Agentur und ist verantwortlicher Redakteur des mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Weblogs «Riesenmaschine». Sein Debütroman “Strohfeuer” (September 2010 im Rowohlt Verlag erschienen) handelt von der Lebensgier in den Zeiten der New Economy.


Die Berufseinsteigerfrage

Wie komme ich auf den Radar von Headhuntern und anderen Arbeitgebern?

Die Berufseinsteigerfrage:

„Ich bin seit zwei Jahren als Chemiker bei einem großen Pharmaunternehmen in einer leitenden Position tätig. Ich suche eine neue Herausforderung in den nächsten zwei bis drei Jahren, möchte aber die potenziellen Arbeitgeber auf mich zukommen lassen und nicht selbst blindwütig Bewerbungen schreiben. Was halten Sie davon, sich über Fachbeiträge zu bestimmten Branchenthemen oder über die Teilnahme an Diskussionen eine gewisse öffentliche Reputation aufzubauen, die mich über das Internet leicht auffindbar machen? Oder, anders gefragt, wie bekomme ich am besten ein öffentliches Profil als Experte, um Headhunter und neue Arbeitgeber auf mich aufmerksam zu machen? Ich rede jetzt nicht von einem anbiederndem XING-Profil, sondern von etwas mit Klasse.“ Patrick S. (30), Frankfurt


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?Antwort: "Ausdrücklich wurden vom Fragesteller ja nur Viren und Bakterien ausgeschlossen und nicht Einzeller. Nimmt man diese in das Spektrum auf, dann ist eindeutig der Erreger der Malaria, Variante Tropica (Plasmodium falciparum), der größte Killer und einige Arten der Anopheles-Mücke als Vektoren die wichtigsten 'Vermittler' der weit über eine Million Todesfälle pro Jahr.Nimmt man den Menschen als eine Spezies wie jede andere, was wir ja gemeinhin nicht tun – sondern uns als Krone der Schöpfung betrachtend vom riesigen Rest der Evolutionsprodukte gern weit absetzen – dann ist ganz klar, dass der Mensch für den Menschen wohl schon bis in lang vergangene Zeiten der größte Killer war und nach ...