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Buch

Zwischen allen Wolken

Michael Gantenberg: Zwischen allen Wolken

In diesem Sommer ist alles anders: Gesa Petersen hat ihr Abitur fast geschafft, es fehlt nur noch eine Prüfung und dann will sie am liebsten weg von der kleinen Nordsee-Insel Nördrum, auf der sie so ziemlich alles nervt. Ihre verrückte Familie betreibt dort eine Pension mit dem Namen ?Möwennest? und Gesa hat keine Lust mehr, sich um die anspruchsvollen Touristen zu kümmern.

Ihre verrückte Familie besteht zum einen aus Oma Insa, der sogenannten "Wattfee". Sie bietet kinderlosen Paaren mystische Wattwanderungen an, die der Fruchtbarkeit dienen sollen, was den Touristenandrang an jungen Paaren mit Kinderwunsch enorm in die Höhe treibt. Gesas Tante Nele, die einzige Ärztin auf der Insel, ist zwar mit Onkel Onno verheiratet, beschäftigt sich aber lieber mit ihren männlichen Patienten, die auf der Insel Urlaub machen. Onkel Onno sucht derweil mit einem Metalldetektor den Strand nach Schätzen ab. Auch der alte Piet gehört zur Familie und wie sich herausstellt sogar mehr, als Gesa geahnt hatte. Gesas Vater ist Oboist, ein Job, der ihn aber nicht mehr sonderlich glücklich macht und ihre Mutter kümmert sich ums Geschäft, während ihr scheinbar so fröhlicher und sportbegeisterter Bruder Wilko den Surfverleih betreibt.

Eigentlich scheint alles in Ordnung zu sein, bis eines Tages plötzlich Wilko bei einem Fallschirmsprung tödlich verunglückt. Von nun an ist in Gesas Welt alles anders. Nicht nur dass ihr Vater die Familie Hals über Kopf und ohne ein Wort des Abschieds verlässt, auch Gesas Mutter kann den Verlust nicht verkraften und fixiert sich von da ab auf eine Ente, die sie Jean-Pierre tauft und wie ein Kind behandelt. Und dann erscheint Gesa zu allem Überfluss auch noch immer wieder ihr toter Bruder, mit dem sie sich jetzt besser denn je unterhalten kann. Das Einzige, was sie ein bisschen ablenken kann, ist Malte, ein junger Schriftsteller, der ein Buch über Nördrum schreibt und zu Besuch ins Möwennest kommt. Gesa erlebt ihre erste Liebe und muss nach und nach erkennen, dass der Tod ihres Bruders kein Unfall war und dass es in ihrer Familie einige Geheimnisse gibt. Für Gesa ist es Zeit erwachsen zu werden, und zwar genau in diesem Sommer.

Der Roman "Zwischen allen Wolken" ist eine wunderbare Geschichte über ein Mädchen, deren Leben sich plötzlich radikal ändert und die sich von nun an selbst behaupten muss. Der heitere, stellenweise ironische Ton der Ich-Erzählerin Gesa bleibt trotz des tragischen Ereignisses um Wilkos Tod fast durchgängig erhalten und regt den Leser oft zum Schmunzeln an. Gerade die Familienmitglieder sind teilweise so verrückt beschrieben, dass es schon wieder glaubhaft erscheint. Der Roman ist schnell gelesen und jedem zu empfehlen, der Lust auf eine schöne Sommergeschichte hat.

288 Seiten

Preis: 14,95 Euro

Scherz Verlag GmbH Bern-München (2010)


Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Nic Romm, die Stimme

21 Fragen an: Nic Romm

Nic Romm besuchte die Hochschule für Musik und Theater in Hannover. 2008 spielte er die Rolle des Tjure in Michael Herbigs "Wickie und die starken Männer". Im August stand er auch noch für den zweiten Teil des Kinderfilms vor der Kamera. Gerade hat er die Dreharbeiten für Roland Emmerichs "Anonymous" abgeschlossen und ab Herbst ist er in Dennis Gansels "Wir sind die Nacht" zu sehen.


Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


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Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören. Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairisch...



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