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Leben und Überleben mit Johannes "Joe" Vogel

Zähne putzen

Wenn du in den Wald gehst, und das vielleicht über mehrere Tage, so willst du nicht immer die Kunststoffzahnbürste und eine Filmdose Zahnpasta mitnehmen. –außerdem gibt es manchmal auch Situationen, in denen du dir die Zähne putzen willst, aber keine Möglichkeit dazu hast.

Zähneputzen ist wichtig. Im Notfall sind die Zähne eines unserer wichtigsten Werkzeuge und Waffen. In vielen Kulturen sind weiße, beziehungsweise vorhandene Zähne auch ein Symbol von Wohlstand und Sittlichkeit.

Zum Zähne putzen haben wir zwei Möglichkeiten. Die eine ist sicherlich die einfachere, sie ist aber nicht so gründlich und zuverlässig. Bei dieser wird lediglich Holzkohle klein gerieben und mit dieser Paste und dem Zeigefinger werden die Zähne abgerieben. Warum Kohle? Die Antwort ist relativ einfach. Kohlenstoff bindet viele der für uns schädlichen Giftstoffe. Außerdem fungiert die Paste als Poliermedium, das die Reibung zwischen Finger und Zahnschmelz erhöht.

Der Survival-Experte auf academicworld.net

Johannes "Joe" Vogel, Jahrgang 1984, macht in Kürze seinen Doktor in Biologie an der Uni Karlsruhe.

Seine Bücher "Tierische Notnahrung. Überleben in der Natur" und "Outdoor Survival mit dem Messer" (erschienen im Pietsch Verlag) gelten bereits als Standardwerke der Outdoorliteratur.

Weiterlesen & Weitersurfen: www.vivalranger.com

Die zweite Methode setzt die Produktion von Zahnbürste und Zahnpasta voraus. Als Zahnbürste eignet sich jedes abgewinkelte Holzstück mit langem Faserverlauf, das ungiftig ist. Die kleine abgewinkelte Seite wird mit einer Klinge eingeschnitten und weichgekaut, bis sich eine Pinselartige Struktur zeigt.
Die Zahnpasta wird folgendermaßen hergestellt: Zuerst sammelst du eine Hand voll Schneckenhäuser. Von Vorteil ist es, wenn es ausgebleichte, weiße Schneckenhäute sind. Frische haben eine farbige, dünne und hornartige Haut, die abgezogen werden muss. Die Schneckenhäuser werden gereinigt und getrocknet. Nach dem Trocknen werden sie in kleinere Stückchen gebrochen und auf eine glatte Oberfläche gegeben.

Nun nimmst du einen Messerknauf, ein dickes, rundes Holzstück oder etwas vergleichbares und pulverisierst die Kalkschalen. Wichtig ist, dass keine groben Schalenstückchen übrig bleiben. Das Puder wird mit etwa einem Viertel der Menge Holzkohle und Kräutern zu einer Paste angerührt. Diese wird mit der Holzzahnbürste aufgenommen und wie gewöhnliche Zahnpasta verwendet. Achte darauf, dass du nicht zu viel Druck auf die Bürste aufbringst, damit dein Zahnfleisch keinen Schaden nimmt- die Bürste hat keinen patentierten Dr. Best-Schwingkopf.

Nach dem Putzen muss der Mund noch besonders gründlich ausgespült werden. Die Zahnpaste kann bis zur nächsten Verwendung eintrocknen und wieder pulverförmig gemacht und angerührt werden.

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