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Crime

Wo die Zitronen blühen: Ehrenwerte Gesellschaft oder skrupellose Mafia?

Kurz vor ihrer Hochzeit wird eine junge Frau ermordet. Ihr Verlobter, Francesco, Sohn des bekannten und geschätzten Rechtsanwalts im Dorf, wird verdächtigt sie getötet zu haben. Giovanna wollte ihm vor der Hochzeit etwas wichtiges sagen. Wurde sie deshalb ermordet? Marco Videtta und Massimo Carlotto erzählen eine italienische Geschichte, in der dunkle Geschäftspraktiken, hohe Profite und mörderische Skrupellosigkeit zu den elementaren Bestandteilen der ehrenwerten Gesellschaft gehören.

Giovanna wird in einer Badewanne ertränkt, in ihrer Wohnung gefunden. Der Verdacht richtet sich sofort auch auf ihren Verlobten Francesco. Carla eine Freundin der Ermordeten verdächtigt ebenfalls Francesco, denn Giovanna hatte ihr gegenüber bereits angedeutet, dass sie Francesco nun bald alles erzählen würde, von ihrem Liebhaber, denn sie sei zur Hure des Mannes geworden, der ihr Leben zerstörte, damit sollte nun Schluss sein. Mit einem Mal versinkt die gewohnte Welt für Francesco im Chaos. Es bewahrheitet sich, dass Giovanna einen Liebhaber hatte, der höchstwahrscheinlich auch ihr Mörder ist.

Giovannas Vater, der alte Alvise, hatte alles verloren. Er hatte seine Möbelfabrik angezündet, um die Versicherung zu betrügen, war aufgeflogen, verurteilt worden und nach seiner Zeit im Gefängnis, nach Argentinien ausgewandert. Nun ist er plötzlich im Dorf und stellt Nachforschungen an.

Mit der Zeit ist auch Carla von Francescos Unschuld überzeugt und sie machen sich auf die Suche nach den dunklen Geheimnissen in Giovannas Leben. Sie finden immer mehr Details über die abgebrannte Möbelfabrik heraus. Auf dessen Gelände nun von der Mafia eine illegale Giftmülldeponie betrieben wird. Von hier finden sich Hinweise, auf die im Dorf allmächtige Fondazione Torrefranchi, ein undurchsichtiges Konglomerat an dem auch Francescos Vater beteiligt ist.

Nun nimmt die Geschichte Fahrt auf, denn langsam kommen die Verstrickungen der Fondazione, mit der Müllmafia ans Licht und auch die ein oder andere ungeahnte Wendung wartet auf den Leser.

Der Autor Massimo Carlotto blickt auf ein bewegtes Leben. Er wurde in Italien zu 18 Jahren Haft wegen Mord an einer jungen Frau verurteilt, floh nach Mexiko, wurde dort aber von der Polizei gefasst und an Italien ausgeliefert. Der Prozess wurde neu aufgerollt und Carlotto für unschuldig befunden, doch nur bis zum Berufungsprozess. In diesem wurde er schuldig befunden und erneut zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. 1993 wurde er nach großem öffentlichen Druck vom Staatspräsidenten begnadigt. Seitdem widmet er sich der Schriftstellerei und hat bis heute über ein Dutzend Bücher geschrieben.

Fazit: "Wo die Zitronen blühen", ist ein spannender Krimi, der den Leser einen Einblick in die komplexe Struktur der italienischen Realität gewährt. Carlotto schafft den Mord aus Liebe aus Leidenschaft in einen größeren Kontext zu bringen, ohne auf allzu bekannte Stereotypen zu setzen.

(David Santin academicworld.net)

Marco Videtta und Massimo Carlotto. Wo die Zitronen blühen

7,99 Euro. Heyne Hardcore

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
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21 Fragen an: Barnaby Metschurat

Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Schauspielschule "Die Etage" in Berlin. Seitdem wirkt der 35-jährige sowohl in Kino- als auch in Fernsehfilmen und -serien mit. Mit dem Film L’auberge espagnole von 2002 reüssierte er international, und auch die Fortsetzung L’auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg brachte ihm noch einmal Kritikerlob in seiner Rolle des Deutschen Tobias. Daneben spielt Metschurat auch Theater, unter anderem unter der Regie von Peter Zadek.


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Frage: Warum bekommt das Eigelb bei hartgekochten Eiern manchmal so einen unansehnlichen grünblauen Rand?Antwort: "Im Eigelb gibt es ein Protein namens Phosvitin, das antioxidative Eigenschaften hat. Dieses Protein hat Eisen an sich gebunden. Im Kochprozess wird im Eiklar Schwefel freigesetzt und es entsteht Schwefelwasserstoff. Im längerdauernden Kochprozess, das heißt bei höherer Temperatur, kann sich das Eisen aus dem Phosvitin herauslösen und mit dem Schwefel aus dem Eiklar zu Eisensulfid verbinden, was dann den grünblauen Rand ergibt. Diese Veränderung – übrigens auch der leichte Geruch nach Schwefelwasserstoff – wird erst beobachtet, wenn sehr lang gekocht wird und die Temperatur im Inneren des Eies hoch ist."Heutiger Experte: Humanernährungsexpertin Prof. Dr. Maria-E. Herr...