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Film

Willkommen in der Schatten(jäger)welt!

Teenager sein in New York City – ein absoluter Traum! Außer natürlich du entdeckst, dass du eigentlich Schattenjägerin bist und Schattenwesen töten solltest. In CITY OF BONES, der Verfilmung des gleichnamigen Buches von Cassandra Clare, muss sich die 16-Jährige Clary Fray einer etwas anderen übernatürlichen Berufung stellen.

City of Bones Kritik
City of Bones - die Verfilmung zum gleichnamigen Buch ab dem 29. August im Kino!

Bösewichte und Helden, die sie bekämpfen, gibt es viele. Doch was ist, wenn der Schlimmste dein Vater ist, du als Mensch aufwächst, aber eigentlich ein nicht gerade kleines Talent zur Dämonenjagd vorweisen kannst?

Die Augangssituation für Clary…

Die 16-Jährige Clary Fray (Lily Collins) lebt mit ihrem besten Freund Simon (Robert Sheehan) in der tollsten Stadt der Welt: New York City! Doch während sie das normale Leben eines typischen Teenagers lebt, begegnet sie dem unheimlichen und äußerst attraktiven Jace Wayland (Jamie Campbell Bower). Klitzekleines Problem: wo normale Menschen sich bei den üblichen Gelegenheiten kennenlernen, beobachtet Clary ihn dabei, wie er einen Dämon tötet – mitten in einem belebten Club. Außer ihr kann allerdings niemand Jace und seine Freunde sehen, sodass Clary sichtlich an ihrem Geisteszustand zweifelt.

Was sie natürlich nicht nötig hat, denn eine Dämonenattacke auf ihre alleinerziehende Mutter Jocelyn (Lena Headey) macht allen Beteiligten, insbesondere natürlich Jace, klar, dass er es hier mit einer seit Kindesalter versteckten Schattenjägerin zu tun hat. Um der Sache auf den Grund zu gehen, Clary zu schützen und sie vielleicht einfach auch immer bei sich in der Nähe zu haben, nimmt Jace sie mit in das Institut – der Ort, an dem die New Yorker Schattenjäger wohnen. Dort trifft sie auf den Institutsleiter Hodge (Jared Harris) und auf Jace‘ Freunde, die Geschwister Alec (Kevin Zegers) und Isabelle (Jemima West).

 

City of Bones Kritik
Gegen Dämonen helfen bevorzugt Engelsschwerter - leider nicht in der Apotheke erhältlich.

… und wo sie Hals über Kopf hinein stolpert.

Eine vollkommen neue Welt eröffnet sich für Clary. Eine Welt voller Engel, Halbengel, Dämonen und Schattenweltlern, in der ihr Vater Valentine Morgenstern die Existenz aller bedroht. Für das alles vernichtende Ritual fehlen ihm drei mächtige Gegenstände, darunter auch der Kelch der Engel. Seine ehemalige Frau, Clary’s Mutter, hatte ihm selbigen vor vielen Jahren gestohlen und versteckt. Nun hat er sie entführt, um den Kelch endlich wieder ausfindig zu machen. Clary will ihre Mutter unbedingt retten. Immer an ihrer Seite: der widersprüchliche Jace, der sich hinter Hochmut verschanzt. Doch Clary lässt nicht locker, reißt die Mauer um ihn herum immer etwas stärker ein und stolpert dabei über immer weitere Facetten der Schattenwelt. Bis sie schließlich Valentin selbst gegenüber steht.



Exquisite Rollenbesetzung

Nach Harry Potter und den Twilight-Verfilmungen soll mit City of Bones – Chroniken der Unterwelt nun eine neue Fantasygeschichte die Kinosäle und -kassen füllen. Dafür fahren die Produzenten Robert Kulzer und Don Carmody schweres Geschütz bei der Besetzung auf: In den Hauptrollen finden wir Lily Collins als Clary (spielte schon mit Julia Roberts & Taylor Lautner), Jamie Campbell Bower als Jace (ebenfalls Teil der Twilight Reihe), Jonathan Rhys Meyers als Valentin (The Tudors!), Lena Headey als Jocelyn Fray (Game of Thrones) und Jared Harris als Hodge (Sherlock Holmes, u.v.m.). 

Das zahlt sich auch aus, denn über schlechte Schauspieler in wichtigen Rollen der Handlung kann bei jeglichem Hang zur ausführlichen Kritik nun wirklich nicht geredet werden. Zwar hatte ich ursprünglich wegen Lily Collins Bedenken, doch seit Abducted mit Taylor Lautner hat sie eine enorme Entwicklung an den Tag gelegt. Sie spielt Clary exakt so, wie ich sie mir beim Lesen des Buches vorgestellt hatte. Das Starpotenzial wurde Lily Collins übrigens quasi in die Wiege gelegt: die britische Schauspielerin ist die Tochter von Phil Collins.

Übertroffen wird sie allerdings durch Jamie Campbell Bower in der Rolle des Jace Wayland. Die Rolle ist eine abstrakte Mischung aus Draufgänger, möchte-gern Herzensbrecher, normaler Teenager, Jäger mit viel Kalkül und ausgewachsenen Psychosen aus seiner Kindheit. Was sehr komplex erscheinen mag, funktioniert bei Jamie Campbell Bower einfach – seine Rolle als Jace Wayland nimmt man ihm als authentisch ab.

City of Bones Kritik
Jared Harris als Hodge leitet das Institut, das die Schattenjäger in New York City beheimatet.

Umsetzung: Top oder Flopp?

Mit dem Regisseur Harald Zwart ist kein Unbekannter die graue Eminenz hinter den Kulissen, aber auch kein ausgefeilter Regie-Star. Das muss nicht unbedingt negativ sein, frisches Talent belebt die Kreativität bei der Umsetzung.

Die Herausforderung bei der Verfilmung der Cassandra Clare Bücher liegt natürlich nicht zuletzt darin, dass ihr Schreibstil ein sehr deskriptiver ist. Damit dominieren Dialoge nicht. Um laut eigener Aussage der Produzenten so nah wie möglich am Buch zu bleiben, ist auch der Film stark von visuellen Eindrücken statt auditiver Wahrnehmung geprägt. Das wiederum ist nicht für jeden Zuschauer der optimale Weg, doch sind wir ehrlich: alle Zuschauer zufrieden zu stellen, ist sowieso nicht möglich.

Wie jede Geschichte hat auch diese essenzielle Schlüsselszenen im Buch. City of Bones hat davon so viele, dass es nicht leicht gewesen sein kann, sie alle sinnvoll im Film zu integrieren. Das ist dann auch nicht wirklich gelungen. Bestimmte Szenen, als Clary beispielsweise entdeckt, dass sie eigene Runen erfinden kann, werden zwar umgesetzt. Aber sie erhalten so wenig Unterstützung durch erklärende Dialoge, dass sie in ihrer Wichtigkeit nicht wirklich wahrgenommen werden. Vielleicht hätte man hier dem Buch doch etwas fern bleiben sollen.

Die bildhafte Darstellung im Hintergrund ist klein, aber fein. Spezialeffekte wirken nicht überladen, funktionieren aber und integrieren sich gut in die Gesamtleistung. So hat der Zuschauer auch nicht den Eindruck, dass durch Effekte von der eigentlichen Handlung abgelenkt werden soll. Besonders hervorzuheben sind die Gebäude. Kein Jux, das Institut und die Stadt der Gebeine sind rundum perfekt gelungen und geben dem Film als authentischer Hintergrund noch den letzten Schliff.

… dass der Film abseits jeder 3D Technik bleibt, ist ebenfalls ein äußerst positiver Randfaktor.

Was bleibt?

Der Film ist definitiv für ein Publikum bis etwa 20 Jahre intendiert. Das ältere Publikum dürfte sich an den leicht kitschig aufgemachten romantischen Szenen deutlich stören. Beispielsweise, wenn die Mitternachtsblüte zu einem schnulzigen Popsong erblüht, dessen Lautstärke während des rein zufälligen Kusses ‚dramatisch‘ anschwillt. Das ist dann aber schon okay so, denn für euch ist der Film auch nicht gemacht. 
Zum Anderen: ich persönlich hatte vorher das Buch, beziehungsweise die komplette Reihe gelesen. Die Frage, inwiefern sich die Wahrnehmung ändert, wenn dem bei euch nicht so ist, muss leider offen bleiben.
Was den Gesamteindruck ruiniert, sind die deutschen Stimmen, wie leider schon fast üblich. Wer sich selbst gerne einen Gefallen erweisen mag, der schaue den Film im OT.

Bettina Riedel (academicworld.net)

City of Bones

Regie: Robert Kulzer und Don Carmody
Darsteller: Lily Collins, Jamie Campbell Bower, Jonathan Rhys-Meyers, Lena Headey und Jared Harris

Kinostart: 29. August 2013

Im Verleih der Constantin Film.

Mehr Informationen findet ihr auch auf Facebook!




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