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Buch

William Ryan: Russisches Requiem

William Ryan: Russisches Requiem

Russisches Requiem ist ein sehr spannender Politthriller, der im Russland des Jahres 1936 spielt. Eine junge Amerikanerin wird gefoltert, getötet und aufgebahrt in einer Kirche, gefunden. Ein Hauptmann der russischen Miliz wird mit dem Fall betraut und beginnt zu ermitteln.

Durch diesen Hauptmann bekommt man einen sehr schönen Einblick in die Situation Russlands zwischen den beiden Weltkriegen. Hochgradige Wohnungsnot, Armut, verbunden natürlich mit den Gepflogenheiten des Kommunismus, in dem keiner Privateigentum besitzen kann. Es herrschen Nahrungsmangel, Wut der Bevölkerung auf die Miliz und untereinander stehen Bespitzelungen und Anzeigen in Vordergrund.

Als eine 2. Leiche gefunden wird, ist klar, dass nicht nur russische Miliz, sondern auch russische Kriminelle, Tschekisten und Amerikaner in dem Fall verwickelt sind. Es handelt sich nicht um einen Serienmörder, sondern um einen Auftragskiller, der auf der Suche nach Informationen ist. Damit steht der Hauptmann plötzlich zwischen den Fronten, da er gegen seine eigene Regierung ermitteln muss und ist auf einmal selbst auf der Abschussliste. Jetzt benötigt er sogar die Hilfe der Kriminellen. Mehr erzähle ich nicht zum Inhalt, denn den Rest können Interessierte gerne selbst lesen.

Ich fand den Krimi sehr spannend, flüssig und leicht zu lesen. Einen Stern Abzug nur, weil der Autor eine äußerst schlecht zu erkennende Übersichtsstadtkarte von Moskau 1936 im Buchdeckel veröffentlicht hat, auf der man rein nichts erkennt. Diese Karte hätte ich nicht vermisst, wäre sie nicht vorhanden gewesen, aber wenn sie schon da ist, dann möchte ich auch etwas erkennen können.
Außerdem wäre es vielleicht angebracht gewesen, für alle Leser, die sich mit dem Kommunismus nicht auskennen,  ein paar Erklärungen einzufügen (ich hatte ja grade vor 2 Wochen "Sibirische Erziehung" gelesen und habe davon hier vieles wieder gefunden, diesmal nur von "der anderen Seite"). Deshalb für alle, die das Buch lesen wollen:
Tscheka = Ausserordentliche Allrussische Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution, Spekulation und Sabotage (Ein Dank an Wikipedia).

Regine Bacherle

432 Seiten

Heyne Verlag (2010)

Preis: 19,95

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Tom Kummer, der Faker

21 Fragen an: Tom Kummer

Tom Kummer arbeitete ab 1993 als Hollywood-Korrespondent für die Magazine der Süddeutschen Zeitung und des Tages-Anzeigers sowie als freier Journalist (unter anderem für Die Zeit, Der Spiegel, Frankfurter Allgemeine und Stern). Zudem ist der gebürtige Schweizer Autor mehrerer Bücher. Im Jahr 2000 löste Tom Kummer einen Presseskandal aus, als bekannt wurde, dass er zahlreiche Interviews mit Prominenten, die im SZ-Magazin erschienen waren, gefälscht hatte. 2010 drehte der Regisseur Miklós Gimes einen Dokumentarfilm namens "Bad Boy Kummer" über den umstrittenen Journalisten, der heute als Tennist...


Die Berufseinsteigerfrage

Wie geht man als Chef mit Mobbing um?

Die Berufseinsteigerfrage:

“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Heute: Warum steht auf Verpackungen immer "kann Spuren von Erdnüssen und anderen Nüssen enthalten"?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum steht auf Verpackungen immer "Kann Spuren von Erdnüssen und anderen Nüssen enthalten"?Antwort: "In der Tat machen sich viele Verbraucher über diesen Hinweis lustig, besonders wenn er auf Lebensmitteln wie Erdbeerjoghurt oder Pizza zu lesen ist. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass Erdnüsse und Nüsse bei Allergikern sehr starke Reaktionen auslösen können. Jedes Unternehmen will sich dagegen absichern, obwohl eigentlich nur die Zutaten deklariert werden müssen, die bei der Herstellung eines Lebensmittels verwendet werden. Industrielle Anlagen der Lebensmittelverarbeitung können aber in der Regel nicht so gereinigt werden, dass eine Verschleppung von Inhaltsstoffen von einem auf das andere Produkt völlig ausgeschlossen ist. Bei starken Allergikern reichen kleins...