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Karriereplanung

Wie wichtig die Weiterbildung der Mitarbeiter für ein Unternehmen ist

Der heutige Arbeitsmarkt ist geprägt von laufenden Veränderungen und einem stetigen Wandel. Gerade die demographische, technologische und ökonomische Entwicklung wird die Aus- und Weiterbildung künftig in deutschen Unternehmen vor großen Herausforderungen stellen. Wer als Unternehmen die Zeichen der Zeit erkennt und in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, profitiert in Zukunft von zahlreichen Vorteilen.

Zahl potentieller Bewerber sinkt

Immer wieder machen Medien sowie Menschen aus Politik und Wirtschaft auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam: die demographische Entwicklung. Laut Statistiken wird in den kommenden Jahren die Zahl der Schulabgänger deutlich sinken. Auch das Erwerbspersonenpotential soll bis 2050 um ungefähr 20 Prozent zurückgehen. Bereits heute haben zahlreiche Betriebe mit Engpässen bei Fachkräften zu kämpfen. Vom Ingenieur und Mathematiker bis hin zum Krankenpfleger und Klimatechniker - viele Stellen bleiben aufgrund des Fehlens qualifizierten Personals unbesetzt. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass sie auch weniger qualifizierte Arbeitskräfte integrieren und entsprechend qualifizieren müssen. Über entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen kann fehlendes Know-how in Betrieben vorgehalten werden.

Anpassung an technologischen Fortschritt erforderlich 

Unternehmen sehen sich aber auch der Globalisierung und dem technischen Fortschritt ausgesetzt. Kompetenzen müssen demnach den neuen Herausforderungen Schritt halten können und weiterentwickelt werden. Beispielsweise fallen Produktlebenszyklen angesichts neuer Technologien immer kürzer aus. Demzufolge müssen die Mitarbeiter kurzfristig zur Entwicklung neuer Technologien befähigt sein. Gleichzeitig nimmt auch die Bedeutung von Dienstleistungen zu, zumal diese immer mehr Produkte flankieren (z.B. Qualifizierung des Personals, Finanzierungs-, Transport- und Versicherungslösungen). Auch die zunehmende Internationalisierung ist nicht zu unterschätzen, welche den Unternehmen eine wachsende interkulturelle Kompetenz abverlangt. 

Hohe Kundenzufriedenheit

Die Weiterbildung der eigenen Angestellten kommt auch Kunden und Geschäftspartnern zugute. Studien konnten einen Zusammenhang zwischen Training für Mitarbeiter und der Kundenzufriedenheit feststellen. Eine effizientere Belegschaft vermag ihren Kunden effektiver zur Seite zu stehen, was zu einer verbesserten Servicequalität und einer bedarfsgerechten Kundenberatung führt. Auch der Wissenstransfer im gesamten Unternehmen ist nicht zu unterschätzen, zumal Fachwissen und Fähigkeiten unter Kollegen ausgetauscht werden. 

Leichtere Akquisition und Mitarbeiterbindung

Viele Angestellte sehen Weiterbildungsmöglichkeiten auf dem heutigen Arbeitsmarkt als einen Hauptentscheidungsgrund dafür an, bei einem Unternehmen zu bleiben oder diesem beizutreten. Ist der Arbeitnehmer der Ansicht, dass dem Arbeitgeber seine persönliche Entwicklung wichtig ist, erhöht dies Engagement und Loyalität. Die Folge dieser Wertschätzung sind rückläufige Kündigungen und Fluktuation bei der Belegschaft. Untersuchungen gehen davon aus, dass die Arbeitnehmerbindung durch Trainingsmöglichkeiten um bis zu 70 Prozent erhöht werden kann. Das Unternehmen muss insgesamt deutlich weniger in die Akquisition neuen Personals investieren und wird für potentielle Arbeitnehmer attraktiver. Und je besser das Image und die Reputation des Arbeitgebers durch ein umfangreiches Weiterbildungsangebot sind, desto leichter gelingt der Rekrutierungsprozess. 

Risikomanagement

Betriebliche Weiterbildung hilft dabei, dem Unternehmerrisiko vorzubeugen. Denn Gesundheits- und Sicherheitstrainings reduzieren arbeitsbedingte Krankheiten und Verletzungen. Sinnvoll sind beispielsweise Weiterbildungsmaßnahmen, die auf den korrekten Umgang mit Gefahrstoffen abstellen. In einem Kurs, wie er etwa von der Akademie Herkert angeboten wird, lernen die Teilnehmer in nur zwei Tagen die Inhalte der Gefahrstoffverordnung kennen und werden zum Gefahrstoffbeauftragten ausgebildet. 

Formen der Weiterbildung

Das Angebot an Weiterbildungen ist in Deutschland vielfältig. Grob lassen sich die Weiterbildungsmaßnahmen in Inhouse, also der maßgeschneiderten Weiterbildung im Betrieb, und Extern über spezialisierte Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung unterscheiden. Die häufigste Form ist die klassische Lernmethode in einem Kurs, Seminar oder Vortrag, wie sie auch von zahlreichen Instituten angeboten wird. Lernwillige können hierbei Volkshochschulen oder Akademien besuchen und auch am Wochenende und berufsbegleitend an Seminaren teilnehmen. Daneben gibt es die Möglichkeit eines Fernunterrichts/-studiums und Bildungsreisen im Ausland. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich auch das E-Learning, wo die Präsentation und Distribution des Lernstoffs mit Hilfe elektronischer Medien (Computer, Internetplattform, E-Mail etc.) erfolgt. Beim "Training on/near the Job" findet die Weiterbildung dagegen in der eigenen Firma statt. 

Die Wirtschaftswoche hat hierzu einen sehr empfehlenswerten Artikel über die Weiterbildungstrends veröffentlicht.




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Angelika W. (25) aus Hamburg schreibt uns: Nach meinem BWL-Studium habe ich einen Traineeship begonnen. Das Arbeitsklima unter den Kollegen ist super und die Arbeit macht mir Spaß. Anders sieht das Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeitern aus. Wir bekommen für unseren Einsatz nur wenig Anerkennung. Ich bin neu in der Firma und habe Angst meinen Job zu verlieren, wenn ich Kritik gegenüber meinem Chef äußere. Wie soll ich mit dem Konflikt umgehen?


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