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Wissenschaft und Forschung

Wie teuer darf Wissen sein?

Wissenschaftler publizieren für lau - aber Wissenschaftsverlage scheffeln Geld ohne Ende. Der Unmut der Forscher und der Unibibliotheken richtet sich vor allem gegen den britisch-niederländischen Verlag Elsevier.

Verlagsboykott in der Wissenschaft

Will der junge Wissenschaftler vorankommen, ist eines besonders wichtig: Publikationen in renommierten Fachzeitschriften. So weit so gut. In früheren Zeiten - vor Existenz des Internets beispielsweise - war dies die einzige Möglichkeit, um neue Erkenntnisse und Entdeckungen über die eigene Universität hinaus bekannt zu machen. Die Verlage und ihre Zeitschriften hatten somit eine wichtige Stellung als Multiplikatoren des Wissens.

Diese Funktion hat sich mittlerweile eigentlich erübrigt. Jeder kann seine wissenschaftlichen Aufsätze theoretisch einfach online als "Open Access" zur Nutzung freigeben. Einige Universitäten rufen ihre Forscher mittlerweile auch schon dazu auf. 

Doch was dabei oft auf der Strecke bleibt ist die Qualitätskontrolle. So jedenfalls lauten die Vorwürfe. Nur bei den Fachzeitschriften sei eine qualitativ hochwertige Sichtung und Bewertung der Beiträge gewährleistet. Denn nur in der Zusammenarbeit von hochklassigen Autoren, Gutachtern und Herausgebern könne die Qualität garantiert werden. Dabei sollen aber möglichst alle drei Parteien ehrenamtlich und somit kostenlos arbeiten.

Es verdient also nur der Verlag - der aber ganz ordentlich, schließlich kosten die Abonnements, über welche die Hochschulen die Fachzeitschriften dann wieder beziehen, eine Menge Geld. In den letzten Jahren hat sich das Ganze allerdings in wahnwitzige Dimensionen gesteigert. Nicht mehr nur umsonst sollen die Autoren publizieren, nein, um den Abdruck zu ermöglichen, sollen sie auch noch aus eigener Tasche den Verlag finanziell unterstützen. 

Einer der Großverlage, die mit den wissenschaftlichen Fachpublikationen gute Umsätze machen, ist das britisch-niederländische Unternehmen Elsevier. Gegen diesen Monopolisten formiert sich jetzt eine Revolte der Wissenschaftler. Angezettelt hat diese der britische Mathematiker Timothy Gowers von der Universität Cambridge. Über 8.600 Wissenschaftler aus aller Welt haben sich mittlerweile auf der Seite thecostofknowledge.com registriert und damit verkündet, dass sie künftig nicht mehr mit Elsevier zusammenarbeiten wollen.


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