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TV/DVD/Game

Wenn fünf sich streiten ...

... sterben mindestens vier. Eigentlich will Matt Scudder den Fall nicht annehmen – sein potenzieller Kunde ist Drogendealer. Oder wie der es sieht: ein ‚trafficker‘, dessen Ehefrau entführt und ermordet wurde. Scudder soll die Täter finden und der ‚Gerechtigkeit‘ des Witwersüberlassen. Das klingt so natürlich nicht nur zu einfach, sondern ist es auch – und Scudder schon längst mittendrin gefangen.

Opfer gibt es mehr als nur eines ...
Was versteckt Kenny?
Gruslige Schauorte sorgen für mindestens genauso viel gruslige Stimmung beim Zuschauer.

Acht Jahre ist es her, dass Matthew Scudder (Liam Neeson) den Polizeidienst quittierte. Zum quittieren gezwungen war, da er ein unschuldiges Kind bei einer Verfolgungsjagd getötet hat - und Alkohol im Blut hatte. "Danach war das Trinken einfach nicht mehr so witzig", erzählt er in  seinen AA-Treffen. 

Inzwischen verdient er seinen Lebensunterhalt als Privatermittler (ohne Lizenz), hat dem Alkohol entsagt und lebt zurückgezogen. Ohne Lizenz heißt: Er erledigt Gefasllen, andere Menschen schenken ihm Geld dafür. Das sind die Ruinen, in denen Scudder existiert, als er von dem Drogendealer Kenny einen Auftrag erhält: Er soll die Männer ausfindig machen, die dessen Frau gekidnappt und brutal ermordet haben.

Bei der Klientel ist es nicht verwunderlich, dass sein Weg ihn tief in die Unterwelt von New York führt. Langsam offenbart sich, dass die Entführung nicht die einzige war, sondern Teil einer ganzen Serie äußerst gewalttätiger Straftaten – immer mit tödlichem Ausgang. Scudder sieht sich auf seiner Suche nach Gerechtigkeit gezwungen, selbst die Grenzen des Gesetzes zu überschreiten, während die Täter bereits ihr nächstes Opfer ins Visier nehmen ...

Seit dem 26. März als DVD, BluRay und Digital erhältlich.

Die Kritik

Moment mal: Ex-Cop, alleinstehend, der Charakter basiert auf einem Buch – handelt es sich etwa um  eine Kopie der Jack Reacher-Reihe? Keineswegs. Liam Neeson ist nicht der Typ „harter Ex-Militär“, sondern ein verlorener Typ, der sich halb treiben lässt und seinen Lebensunterhalt irgendwie verdienen muss, halb seiner ursprünglichen Moral folgt. Der darüber hinaus wesentlich besser schauspielert als Tom Cruise. (Was der Buchreihe keinen Abbruch tun soll.) Eins zu Null also für WALK AMONG THE TOMBSTONES.

Wenn Sebastian Roché, der Yuri spielt, seinen grottenschlechten russischen Akzent kund tut, gerät der Film sogar noch zu einer unfreiwilligen, dafür umso besseren Comedy. Dan Stevens dagegen entkommt endlich seinem Image aus der Serie „Downton Abbey“ und mimt ziemlich überzeugend den Trafficker Kenny. Smooth würde man vermutlich dazu sagen, alternativ vielleicht einfach „schmucke Type“? Glatt(-gekämmt, -rasiert, …) macht er aus einem Drogendealer einen stillen Typ im Hintergrund, der weiß was er möchte und auch genau, was er getan hat … Das schürt Spannung, denn offenbar ist noch längst nicht jede karte auf dem Tisch! Ebenfalls erwähnenswert: der Soundtrack, inklusive einer neuen Version Black Hole Sun von SWANN.

Ein Film, der mit einem überraschenden Ende aufwarten kann und neben einem heldenhaften Anti-Helden klassische Krimi-Elemente mit Witz, rauem Charme und dem gewissen Bisschen Beklemmung am Ende des Films vereint. Tolles (Heim-)Kino!


Bettina Riedel (academicworld.net)

A Walk Among The Tombstones / Ruhet in Frieden

Regie: Scott Frank
Darsteller: Liam Neeson, Dan Stevens, Boyd Holbrook,  David Harbour, Maurice Compte




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