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Historische Romane

Wenn einer eine Reise tut …

… dann kann er was erleben. General Vallon und seine Männer erleben ab dem Jahr 1081 so einiges auf ihrer Reise (potenziell ohne Wiederkehr). Ihr Ziel: China. Der Zweck: Geheimnisvolle Waffen für den Kaiser erhaschen. Mission Impossible?

Das Jahr ist 1081 und wie überall auf der bekannten Welt brechen auch rund um Konstantinopel kleine Konflikte zwischen den vielen verschiedenen Völkern des Schmelztigels aus. Eines Tages kommt es zu einer großen Schlacht bei Durazzo. Unter Einsatz seines Lebens rettet der fränkische Kommandeur Vallon den Kaiser Alexios I. vor dem sicheren Tod. Eine Leistung, für die er zum General befördert wird. Jetzt macht sich jedoch ungünstig, dass die Geschichtsschreibung diese Version der Ereignisse anders weiter erzählen möchte. Denn der Kaiser ist gottgleich und sein Leben darf keinesfalls von einem Normalsterblichen beeinflussbar sein. Also wird der von der Politik ungeliebte General auf eine Mission geschickt - die zum Scheitern verurteilt scheint. Auch Vallon sieht das so und geht davon aus, dass er weder China erreichen wird, noch jemals zu seiner Familie zurückkehren wird. Selbst wenn er und seine Männer dort diese sagenhafte Waffen finden, die in Konstantinopel als Feuerschwert bekannt sind …

Auf dem Weg über das Schwarze Meer und den Kaukasus, über das Kaspische Meer und durch Tibet werden Vallon und seine treuen Gefährten von Piraten verfolgt, von Banditen angegriffen und gar als Sklaven gefangengenommen. Als sie endlich am Ziel sind, hat die Welt sich verändert und nichts ist mehr so, wie es einmal war...

Die Kritik


"Schwert und Feuer" ist ein Buch, das sich inhaltlich sehr in die Länge zieht. Der Schreibstil ist sehr gedehnt und vergleichsweise flach in der Wortwahl, sodass dieser Effekt noch verstärkt wird. Beispielsweise dauert es knapp 170 Seiten, bis die Expedition überhaupt startet. Vermutlich soll das dazu dienen, dass die Hauptcharaktere etabliert werden sollen. Hier stößt der Leser aber direkt auf den nächsten Knackpunkt.

Der General Vallon als unangefochtener Hauptcharakter ist nicht nur unbewandert in byzantinischer Politik, sondern insgesamt ein recht stumpf wirkender Typ. Seine dargestellten Gedanken sind simpel, beinahe tölpelhaft. Er ist kein aufgeweckter Typ und es wirkt, als wäre er recht oberflächlich.  Er zwar Held eines Buchs, aber einer ohne Sympathien. Ein großer Teil des Lesespaßes geht also hier schon flöten.

Bisweilen wirkt der Schreibstil nahezu holprig, denn nach einer flüssigen Passage stolpert der Leser über einen nicht passend formulierten Satz. Das wiederrum führt zu einem kleinen Maß Irritation beim Lesen, denn so wirkt die Handlung angestrengt und stark konstruiert.

Hervorzuheben ist in diesem Fall leider auch der Preis. 19.95 € sind vollkommen angemessen für gebundene Bücher. Aber nicht für Taschenbücher, wie "Schwert und Feuer" es sind.

Natürlich muss es unfassbar schwer sein, ein Buch über diese Zeit zu schreiben. Immerhin reden wir von 1081 - nicht etwa das Mittelalter, von dem so viel mehr bekannt ist. Es erfordert also viel mehr Recherche und am Ende immer noch viel Phantasie, um die Erzählung einigermaßen realistisch erscheinen zu lassen. Das ist eine Leistung, die man würdigen sollte.
Insgesamt kann „Feuer und Schwert“ aber leider nicht überzeugen, denn die etwas über 700 Seiten erfordern Geduld und Durchhaltevermögen.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Feuer und Schwert. Robert Lyndon.
Wunderlich. 19,95 Euro.




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