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TV/DVD/Game

Wenn die Hotelerbin mit dem Kellner ...

... dann könnte daraus ein handfester Skandal werden, vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts. Deswegen konzentriert der Kellner Pietro sich lieber darauf, seine aus dem Grand Hotel Imperial verschwundene Schwester zu suchen. Angeblich wurde ihr gekündigt, doch dann taucht ihre blutbefleckte Kleidung auf ...

Die Besitzerin Viktoria Adelbrand gibt gerne vor, alles im Hotel im Griff zu haben.

Es ist über einen Monat her, dass Pietro einen Brief von seiner Schwester erhielt. Seiner dunklen Ahnung folgend reist er in das Grand Hotel Imperial in Südtirol, wo sie zuletzt angestellt war. Schnell findet er heraus, dass sie unter mysteriösen Umständen verschwand. Um seinen Nachforschungen Raum zu geben, lässt er sich als Saisonkraft anheuern und verdingt sich ab sofort als Kellner im Grand Hotel Imperial. Dort lernt er die schöne und kluge Hotelerbin Adele kennen - die auch irgendwie von ihm fasziniert scheint. Doch bald ist sie verlobt, noch dazu mit dem Hotelchef. Denn während vorneherum im Hotel alles glänzt, sind die Finanzen im Hintergrund alles andere als golden - und die Familie längst vom Hotelchef abhängig. Stück für Stück schält sich die Wahrheit aus der Dunkelheit, als blutbefleckte Kleidung gefunden wird, abgerissene Stoffknöpfe und mysteriöse Erpresserbriefe auftauchen ...

Doch hinter geschlossenen Türen geht viel vor sich, wovor sie keine Ahnung hat. Besonders delikat: Das vom zukünftigen Schwiegersohn geschwängerte Kindermädchen. Alle Bilder: polyband

Die Kritik

Die Zeit Anfang des letzten Jahrhunderts ist eine faszinierende - das fängt die Serie gut ein, denn sie fängt ja schon mal mit dem Thema Elektrizität an. Das versetzt den Leser einerseits geistig in die richtige Zeit, aber das gewählte Beispiel ist vielleicht auch etwas platt und wenig originell. Aus der verschwundenen Schwester scheint schnell ein Kriminalfall à la Sherlock zu werden: Es braucht altmodische Spuren, Grübeleien und logische Konsequenzen, um den potenziellen Mörder zu finden. Das gefiel mir sehr gut, denn oftmals überlagert in modernen Thrillern zu viel Action die eigentliche Handlung.

Manchem Zuschauer mag der Plot bekannt vorkommen - da habt ihr recht, denn die Serie wurde bereits mit mehreren Staffeln verfilmt. Warum es hier bei einer blieb, ist mir momentan nicht bekannt. So blieb es bei 12 Episoden, die sich vor allem um die verschwundene Schwester Pietros drehen. Dieser Fall ist tatsächlich recht undurchsichtig, was die Spannung hoch hält und den Figuren die Möglichkeit gibt, eigene Nebenhandlungen einzuführen. Natürlich erhofft man sich die Romanze zwischen Adele und Pietro, doch in der Zeit damals waren Familienabsprachen hinsichtlich der Hochzeiten gar nicht ungewöhnlich - von daher, wer weiß?

Wenn das Motiv dieses Handlungsstrangs auch wenig Neues bietet, macht es Spaß, den beiden Figuren zuzuschauen. Denn hinter Pietro versteckt sich eine gehörige Portion Schneid und Schalk, das macht ihn super sympathisch. Das alles läuft auf die Frage "Geld und keine Liebe" oder "Arm aber verliebt" hinaus. Famit ist eines ganz offensichtlich - Hotel Imperial ist eher eine "Mädels-Serie".

Die Schauspieler dürften den meisten Serien-Guckern recht unbekannt sein und vielleicht tut gerade das der Serie gut, denn so sind ihre Gesichter nicht vorbelastet. In ihrer Leistung stehen sie ihren bekannten Kollegen in keinster Weise nach, denn sie finden sich super in ihre Rollen ein und geben der Geschichte rund um Caterina Neri den finalen Schliff.

Das Fazit? Eine Serie, die wenig überrascht, aber angenehm unterhält. Für lauschige Winterabende auf dem Sofa auf jeden Fall geeignet!


Bettina Riedel (academicworld.net)

Hotel Imperial, 12 Episoden
= gesamte Serie

Ab dem 25. November als BluRay und DVD im Vertrieb von polyband im Handel erhältlich.




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