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KARRIERE

Berufseinstieg in kreativen Start-ups

Wer kennt das nicht? Der Lieblingsgürtel will einfach nicht zum Outfit passen, das man sich gerade in den Kopf setzt. Ein Start-up aus St. Pauli hat die Lösung: wechselbare Designs für Gürtelschnallen. Einer der beiden Gründer – Sebastian Schäder – erklärt das Konzept auf academicworld.

Sebastian und Edin, die beiden Gründer von Wechselwild

Die Idee war einfach: Gürtelschnallen mit wechselbaren Designs. Immer passend zum Outfit und zum Anlass – dann noch zum Selbst gestalten – das musste einfach funktionieren. Der Proof des Rockefeller-Prinzips war in vielen Beispielen bereits erbracht worden, siehe Tintenstrahldrucker, Rasierklingen oder Kaffeepadmaschinen. Durch das Packaging, das für weitere Designs als Sammelbox dient, verstärken wir diesen Effekt ohne den Marketing-Dampfhammer schwingen zu müssen.

Die Designs der Wechselbilder entstehen in der dazugehörigen Community. Jeder Artist, der bei uns seine Designs veröffentlicht, verdient durch den Verkauf Guthaben für unseren Shop. So vermarktet die Community sich selbst und damit unsere Produkte. Um die Multiplikation unserer Artists weiter zu verstärken ist angedacht, im laufenden Jahr die Option zur Auszahlung des Guthabens anzubieten.

Wir fertigen jedes Wechselbild on Demand auf Bestellung. Deswegen können wir neben den professionelleren Designern auch dem gewöhnlichen Individualisten oder engagierten Schenker die Möglichkeit geben, individuelle Accessoires mit dem Besonderen Etwas zu bieten – Stichwort Mass Customization.

Von der Gürtelidee zur eigenen Schmuckkollektion

Wechselwild ist zunächst lediglich mit einem Gürtelmodell gestartet. Nach den Erfahrungen die wir damit in PR, Vertrieb und beim Marketing gemacht haben war klar: es gibt dankbarere Produktgruppen als Gürtel. Deswegen arbeiten wir aktuell unter anderem an einer Schmuckkollektion, mit der wir die weibliche Zielgruppe und Kanäle wie DaWanda, Lookbook und einschlägige Fashionblogger einfacher erschließen können. Es gibt einige Punkte, die bei der Konzeption und dem Design der Schmuckkollektion eine tragende Rolle gespielt haben, um die ganze Stärke unseres Produktkonzeptes auszuspielen: Preisgestaltung im Modeschmuckbereich, um möglichst viele potenzielle Wechselbild-Sammler zu erschließen; viele Produktvariationen (Farbe, Material), die nachgekauft werden können, wenn man schon eine bestehende Sammlung von Wechselbildern hat. Außerdem sind die Wechselbilder kompatibel zu verschiedenen Produkten, zum Beispiel zu Ring und Kette. Hat man sich einmal Ring und Wechselbilder gegönnt, kann man sich später auch die passende Kette dazu kaufen. Alles ist Made in Germany und Designed in St. Pauli und wird auch so kommuniziert. Schlussendlich die konsequente Erweiterung der Modellnamen. Jedes neue Produkt erhält den Namen eines Tieres (Wechselwild ;) ).

Gürtel mit Wechselbildern, Made by Wechselwild.


Marketing bei Start-ups


Als Start-up standen wir von Anfang an vor der Herausforderung, ohne großes Marketingbudget Reichweite zu generieren. Dabei hatten wir das Glück, dass Idee und Produkt durchweg überzeugt und meistens begeistert haben. Dadurch haben wir auch über verschiedene Social Media-Kanäle gute Möglichkeiten, Reichweite aufzubauen. Bei uns bedeutet die Herausforderung im Marketing also: improvisieren, begeistern, machen. Authentizität, ungefilterte Einblicke ins Geschehen und Kommunikation auf Augenhöhe sind für uns selbstverständlich.

Improvisation bedeutet bei uns auch, sich Kanäle zu erschließen. Dazu starten wir zum Beispiel bald ein Nebenprojekt, bei dem wir Instagramer für unsere Produkte begeistern wollen. Bei Collectagram (www.collectagram.net) wird es möglich sein, sich mit dem Instagram-Account anzumelden und seine Instagrams als Wechselbild zu bestellen. Das wird bereits bei der Konzeption der Schmuckkollektion und der nächsten Cap berücksichtigt.

Wir haben noch viele weitere Pläne. Für Wechselwild ist 2013 das Jahr des Umbruchs. Falls sich also ein Entwickler oder ein Marketing-Genie unter den Lesern findet – wir sind noch dabei, unser Gründerteam zu komplettieren ;) …




Die Berufseinsteigerfrage

Welche Unternehmenskultur ist die richtige für mich?

Die Berufseinsteigerfrage:

Irina M. (27) aus Frankfurt schreibt uns: Ich bin kein direkter Berufseinsteiger mehr, sondern seit 13 Monaten in meinem ersten Job. Mein Arbeitgeber ist ein großes Unternehmen und das Renommee der Firma war für mich auch entscheidend, dort anzufangen. Jetzt hat sich aber deutliche Ernüchterung breit gemacht. Denn es geht nicht mehr um die Aufgaben, sondern darum, sich intern permanent abzusichern. Überall müssen Reports vorgelegt werden, für jede Nichtigkeit werden 20 Kollegen in cc. gesetzt. Ich habe das Gefühl, dass meine Eigeninitiative verkümmert und ich langsam eine gewisse Beamtenmentalität an den Tag lege. Mehrere erfahrene Kollegen meinten jetzt, die Praxis der ineffizienten Überkommunikation sei generelles Markenzeichen der Großkonzerne. Würde dies stimmen, müsste ich mich ganz neu orientieren. Können Sie diese "Absicherungskultur" in den Großkonzernen als Standard bestätig...


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In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Bei jedem sportlichen Großevent purzeln die Weltrekorde – wann ist die Grenze menschlicher Leistungsfähigkeit denn mal erreicht?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Bei jedem sportlichen Großevent purzeln die Weltrekorde – wann ist die Grenze menschlicher Leistungsfähigkeit denn mal erreicht?Antwort: Die schnelle und einfache Antwort lautet: Vermutlich nie. Nichts spricht dafür, eine prinzipielle Grenze menschlicher Leistungsfähigkeit zu unterstellen. Das ist durchaus vergleichbar mit alten erkenntnistheoretischen Debatten: Nichts spricht dafür, eine prinzipielle Grenze menschlicher Erkenntnisfähigkeit zu unterstellen.Die umwegige und begründete Antwort könnte skizzenhaft wie folgt lauten: Sport zu treiben, ist kein bloß automatisiertes, im Prinzip kalkulierbares und insofern auch von Maschinen vollziehbares Verhalten, sondern eine kulturelle Tätigkeit. Das hat Konsequenzen in zwei Richtungen: Zum einen ist eine sportliche Leistung, insbe-sonde...