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Studenten fragen Professoren

Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

© jürgen heimerl / pixelio.de

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören.

Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairische und das Englische ein altes germanisches Wort fort, das in Norddeutschland nie üblich war, so wie "to kindle" für "anzünden" – im bairischen "kentn" oder dem englischen "breeches", was "Hose" bedeutet, während das bairische "Bruach" ein altes Wort für die Lederhose ist.

Aber das betrifft nicht nur das Bairische. Jeder deutsche Dialekt hat zufällige Übereinstimmungen mit dem Englischen. Der schweizerische "Zischtig" (Dienstag) etwa ist mit dem englischen "Tuesday" verwandt. Im Plattdeutschen ist es noch viel auffälliger, da gibt es etwa "Saterdach" (Saturday) und "Wonsdach" (Wednesday). Genauso gibt es aber in Großbritannien Gegenden, da heißt "nehmen" in der Mundart "nim" und "starve" bedeutet nicht hungern, sondern sterben schlechthin.

Auch die doppelte Verneinung ist den germanischen Sprachen eigen und lebt im Englischen wie in den Dialekten weiter. Wie etwa in "we don’t need no education" oder "ich habe keinen Dackel nicht gesehen". Unter dem Einfluss des Lateins haben die geregelten Schriftsprachen sie aber meist aufgegeben.

Die Gemeinsamkeiten gehen also in aller Regel auf eine alte Sprachverwandtschaft zurück.

Daneben gibt es ein paar englische Lehnwörter im Dialekt. "Fesch" zum Beispiel geht auf das englische "fashionable" zurück.

Heutiger Spezialist: Prof. Dr. Anthony Rowley, Leiter der Mundartforschungskommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Professor für Germanistik an der LMU München. Vielen Dank!

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