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Technologie

Wachstumsmarkt "Games"

Neue Spielmacher braucht das Land

Gute Ausbildung ist auf dem Spielemarkt gefragt - weil sich auch die Optik weiterentwickelt hat. © Bumm13/Wikipedia.org

In der deutschen Gameindustrie hat sich in den letzten Jahren viel getan. Der im Vergleich zu anderen Ländern noch relativ unterentwickelte deutsche Markt zeigt eine große Wachstumstendenz und gibt Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft der Branche. Mit 2,4 Milliarden Euro Umsatz (2009) hat die deutsche elektronische Spiele-Industrie, welche PC-, Konsolen- und Onlinespiele umfasst, die einheimische Film- und Musikbranche überholt und sich in Europa als größter und attraktivster Markt der Spiele-Industrie etabliert.

Deutschland als Technologiestandort wird daher auch für internationale Unternehmen, im Sinne von Niederlassungen und Tochterunternehmen, zunehmend interessanter. Für ausländische Unter-nehmen ist besonders die deutsche Marktstruktur von Interesse, die von vielen kleinen Firmen dominiert wird und von keinen Monopolunternehmen mit großen Marktanteilen besetzt wird. Zudem bietet Deutschland mit 62 Millionen Internetnutzern einen starken Onlinemarkt, von dem sich gerade der boomende Onlinespiele-Sektor neue Absatzchancen erhofft. Für internationale Firmen sind auch die erstklassig ausgebildeten Fachkräfte interessant, die in Deutschland zur Verfügung stehen. Da aber auch Deutschland selbst gerade großen Bedarf an Nachwuchsfachkräften hat, sind hochqualifi-zierte IT´ler Mangelware. Dementsprechend sieht es für die kommende Generation an Informatikern auf dem Arbeitsmarkt sehr gut aus, weil sie national und international sehr gefragt sind.

Nach Aussage der Geschäftsleitung der Münchner Spinor GmbH, Entwickler der Game-Engine Shark 3D, "stehen deutsche Gamefirmen im internationalen Wettbewerb", weswegen die Anforderungen an die Qualität zunehmen und sich das natürlich auf die Kosten auswirkt. "Neue Chancen ergeben sich aus dem Übergang von der klassischen Spieleprogrammierung zum Game-Authoring", berichtet Folker Schamel, Diplom-Physiker und Geschäftsführer der Spinor GmbH, was neue, kreative Köpfe erfordert und die Nachfrage nach talentierten Fachkräften steigen lässt.

Durch die hohe Qualität in der technischen Ausbildung, die durch die Universitäten, Fachhochschulen und das duale Ausbildungssystem gewährleistet wird, bietet Deutschland die Möglichkeit eine hochqualifizierte Fachkraft zu werden. Inzwischen gibt es mehrere Hochschulen, deren Studiengänge ganz gezielt auf Gameentwicklung zugeschnitten sind. Um ein Spiel zu entwickeln braucht man eben nicht nur gute Ideen, sondern auch gut ausgebildete Gamedesigner und -producer. Folker Schamel erklärt, dass für Programmierer sehr gute und praxisorientierte Informatikkenntnisse notwendig seien. "Kenntnisse im Bereich Computergrafik sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Neben der Grafikprogrammierung", betont Schamel, "welche bei Computerspielen nach wie vor ein zentraler Aspekt ist, spielen Gamelogik, Physik und Multiplayer und vor allem auch die Toolpipeline eine immer zentralere Rolle. Die Entwicklung einer Engine unterscheidet sich von der Entwicklung eines Spieles recht grundlegend, da Softwaredesign und Wiederverwertbarkeit eine deutlich höhere Bedeutung haben." Die Spinor GmbH hätte nicht nur mit Informatikern, sondern auch mit Physikern und Mathematikern sehr gute Erfahrungen gemacht.

Speziell für die Entwicklungsstudios der Gameindustrie werden neue hochqualifizierte Spieleentwickler gesucht, die neben Fachwissen auch Motivation besitzen. Die Mitarbeiter sollen am Unternehmen mitwirken, andere Bereiche kennen lernen und neue Ideen bei Projekten einbringen. Es werden junge, begabte Kreativköpfe gebraucht, die auf der Suche nach Herausforderung und höheren Zielen sind. Die Teams in den Entwicklungsstudios setzen sich aus verschieden spezialisierten Fachkräften zusammen, die gemeinsam meist über mehrere Jahre ein Spiel entwickeln. Produzenten und Publisher sind für die finanziellen Aspekte, rechtzeitige Projektdurch-führung sowie für die Veröffentlichung zuständig. Die Idee und den Hintergrund des Spieles, vergleichbar mit einem Drehbuch, liefert der Gamedesigner und umgesetzt wird diese von Programmierern und Grafikern. Die Programmierer bauen das Computerspiel mit Hilfe eingekaufter oder selbst entwickelter Game Engines und entwickeln für das Spiel benötigte Tools, Plug-Ins, Editoren und Animationssoftware. Grafiker kümmern sich um die optischen Inhalte, das Design und die sogenannten Leveldesigner erstellen die Umgebung und bauen die Charaktere ein. Auch Klangkulisse und Beleuchtung des Computerspiels sind Aufgaben des Leveldesigners.

Während es mehrere Teilbereiche in der Spielentwicklung gibt, auf die man sich spezialisieren kann, gibt es keine Ausbildung zum Spieleentwickler an sich. Die meisten Programmierer haben ein Informatikstudium oder eine ähnliche Ausbildung hinter sich, haben die Games Academy Berlin besucht oder als Quereinsteiger bei mehreren Projekten mitgearbeitet. Neben einer handvoll Hochschulen bietet die Games Academy in Berlin Studiengänge an, die auf die Arbeit im Bereich der Game-Industrie ausgerichtet sind.

Die Games Academy ist die erste Spezialschule für Computer- und Videospielproduktion im deutschsprachigen Raum. Der zweisemestrige Lehrgang zum Game Designer vermittelt Sachkenntnisse in den Bereichen Spieletheorie, Projektplanung und -gestaltung. Die Lehrgänge Game Artist und 3D-Programmierer sind für jeweils vier Semester ausgelegt. Da die sogenannten Game Artists für die komplette Umsetzung von der Idee über die Entwurfszeichnung hin zum fertigen Produkt verantwortlich sind, wird in der Ausbildung Wert auf die klassischen bildenden Künste Zeichnen und Modellieren gelegt und Fähigkeiten in Cartoonanimation und technischer Animation vermittelt. Im Studiengang 3D-Programmieren halten sich die Inhalte sehr an die klassische Informatik.

Wer eine fundierte Ausbildung oder ein Studium im Bereich IT beziehungsweise Informatik vorweisen kann, ist auf dem deutschen und internationalen Arbeitsmarkt sehr gefragt. Vor allem Hochschul-absolventen werden Fachhochschul- und Berufsakademieabsolventen vorgezogen. Um mit dem enormen Wachstum der Branche und den steigenden Ansprüchen an die Qualität mithalten zu können, haben die rund 200 Entwicklerstudios in Deutschland großen Bedarf an neuen hochqualifizierten Fachkräften mit Praxiserfahrung und Talent.

Zu den Arbeitgebern gehören neben den Entwicklerstudios Info- und Edutainment-Publisher, reine Games-Publisher und Verlage. Im Umfeld der Gamesindustrie bestehen außerdem Beschäftigungsmöglichkeiten bei Hardwareherstellern und Dienstleistern aus den Gebieten Computergrafik, Internet, Event-Management, Marketing, PR und Werbung sowie Merchandising, Presse und Unternehmensberatung.

Damit Deutschland mit dem internationalen Gamesmarkt Schritt halten kann, sind begabte neue Köpfe erforderlich. "Der entscheidende Erfolgsfaktor für deutsche Firmen ist international anerkannte Top-Qualität", so Folker Schamel.

Deutschland als Technologiestandort wird daher auch für internationale Unternehmen, im Sinne von Niederlassungen und Tochterunternehmen, zunehmend interessanter. Für ausländische Unternehmen ist besonders die deutsche Marktstruktur von Interesse, die von vielen kleinen Firmen dominiert wird und von keinen Monopolunternehmen mit großen Marktanteilen besetzt wird. Zudem bietet Deutschland mit 62 Millionen Internetnutzern einen starken Onlinemarkt, von dem sich gerade der boomende Onlinespiele-Sektor neue Absatzchancen erhofft. Für internationale Firmen sind auch die erstklassig ausgebildeten Fachkräfte interessant, die in Deutschland zur Verfügung stehen. Da aber auch Deutschland selbst gerade großen Bedarf an Nachwuchsfachkräften hat, sind hochqualifizierte IT´ler Mangelware. Dementsprechend sieht es für die kommende Generation an Informatikern auf dem Arbeitsmarkt sehr gut aus, weil sie national und international sehr gefragt sind.


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