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STUDIUM

Versicherungen für Studenten

Wer noch studiert, muss ein echter Überlebenskünstler sein, um mit dem wenigen Geld, das zur Verfügung steht, zurechtzukommen. Denn neben den Kosten für die Universität müssen Miete, Lebensunterhaltungskosten und Handy bezahlt werden. Zum Glück gibt es für Studenten günstige Krankenversicherungen. Die meisten können sich sogar noch kostenlos bei den Eltern mitversichern lassen.

Damit Studenten studieren können, müssen sie eine Krankenversicherung nachweisen. Foto: Pixabay @thelester (CC0 Public Domain)

Studierende sind versicherungspflichtig

Studenten sind gesetzlich verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Bei der Immatrikulation verlangen die Universitäten einen Nachweis des Versicherungsschutzes. Ohne diese dürfen sie nicht studieren. Bis zum 25. Lebensjahr bleiben Studenten bei ihren Eltern in der gesetzlichen Kasse kostenlos mitversichert. Das ist der Fall, wenn sie neben dem Studium nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Da das nicht nur für regelmäßiges Einkommen, sondern auch für Semesterferienjobs gilt, sollten sich Studenten im Vorfeld informieren, ob und bis zu welcher Höhe sie Geld verdienen dürfen, um noch familienversichert zu bleiben.

Sind Studierende älter als 25 oder haben ein regelmäßiges Einkommen vorzuweisen, müssen sie sich eigenständig versichern. Dafür gibt es die studentische Krankenversicherung. Der Beitrag hängt von der jeweiligen Krankenversicherung ab und liegt in der Regel bei rund 60 Euro zuzüglich Pflegeversicherung sowie einem Zusatzbeitrag, den jede Kasse eigenständig bestimmt. Pro Monat sollten Studenten mit einer Beitragszahlung von 75-90 Euro rechnen. BaföG-Empfänger können einen Zuschuss zur Krankenversicherung beantragen.

Welche Krankenkasse wählen?

Die Krankenkassen unterscheiden sich in wenigen Punkten. Studierende, die in Hessen arbeiten oder wohnen, können die Tochterversicherung der AOK, die Agida wählen. Sie gehört zu der günstigsten Krankenversicherung derzeit. Wer nicht in Hessen studiert, kann die AOK oder Barmer Krankenkasse wählen. Die studentische Krankenversicherung gilt nicht unbefristet. Studierende müssen das Studium vor dem 30. Lebensjahr vollendet haben und dürfen nur maximal 14 Semester besuchen. Nach dieser Zeit müssen sie sich freiwillig weiterversichern. Haben sie kein regelmäßiges oder nur geringes Einkommen, berechnet die Kasse den Beitrag aus einem fiktiven Mindesteinkommen. Der Beitrag liegt bei rund 130 – 150 Euro pro Monat. Die studentische Krankenversicherung lässt sich maximal bis zum 37. Lebensjahr abschließen.

Achtung: Wer ein Studiensemester im Ausland absolviert, ist für diese Zeit nicht ausreichend in der studentischen Krankenversicherung versichert. Studierende benötigen in diesem Fall eine spezielle Auslandsreisekrankenversicherung.

Beamtenkinder haben andere Möglichkeiten

Studierende, deren Eltern Beamte sind, können sich von der gesetzlichen Pflichtversicherung befreien lassen, um sich privat versichern zu können. Denn diese Prämie wird staatlich bezuschusst, sodass der Student nur wenig zahlen muss. Allerdings müssen sich die Studierenden darüber im Klaren sein, dass ein späterer Wiedereintritt in die gesetzliche Kasse schwer möglich ist. Auch gibt es in der studentischen Krankenkasse kaum Unterschiede zwischen den Leistungen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Privatversicherte Studierende müssen sogar mit einem höheren Verwaltungsaufwand rechnen. Darüber hinaus übernehmen private Kassen im Gegensatz zu den gesetzlichen Versicherungen keine langfristigen Psychotherapiebehandlungen. Dabei ist das eine Leistung, die von Studenten relativ häufig beantragt wird.

Ausnahme Berufsakademien

Studenten, die an einer Berufsakademie studieren, dürfen in der Regel keine studentische Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Sie können sich, wenn sie bei den Eltern nicht mehr mitversichert sind, nur freiwillig versichern. Auch Studierende eines dualen Studiengangs sind nicht über die studentische Krankenversicherung versichert. Da sie neben dem Studium gleichzeitig eine Berufsausbildung ausüben, müssen sie sich als Beschäftigte versichern und können nicht von den günstigen Tarifen profitieren.

Gründe, die eine Verlängerung in der studentischen Krankenversicherung ermöglichen

Es gibt einige Gründe mit denen Studenten die Möglichkeit haben, die studentische Versicherung zu verlängern. Das sind unter anderem
- ein notwendiges Aufbaustudium nachdem Erststudium,
- das Erlangen einer Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg,
- die Pflege eines kranken Familienangehörigen,
- eine Krankheit von mehr als drei Monaten oder bei einer eigenen Behinderung,
- die Geburt eines Kindes während des Studiums,
- die Mitarbeit im Hochschulgremium,
- der Abschluss eines freiwilligen sozialen Jahres sowie das Absolvieren des Wehr- oder Zivildienstes.

Der Versicherungsschutz in der studentischen Krankenkasse endet aber spätestens mit dem 37. Lebensjahr, egal, welche Verlängerungsgründe vorliegen sollten. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden.




Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


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