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Vergesst Tiger & Dragon!

Ok, das ist vermutlich zu viel verlangt. Dennoch gab es lange nichts aus China, das die heimischen Bildschirme ähnlich oft belegt hat. Könnte es mit "Mojin" endlich einen würdigen Nachfolger geben?

Alle Bilder: capelight pictures

Einst waren Hu, Shirley und Wang ausgebildete Grabräuber, respektiert von der Gesellschaft für ihre gefährliche Aufgabe: Denn das Gold aus den Gräbern wurde dazu genutzt, Essen für die verarmte Bevölkerung zu kaufen. Bei ihrem Job kamen sie mit allerlei übernatürlichen Mythen und Geschehnissen in Kontakt: Sie müssen eine Kerze im Osten aufstellen - verändert sie ihre Farbe und geht aus, müssen sie das Grab unbedingt schließen und alles Gold darin lassen. Nach einem solchen Zwischenfall, bei dem sie die Kerze missachtet haben, haben die drei ihrem Beruf den Rücken gekehrt und sind nach New York ausgewandert. Die beiden Männer leben auf der Straße und kommen eher schlecht zurecht.

Plötzlich tritt eine seltsame Gesellschaft auf den Plan, die mehr wie eine Sekte wirkt und deren Chefin Ying Caihong die Blüte der Tagundnachtgleiche sucht. Sie soll angeblich die Toten wieder erwecken können!

Auf diese Blüte sind Hu und Wang in ihrer Jugend bereits gestoßen - und haben in einer tödlichen Katastrophe mehr als 20 befreundete Jugendliche verloren. Hu möchte den Auftrag ablehnen, Wang nimmt in an - und Hu kann ihn schlecht alleine in die nächste Katastrophe rennen lassen ...

Die Kritik

Was für ein episch langer Film! Entweder am Wochenende schauen oder einen kompletten Feierabend dafür hergeben. Aber richtig, ihr seid Studenten, ihr habt ja Zeit [/Ironie]. Was dafür alles in diese über zwei Stunden eures Lebens passt, ist eine Geschichte, die im genau richtigen Tempo erzählt wird. Wichtige Informationen werden häppchenweise ausgegeben, sodass das große Bild sich gleich einer Blüte entfaltet. Wenn man glaubt, man weiß jetzt alles und hat den Sinn entdeckt, kommt ein neuer Rückblick in die Vergangenheit. Sehr gut gemacht!

Was mich positiv überrascht hat, ist die Kritik an China. Denn bei Mojin geht es nicht um das idealisierte Land mit den schönen Kampfkünsten, mit "Meister" hier und "von Zauberhand über Dächer fliegen" da. Am Anfang sterben sehr viele Jugendliche, weil sie blind einer Ideologie folgen, schön brav das rote Parteibüchlein einstecken haben und auf Knopfdruck Propaganda rezitieren. Ihr Leben könnten sie mit einer Prise Respekt für andere Kulturen und Mitdenken eigentlich ganz einfach retten ... Für einen Regisseur, der in der Inneren Mongolei, also "offiziell" Chinese ist, absolut keine politische Selbstverständlichkeit.

Ist der Film damit nicht sogar eine Note besser als Indiana Jones? Kommt drauf an, wie wichtig euch saloppe Sprüche sind. Meiner Einschätzung nach kann man die Filme - abgesehen davon - recht gut vergleichen. Jones punktet mit typisch trockenem Humor der westlichen Hemisphäre, Mojin mit der schlichten Eleganz der chinesischen Kultur. Tomb Raider ist viel zu stark auf eine sexualisierte Frauenfigur reduziert, um auch nur ansatzweise in die gleiche Liga aufgenommen zu werden.

Funfact: Der Film ist eigentlich eigenständig, ehrlich gesagt aber Teil 2 einer "Serie" - verfilmt wurden insgesamt acht Bücher, von denen vier für den ersten Teil den Stoff lieferten. Dieser erste Teil heißt "Chronicles of the Ghostly Tribe".

Mein Fazit: Eine echt interessante Mischung aus Geschichte, Fantasy, modernem Abenteuer - und damit Pflicht für alle, die sich nicht immer den gleichen Hollywood-Geschichten widmen wollen.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Mojin - The Lost Legend

Regie:
Wuershan
Darsteller:
Chen Kun, Huang Bo, Shu Qi, Angelababy, Xia Yu

Ab dem 17. März im Vertrieb von capelight pictures als BluRay und DVD im Handel erhältlich.




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