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Arbeitgeber

UP or OUT?

UP or OUT?

Es gilt als das harte, eherne Gesetz der Berater: Wer's nicht bringt, fliegt raus! Wie ist es heute um das "Up or Out"-Prinzip bestellt, wie wird der Auf- oder Ausstieg bei den Consultingunternehmen praktiziert und aus welchen Gründen entscheidet man sich für welche Form der Begleitung von Mitarbeiter-Karrieren? Wir fragten bei vier Beratungsunternehmen nach und baten um Auskunft, lediglich McKinsey wollte sich zu dem Thema nicht äußern, da man sich nach eigener Aussage nicht in einer Auflistung mit anderen Beratungsunternehmen vergleichen lassen möchte.

Einst waren Beratungsgesellschaften besonders stolz darauf, einen harten, elitären Weg des Recruitings und der Karrierebegleitung zu gehen. Wer zu schwach war, hatte es auch nicht verdient, für das Unternehmen weiter zu arbeiten. So pflegten einige ihr Image als knallharte Burschen, die sich auch intern jedem Wettbewerb stellen. Heute sind die Zeiten nicht unbedingt softer geworden, die Mitarbeiter reagieren allerdings sensibler auf für sie nicht transparente Leistungsbeurteilungen. Zumindest als Image-Instrument, sich besonders konsequent zu gerieren, hat "Up or Out" längst ausgedient.

Wer Leistungsprinzip  lediglich als Etikettierung versteht, tut ihm unrecht. Denn, wie jedes andere Unternehmen, brauchen auch Beratungen Zielvorgaben und Leistungskontrollen, um die eigene Effizienz laufend zu verbessern. Eine gewisse Mitarbeiterfluktuation muss also kein schlechtes Zeichen sein, hält sie doch die Organisation bereit für neuen Input, neue Sichtweisen und Persönlichkeiten. Wie die Beratungsgesellschaften intern mit Mitarbeitern umgehen und welche Hilfen sie bei der Karriere zur Verfügung stellen, erfragten wir bei Häusern unterschiedlicher Ausrichtung.

Oliver Wyman Group

Bei Oliver Wyman gibt es keine Quoten, die regeln, wie viele Berater befördert werden oder das Unternehmen verlassen müssen.

Die persönliche Leistung ermöglicht eine schnelle Karriere, unabhängig von der aktuellen "Talentdichte" im Unternehmen. Dabei wird nicht nur die Leistung in Kundenprojekten bewertet, sondern beispielsweise auch der persönliche Anteil an der Weiterentwicklung des Unternehmens, etwa im Marketing, bei Events oder in Pro-Bono-Projekten. Ein umfangreicher und sehr individueller Feedbackprozess stellt sicher, dass alle Berater frühzeitig wissen, auf welche Felder sie besonders achten sollten.

Unterstützt wird dies durch Trainings und Mentoren. Erst wenn sich in diesem Prozess herausstellt, dass sich für einen Mitarbeiter außerhalb der Beratung bessere Entwicklungschancen bieten, sucht man gemeinsam nach Alternativen. Dieser Ansatz ist sehr individualisiert. Er setzt auf die aktive Entwicklung von Mitarbeitern, nicht auf Standardgeschwindigkeiten.

Die Grundlage ist ein besonders selektiver Recruitingprozess. Hat ein Kandidat im Bewerbungsprozess überzeugt, wird er auf dem Weg zum Partner intensiv gefördert. Daher bleiben Berater bei Oliver Wyman im Durchschnitt auch sehr lange im Unternehmen.

Fazit: Bei Oliver Wyman werden standardisierende Prinzipien wie "up or out" abgelehnt. Was zählt, ist die persönliche, individuelle Leistung.

© Oliver Wyman

Kienbaum Management Consultants GmbH

Das Karrieresystem des Beratungsunternehmens Kienbaum Management Consultants sieht bis zu einer gewissen Funktionsstufe ein "up-or-out" System vor. Beraterinnen und Berater auf unseren drei Ein- und Aufstiegspositionen Junior Consultant, Consultant und Senior Consultant haben in einem zwei- bis dreijährigen Zeitrahmen die Möglichkeit, sich durch ihre engagierte Mitarbeit zu bewähren, um ihre Aufgabenspektren und ihre Verantwortung kontinuierlich zu erweitern.

Im Rahmen des KMC-Performance-Management-Prozesses stellen wir während und am Ende des vorgesehenen Zeitraums gemeinsam fest, welche Karrierewege zum Potenzial, zur Motivation und zum Willen der BeraterInnen am besten passen. Wir verstehen dies nicht als einseitigen, sondern als gegenseitigen Prozess.

Dieses System ist in unserem Unternehmen nur bis zur Funktion des Seniorberaters vorgesehen. Bei Bewährung erfolgt mit der Ernennung zum Projektleiter der Übergang in eine "long-stay-function", in der keine festen Zeitfenster für die weitere Entwicklung feststehen.

Fazit:  "up-or-out" ist bei Kienbaum Management Consultants bis zur Stufe Senior Consultant ein Entwicklungsprozess mit dem Ziel, Transparenz über gemeinsame Wege zu erreichen und diese nach der vorgesehen Zeit auch zu beschreiten.

© Kienbaum Management Consultants GmbH

Detecon International GmbH

"Hohe Kontinuität auf allen Ebenen ist uns und unseren Kunden sehr wichtig. Teams wie Barcelona und Bayern München wechseln auch nicht ständig alles durch, sondern wachsen als Ensemble aus Stars und Spielern aus der eigenen Jugend zusammen. Detecon strebt daher stets eine langfristige Zusammenarbeit mit seinen Beratern an.

Konkurrenz ist vorhanden, aber nicht im Sinne eines Ausscheidungswettbewerbs à la 'Up or Out' Wichtiger ist, dass jeder Berater stets gute Leistungen bringt und sich persönlich und fachlich weiterentwickelt. In unserem Karrierekonzept steigt je nach individuellem Schwerpunkt die Verantwortung für Kundenakquise, Projektdurchführung oder Themenentwicklung laufend an.

Jedoch kann jeder Berater unabhängig von der aktuellen Karrierestufe sehr früh Führungs- oder Projektleitungsaufgaben übernehmen. Wichtige Kriterien nach denen Detecon Leistungen bewertet, sind neben Umsatz- und Auftragszielen vor allem Kompetenzen wie Kundenorientierung, Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit und Kooperationsverhalten, Verantwortungsbewusstsein und interkulturelle Kompetenz. Ebenso sind hohe fachliche und methodische Expertise, aber auch Kreativität und Ergebnisorientierung unter Beweis zu stellen - auf allen Karriere- bzw. Hierarchiestufen.

Fazit: Entscheidend sind nicht Positionen und Titel, sondern gute Arbeit und Erfolge, an denen wir uns vom Kunden messen lassen wollen."

Gerhard Auer (Pressesprecher Detecon)

© Detecon

A.T. Kearney

Ein Einstieg bei A.T. Kearney bedeutet immer Ausbildung und Vorbereitung auf eine Karriere bei A.T. Kearney oder der Industrie. Neben analytischen und kreativen Fähigkeiten legen wir sehr viel Wert auf soziale Kompetenz und Kommunikationsvermögen. Dies sind entscheidende Kriterien, um sich bei uns  weiterzuentwickeln und die nächsten Karrierestufen zu nehmen. Die persönliche Weiterentwicklung wird durch ständiges Coaching durch Mentoren und Trainings unterstützt.

Da die ideale Struktur innerhalb einer Beratung eine Pyramide ist, liegt es in der Natur der Sache, dass die Anzahl der Berater pro Beförder-ungsstufe geringer wird - und gleichzeitig stetig von unten junge Kollegen nachrücken. Entsprechend gibt es auch keine Nischen in denen man sich ausruhen kann - das will hier aber auch niemand.

A.T. Kearney zeichnet sich vor allem auch durch einen umsetzungsorientierten Beratungsansatz aus. Wer bei uns Karriere macht, erlernt das Handwerkszeugs der Berater  und gleichzeitig alle relevanten Managementskills - und das auf höchstem Niveau. Verbunden mit der Nähe zu unseren Klienten und dem tiefen Verständnis für deren operatives Geschäft sind wir so auch ein Sprungbrett in die Industrie.

Fazit: "Einen guten Mix aus jungen exzellent ausgebildeten Nachwuchskräften und langjährig sehr erfahrenen Kollegen halten wir für ein wesentliches Erfolgskriterium unseres Unternehmens." Heide-Lore Knof (Director HR & Operations)

© A. T. Kearney