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Zeitgenössische Literatur

Twitter-Literatur

"'Neuer Planet entdeckt!' Die Pressekonferenz der NASA lief weltweit live, als die Putzfrau das Staubkorn von der Teleskoplinse wischte." Diese und viele andere Mini-Geschichten bietet das Buch "Auf die Länge kommte es an".

Kurz war ich in Versuchung eine Rezension in 140 Zeichen zu verfassen - aber da hat Florian Meimberg, der Autor von "Auf die Länge kommt es an: Tiny Tales. Sehr kurze Geschichten" wirklich mehr verdient.

Natürlich ist nicht jede der Geschichten" ein Meisterwerk, aber die, die es sind und dazu die liebevolle Gestaltung des Buches machen das auf jeden Fall wieder wett. Beispiele gefällig?

Der Witz ging Lisa nicht mehr aus dem Kopf. Sie musste sich das Lachen verkneifen, versuchte still zu sitzen. Konzentriert malte Da Vinci.

© 2011 Twitter

Das mit der Wiedergeburt hatte sich Kate irgendwie anders vorgestellt. Epischer. Träge schwappte das Wasser an die Wand des Goldfischglases.

Gourmet-Häppchen

Spritzig, witzig und dabei kurz und knapp bringt Meimberg es fast immer auf den Punkt. Dass die eigentliche Geschichte sich hinterher im Kopf und der Phantasie des Lesers abspielt, macht den besonderen Reiz dieser Literaturform aus.

Ganz ohne die unseligen Abkürzungen, die Twitter, SMS und Co. sonst prägen und auch ohne sprachliche Qualitätsverluste gelingt es Meimberg in gerade einmal 140 Zeichen mehr Witz, Handlung und Überraschungsmoment zu produzieren, als es viele Autoren auf 140 Seiten vermögen. Ein echtes Vergnügen und: Endlich einmal Lektüre, die sich problemlos in Häppchen "teilen" lässt. Da soll das Gegenüber noch einmal behaupten es verstehe da jetzt den Zusammenhang und überhaupt auch den Witz nicht! Literaturhäppchen vom feinsten.

Gisela Stummer (academicworld.net)


Florian Meimberg
. Auf die Länge kommt es an: Tiny Tales. Sehr kurze Geschichten
7,99 Euro. Fischer (Tb.)

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Menschen des 21. Jahrhunderts:
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21 Fragen an: Rolf Miller

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Die Berufseinsteigerfrage

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“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


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