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Crime

"Tabu": Mord mit Methode

Ein unaussprechliches Verbrechen. Ein unvorstellbares Motiv. Ein unaufhaltsamer Killer.   Bei der Polizei in Kalifornien war sie eine erfolgreiche CSI-Spezialistin. Nun kehrt Reilly Steel zusammen mit ihrem Vater in dessen alte Heimat Irland zurück. In Dublin sind indes nicht alle neuen Kollegen bereit, Reillys ungewöhnliche Ermittlungsmethoden zu akzeptieren. Doch dann gelingt es ihr, mehrere ungeklärte Morde einem einzigen Täter zuzuordnen: Alle Taten waren extrem grausam, alle beziehen sich auf das Werk Sigmund Freuds - jedes Opfer wurde vor seinem Tod gezwungen, eines der größten Tabus zu verletzen, die die Gesellschaft kennt. Reilly ermittelt weiter. Und ihr wird klar, dass der Killer ihre Vergangenheit sehr genau zu kennen scheint. Was sie nicht weiß: Das dunkelste aller Tabus ist für sie reserviert ...

Rezension Tabu

Eine Figur, die polarisiert

Der Roman findet seinen etwas ungewöhnlichen Beginn in der Vergangenheit der Protagonistin Reilly Steel, um dann nahezu abrupt in die Gegenwart zu wechseln. Die Rückblenden, aus Reillys Sicht erzählt, findet man in Bruchstücken immer wieder, doch sie blieben fast bis zum Schluss undurchsichtig. Dem Prolog folgt eine Einführung der Hauptprotagonistin. Es dauerte ein wenig, bis Reilly eine gute Plastizität erhielt. Sympathisch war sie mir allerdings von Anfang an.

In ihrer Berufswelt polarisiert sie stark, was u.a. an ihren ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden liegt, doch sie zeigt ausreichend Stärke um damit umgehen zu können. Auch die anderen, handlungsrelevanten Teammitglieder, ob sympathisch oder unsympathisch, fand ich gut dargestellt. Sie sind nicht ganz klischeefrei, doch nach und nach entwickelte jeder Charakter etwas Eigenes, offenbarte auch kleine Geheimnisse oder unterzog sich einer Wesenswandlung, was ich persönlich sehr gut fand. 

Theorien zum Thema Tabu

Einzig Reillys Vater und Schwester blieben sehr lange zu blass, wobei in Bezug auf die Schwester immer wieder mysteriöse Andeutungen gemacht wurden, die man erst nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen setzen konnte. Das Hauptaugenmerk des Romans liegt auf der Ermittlungstätigkeit. Der Leser darf alles hautnah miterleben, egal ob am Tatort oder bei der forensischen Aufarbeitung im Labor. Diese Abschnitte fand ich hochinteressant und packend. Die Zusammenführung der Fakten und Fälle waren hierbei glaubhaft und stimmig.Faszinierend waren zudem die Freud´schen Theorien zum Thema "Tabu". Sehr gut ausgeführt und  geschickt eingebunden steigerten sie die Spannung und ließen den Leser mit raten, um welche Tabus es sich im weiteren Verlauf handeln konnte. Auch diesen Teil fand ich sehr gut nachvollziehbar.

Der sehr flüssige Schreibstil fesselte, die Spannung steigerte sich stetig, wozu auch einige unerwartete Wendungen beitrugen. Leider zeigte der Roman gegen Ende kleine Schwächen. Zum einen war es etwas durchsichtig wer der Täter sein würde. Hier hätte ich es positiv gefunden, wenn man zumindest eine Tat aus der Opfer- oder Tätersicht miterlebt hätte. Ich brauche diese Sichtweisen zwar nicht zwingend, da sie oft recht psychologisch grausam sind, jedoch hätte es dem Buch nochmal einen weiteren Kick gegeben. Hinzu kommt, dass sich die Beziehung zwischen Reilly und Chris zuerst gut entwickelt, dann allerdings mehr oder weniger ohne Abschluss im Sande verläuft. Ebenso verhält es sich mit Chris' mysteriöser Krankheit. Auch diese Nebenhandlungen hätten meiner Meinung nach zu Ende geführt werden müssen.

Insgesamt gesehen ein sehr interessanter, in weiten Teilen packender Roman. Eine gute Mischung aus Krimi und Thriller und besonders für solche Leser zu empfehlen, die Einblicke in die Ermittlertätigkeit gewinnen und den Theorien Sigmund Freuds folgen möchten.


Tanja Geyer (academicworld.net-Userin)

Casey Hill. Tabu
9,99 Euro. rororo

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