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Starke Frauen im Doppelpack

Das MARVEL-Universum ist um zwei Heldinnen reicher: Eine mit und eine sogar ganz ohne übernatürliche Superkräfte - Jessica Jones und Agent Carter mischen ihre Epochen auf ihre ganz eigene Art auf!

Alle Bilder: ©2016 Marvel & ABC Studios

Bei Jessica Jones steigen wir nicht nur in der Gegenwart, sondern auch recht unvermittelt ein: Sie ist Privatermittlerin und schleppt offenbar eine große Last aus der Vergangenheit mit sich herum. Es stellt sich nicht nur heraus, dass sie übernatürlich stark ist, sondern diese Kräfte von einem anderen Mensch mit Fähigkeiten missbraucht wurden: "Er" - später als Kilgrave bekannt - verfügt über die Gabe, die Gedanken von Menschen zu manipulieren. Damit werden sie zu seinen Marionetten, denn er zwingt ihnen schlichtweg seinen Willen auf.

David Tennant als Kilgrave - eine Rolle, die er mit Bravour meistert.

Hilfe findet sie bei ihrer Freundin Trish und Luke Cage - dessen Frau sie im Namen von Kilgrave ermordete. Entsprechend fragil ist diese neue Beziehung und kann im Endeffekt nur in die Hose gehen - oder? Dann trifft der eigentliche Schock ein: Denn entgegen aller Annahmen ist Kilgrave nicht verstorben, sondern kehrt zurück, um seine Rache an Jessica auszuleben. Es dauert nicht lang und sie weiß nicht mehr so richtig, was Realität ist und was dem Wahnsinn von Kilgrave entspringt - in ihrem eigenen Kopf.

Kaputte Frau wird Held

Was mir bei Jessica Jones besonders gut gefallen hat, ist, dass nicht nur rein körperliche Kräfte im Fokus standen. Bei den Avengers gibt es den Captain (bärenstark), Iron Man (Metallanzug), Black Widow (Spionin und mega gute Kämpferin), Hawkeye (der Typ mit Pfeil und Bogen) - hier gibt es Jessica mit ihrer Stärke und den Bösen, dessen Superkraft eine gedankliche ist.

Zusammen mit Luke Cage (ja, der hat mittlerweile auch bei Netflix eine eigene Serie) und Daredevil ist sie Teil 3 der Reihe, die letztendlich zu Marvels's THE DEFENDERS werden soll. Aktuell fehlt noch der vierte Part, der sicherlich auch wieder in dem berüchtigten Viertel "Hells's Kitchen" zu finden sein wird. Wer sich mit Marvel auskennt, wird daher bei Jessica Jones auch eine Person finden, die bereits bei Daredevil eine Rolle gespielt hat.

Interessant ist auch, dass sie eigentlich keine Heldin ist, sondern einfach ein Opfer, das sich trotz traumatischer Erlebnisse und Alkoholsucht nicht unterkriegen lässt. Heldenhaftes Gehabe (wie beispielsweise im ersten The First Avenger), Applaus und Glitzerkonfetti in der Luft findet man hier also nicht - typisch für Hells Kitchen. Die Realität ist hart, nicht schön und manchmal kann man einfach nicht das Richtige tun, auch wenn man es möchte. Großer Pluspunkt hierfür!

Immer im Hintergrund, doch sie zieht die wahren Fäden bei der SSR: Agent Peggy Carter

Agent Carter ist dagegen in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs angesiedelt. Captain America gilt als Missing in Action und quasi verstorben, was ihr ziemlich schwer im Herzen liegt. In der ersten Staffel herrscht offiziell zwar Friede, doch als Frau in der geheimen Welt der Agenten weht ihr ein eisiger Wind entgegen. Niemand möchte mit ihr arbeiten, der Telefondienst gehört zu ihren regelmäßigen Aufgaben - sie ist ja nur eine Frau. Da wird ihr Bekannter, Howard Stark, des Hochverrats bezichtigt: Angeblich soll er unkontrollierbare Waffen an die Feinde der USA verkauft haben. In einer Nacht- und Nebelaktion taucht er bei ihr auf und überredet sie dazu, eine Doppelagentin zu werden: Durch ihre Arbeit bei der SSR soll sie nicht nur seine Waffen wiederfinden, sondern auch seinen Namen reinwaschen. Die Spuren? Kalt und vielfältig. Die Risiken? Enorm. Unterstützung? Kommt in Form von Jarvis, dem Butler Starks.

Immer mit dabei: Edwin Jarvis, Butler von Howard Stark und auf den Geschmack der SSR-Abenteuer gekommen.

In der zweiten Staffel wird sie nach Los Angeles abbgerufen, wo Sousa mittlerweile Chief der Station ist - und inmitten einer Hitzewelle auf eine im Teich festgefrorene Leiche stößt. Die Spur führt zu der Firma ISODYNE, dem Eigentümer und Politiker Calvin Chadwick und seiner Frau Whitney Frost. Die macht ihrem Namen alle Ehre und entpuppt sich als eiskalte Frau - aber nicht als die Killerin der Leiche im See. Als Schaupielerin in Hollywood spielt sie das erfolgreiche Blondchen, während sich hinter der perfekt sitzenden Frisur eine brillante Wissenschaftlerin verbirgt, die nichts geringerem als der Null-Materie auf der Spur ist. Als ihr wichtigstes Kapital - ihre Schönheit - schwindet, verfolgt sie ihre Forschungen immer intensiver und wird extrem rücksichtslos. Sie will Macht! Und die Null Materie ist ihr Schlüssel für die etwas andere Art von Unsterblichkeit in Hollywood.

Mit Schirm, Charme und Witz

Der Charme bei Agent Carter beginnt in der Optik, denn die Fünfziger hatten einfach Stil. Die Rolle ist außerdem mit der sehr hübschen Schauspielerin Hayley Atwell besetzt. Kenner von Marvel haben sie natürlich bereits im "The First Avenger" erlebt. Genau nach diesem Film setzt die Serie ein. Erfrischend ist, dass sie nicht gerade Kleidergröße 36 trägt. Trotzdem fehlt der Serie ein weni Diversity, denn es gibt beispielsweise nur einen dunkelhäutigen Wissenschaftler - alle anderen Charaktere sind typische Kaukasier.

Die Fünfziger Jahre sind zuckersüß abgebildet - vor allem mit den Kleidungsstilen und Hintergründen wie Cafés mit Essens-Automaten. Wie oben angesprochen kommen politische Themen wie dunkelhäutige Wissenschaftler/ Mitbürger einfach zu kurz: Mehr als zwei oder drei Halbsätze dazu finden sich in der gesamten Serie nicht.

Die vorliegende Box beinhaltet sowohl Staffel 1 und 2, die jeweils einen eigenen inhaltlichen Strang verfolgen und sich auch anderweitig unterscheiden. ANfangs geht es einfach darum, dass Peggy Carter den irritierenden und dennoch genialen Howard Stark schützen möchte und ganz nebenbei natürlich die Welt retten. In der zweiten Staffel durchläuft die Serie eine Evolution: Im Zentrum stehen wissenschaftliche Themen, die schon etwas stärker an aktuelle Marvel-Serien/-Filme erinnern. Denn die Technik schreitet voran, Menschen erhalten mehr oder minder freiwillig Kräfte (oder Schwächen, je nachdem).

Eines ist allerdings offensichtlich: Wer nicht mit den Avengers klarkommt oder die Geschichte davon kennt/ kennenlernen möchte, sollte die Finger von der Serie lassen. Wer zumindest The First Avenger kennt, kann viele Informationen aus der Serie ziehen und mehr über seine Helden erfahren. Für Fans ist die Serie schlichtweg Pflicht! Schließlich führt sie in etwa auf die Gründung von SHIELD zu - wo mit Agents of SHIELD schon die nächste Serie als Baustein des Marvel Cinemativ Universe wartet!


Bettina Riedel (academicworld.net)

Jessica Jones
1. Staffel, 13 Episoden
Darsteller: Krysten Ritter, David Tennant (!!!), Rachael Taylor, Mike Colter, Eka Darville

Agent Carter
Alle 2 Staffeln (mehr werden nicht kommen),18 Episoden
Darsteller: James D'Arcy (<3), Hayley Atwell, Chad Michael Murray, Enver Gjokaj, Shea Whigham

Beide Serien sind ab dem 8. Dezember als DVD und BD im Vertrieb von Marvel & ABC Studios im Handel erhältlich und eignen sich ganz wunderbar als Weihnachtsgeschenke für Marvel-Fans!




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