Die liebe Familie
"Es gibt viele Möglichkeiten, Karriere zu machen, aber die sicherste ist noch immer, in der richtigen Familie geboren zu werden." Diese Weisheit von US-Unternehmer Donald Trump passt auch zur verrufensten Familie Italiens ganz hervorragend.
1492 in Rom intrigiert sich der Spanier Rodrigo Borgia (Jeremy Irons) gegen viele Wiederstände zum Papst. Bestechung, Erpressung - alles kein Problem für den Kirchenmann. Doch die Probleme enden nicht mit der Wahl zum obersten Herrn der Christenheit. Immer stärker instrumentalisiert Rodrigo seine unehelichen Kinder (Aidan Alexander), Lucrezia (Holliday Grainger), Juan (David Oakes) und Cesare (François Arnaud). Um die Macht zu sichern schrecken die Borgias vor nichts zurück.
Ein neues Zeitalter bricht an
Denkt man an die Renaissance dann tauchen vor dem geistigen Auge wohl zunächst die großen Künstler und Visionäre wie Leonardo da Vinci auf. Wer sich dann aber näher mit den politischen Zuständen auseinander setzt, der stößt schnell auf Niccolò Machiavelli. Der Mann mit dem Blick für die machtpolitischen Wahrheiten (okay, ein positives Menschenbild sieht anders aus) war Zeitgenosse der Borgias und wie Rodrigo und seine Kinder sich rücksichtslos und von zweifelhafter Moral geleitet durchs Leben schlagen spiegelt sich in dessen Werk wieder.
Das pralle Leben versuchen die Macher einzufangen und um das Interesse des Zuschauers zu wecken darf man schon auch mal genauer hinschauen als es sein müsste. Doch ein gutes Schauspielerensemble und eine detailverliebte Inszenierung machen „Die Borgias“ zu einem Erlebnis für die Freunde des historischen Fernsehspiels à la Tudors oder Rom. Den Vergleich mit der europäischen Version braucht man nicht zu scheuen, wenngleich die sicher noch höheren Produktionskosten nicht so sehr ins Auge stechen.
Gisela Stummer (academicworld.net)
Die Borgias, Season 1
Darsteller: Jeremy Irons, François Arnaud, Holliday Grainger
Regisseur(e): Neil Jordan, Jeremy Podeswa, Simon Cellan Jones, John Maybury
Im Verleih von Paramount Home Entertainment






























