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Buch, Sport

Serie: Die besten Bücher. Teil 4: Bücher über Fußball

Die EM steht ins Haus, die Fernseher werden noch mal entstaubt, die Spannung steigt. Wer sich mit der Fernsehberichterstattung noch nicht hinreichend in Fußballstimmung gebracht fühlt, für den könnte ja eines der folgenden Bücher die Lösung sein. Sie packen das Thema mit dem runden Ball, der ins Eckige soll aus den verschiedensten Blickwinkeln an. Und der Rest kann weiterhin Panini-Bildchen sammeln ...

Peter Smola/pixelio.de
Peter Smola/pixelio.de
Moritz Rink. Also sprach Metzelder zu Mertesacker

Liebesbrief an den Fußball

Dass Moritz Rink den Fußball liebt merkt man an jedem einzelnen Text in "Also sprach Metzelder zu Mertesacker". Egal ob er über seine Erlebnisse in der Autorennationalmannschaft berichtet, sich zum Poolwächter der deutschen Nationalmannschaft während der Heim-WM 2006 fantasiert, vor dem Endspiel in einer stillen Minute mit dem DFB-Pokal plaudert oder Liebesbriefe der Kanzlerin an Bastian Schweinsteiger entspinnt.

Der Dramatiker Rink zeigt in seinen textlichen Steilvorlagen, dass Fußball und Literatur nicht so weit voneinander entfernt sein müssen. Mit Ironie und Charme schildert er Situationen, die selbst ohne tiefere Einblicke in die Materie der Kicker Spaß machen - mit Kenntnis und Einblick aber umso mehr. 

Moritz Rink. Also sprach Metzelder zu Mertesacker
7,99 Euro. Kiepenheuer & Witsch

Hernán Rivera Letelier. Der Traumkicker

Wunderkicker als Heilsbringer

Mitten in der unwirtlichen Atacama-Wüste in Chile liegt die Siedlung Coya Sur. Die örtliche Salpetermiene soll schließen, das Dorf, das für seine Bewohner die einzige Heimat ist, die sie kennen, aufgelöst werden. Um sich von der täglichen Tristesse der Mienenarbeit abzulenken dient vor allem den männlichen Bewohnern der Fußball. Doch schon seit Jahren wurde gegen den Erzrivalen aus María Elena kein Sieg mehr erzielt. Nun steht die allerletzte Chance ins Haus. Da taucht ein Mann im Ort auf, der des Balles bester Freund zu sein scheint. Wenn man ihn zum Mitspielen überreden könnte ...

Der berühmte chilenische Romancier Letelier schafft es, aus einem Fußballspiel den existenziellen Kampf ums Überleben zu machen. Ist die Welt auch noch so schlecht, die Lage noch so verzweifelt: Ein Sieg im entscheidenden Spiel würde alles bedeuten. Mit viel Herz und Spaß schildert der Autor Stärken und Schwächen der Fußball-Besessenen am Ende der Welt. Eine Geschichte über Mut, Zusammenhalt und Einfallsreichtum im Kampf mit den Schrecken der Realität. Ein fast poetischer Fußballroman. 

Hernán Rivera Letelier. Der Traumkicker 
17,95 Euro. Insel Verlag
 

Metin Tolan. Manchmal gewinnt der Bessere. Die Physik des Fußballspiels

Die Physik des Fußballs

"So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere." Dieser empörte Ausspruch, den Lukas Podolski einst nach einer Niederlage tat gibt dem Buch von Physikprofessor Metin Tolan den Titel. Der Dortmunder Wissenschaftler erklärt den Fußball einmal ganz anderes als gewohnt, nämlich mit den Mitteln seiner Fachdisziplin, der Physik. Wissenschaftlich fundiert - also mit Formeln & Co. - beweist er unter anderem, dass Fußball ein ziemlich ungerechter Sport ist, dafür aber spannend. Als hätten wir das nicht längst geahnt.

Die vielen Seiten des Spiels mit dem Ball spiegeln sich wider in so unterschiedlichen Fragestellungen wie: Wie wahrscheinlich ist es nach einem1:0 noch zu verlieren? Warum ist der Frauenfußball (noch) weniger spannend? In welcher Reihenfolge sollten die Schützen beim Elfmeterschießen antreten? Obwohl die gebundene Ausgabe des Buches vor der WM 2010 erschienen ist noch immer eine unterhaltsam andere Beschäftigung mit dem Thema der Themen in unserem Land der gefühlten 80 Millionen Bundestrainer. So wird man mit Fußball tatsächlich noch schlauer. Gewisse Grundkenntnisse in Physik oder Mathe schaden aber nicht - sonst kann sich der Leser schnell mal überfordert werden.

Metin Tolan. Manchmal gewinnt der Bessere. Die Physik des Fußballspiels
9,95 Euro. Piper
  


Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Rolf Miller, der Halbsatz

21 Fragen an: Rolf Miller

Rolf Miller ist der "Meister des unfreiwilligen Humors". Der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises glänzt durch breitesten Odenwälder Dialekt und die Fähigkeit, Sätze einfach mal gar nicht oder wenigstens ganz anders zu beenden, als der Zuhörer erwartet. Die Themen: Alles und Nichts. Die Kunst: Treffende Aussagen eines schlichten Gemüts. Grandios.


Die Berufseinsteigerfrage

Gefühlschaos: Fernbeziehung, Karriere, Kinderwunsch

Die Berufseinsteigerfrage:

"Mein Freund und ich leben seit fünf Jahren glücklich zusammen. Nun hat uns der Berufseinstieg in verschiedene Städte verschlagen, sodass wir uns nur am Wochenende sehen. Wir merken beide, dass dies für die Beziehung eine Belastung ist, da wir beide das Wochenende in erster Linie zur Erholung benötigen. Beiden ist klar, dass wir wieder an einem Ort leben wollen. Beide sind wir in unseren jeweiligen Jobs zufrieden, so dass jeder vom anderen erwartet, sich zu verändern. Ich argumentiere so, dass ich den anspruchsvolleren Job mit einem höheren Verdienst habe und dieser auch nicht mehr so leicht zu finden ist. Er sagt, dass bei einer beabsichtigen Familiengründung mein Karrierevorsprung sowieso nicht mehr ins Gewicht falle, da es dann auf ihn ankomme. Ich aber möchte nach einer Elternzeit wieder arbeiten. Was raten Sie uns?", fragt Anja F. (31) aus Düsseldorf.


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören. Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairisch...



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