Die Vergangenheit bleibt immer ein Teil von dir. Sie kann dich immer und überall einholen, selbst in Situationen die scheinbar nichts mit ihr zu tun haben?
Strafverteidiger Robert Stern wird von der befreundeten Krankenschwester Carina auf ein verlassenes Industriegelände gebeten, um sich dort mit einem Mandanten zu treffen. Dieser entpuppt sich als der zehnjährige Simon Sachs. Ein Junge mit Hirntumor und geringen Überlebenschancen, der jedoch davon überzeugt ist, in einem früheren Leben ein Mörder gewesen zu sein.
Morde duch 10jährigen?
Er möchte "seine" Morde gestehen, und wünscht sich Stern als Verteidiger vor Gericht. Dieser schenkt der Geschichte keinen Gauben, ist jedoch erschüttert, als er tatsächlich an den von Simon benannten Stellen auf die Überreste von Mordopfern stößt. Seine Erschütterung und Verwirrung steigert sich, als ihm ein Unbekannter eine DVD zukommen lässt, auf der sein Sohn Felix, der vor 10 Jahren an plötzlichem Kindstod verstarb, lebend zu sehen ist.
Eine mysteriöse Stimme fordert ihn dazu auf, binnen 5 Tagen den wahren Mörder der bereits gefundenen Leichen zu finden. Als Gegenleistung verspricht sie ihm die Adresse seines Sohnes. Mittlerweile ist bereits die Polizei auf Robert Stern aufmerksam geworden, da er stets als erster an den Fundorten vor Ort war. Es beginnt eine Hetzjagd quer durch die Stadt, in der Stern, unterstützt von Carina und seinem ehemaligen Mandanten Borchert, auf der Suche nach dem wahren Mörder immer weiter in eine Halbwelt eintaucht, die von Kindeshandel sowie Missbrauch beherrscht wird.
Selbstjustiz
Am Ende des Buches gelingt es Stern, den wahren Mörder zu finden, der sich jedoch nicht als die gefährlichste Person im Spiel herausstellt, sondern lediglich als "Rächer" ,der seine Opfer, allesamt Kriminelle in Kinderhandel verstrickt, aus seinem Gerechtigkeitsverständnis heraus tötete. Der Drahtzieher des Kinderhandels, der daraufhin gestellt werden kann, entpuppt sich als alter Bekannter. Die Quelle für Simons Visionen kann identifiziert werden und zum Schluss findet Robert Stern durch einen unerklärlichen Wink von Simon seinen totgeglaubten Sohn wieder.
Spannung trotz lauen Endes
Ich habe den Thriller "Das Kind" von Sebastian Fitzek innerhalb von zwei Tagen regelrecht verschlungen. Er hat es geschafft, die gesamte Handlung äußerst spannend aufzubauen, das Buch lässt einen so schnell nicht mehr los. Die mit der Geschichte verbundenen Gedanken über Wiedergeburt und Schicksal sind gut eingeflochten, auch wenn sie meiner Meinung nach zum Ende des Buches immer karger werden. Insgesamt ist der Thriller in einem einfachen, geradlinigen Stil gehalten, der angemessen für das Genre ist. Er lässt sich gut lesen und macht einen durchweg neugierig auf mehr.
Lediglich zum Ende des Buches war ich ein wenig enttäuscht, da es zugegebenermaßen etwas rührselig und lau endet, was meiner Meinung nach kein passender Schluss für den Thriller darstellt.Im Großen und Ganzen ist "Das Kind" von Sebastian Fitzek jedoch ein äußerst lesenswertes Buch, das Fans von durchdachten Psychothrillern nicht enttäuschen wird.
Sarah Kraus



























