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21 Fragen an

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Sascha Lobo, der rote Blogger

Sascha Lobo ist Autor, Blogger, Microblogger und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und Markenkommunikation. Als freier Mitarbeiter engagiert er sich bei der Zentralen Intelligenz Agentur und ist verantwortlicher Redakteur des mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Weblogs «Riesenmaschine». Sein Debütroman “Strohfeuer” (September 2010 im Rowohlt Verlag erschienen) handelt von der Lebensgier in den Zeiten der New Economy.

Der Paradiesvogel unter den Bloggern ©Reto Klar

Was an Ihrer Arbeit hat Sie heute glücklich gemacht?
Heute nichts, weil vor drei Tagen mein Laptop kaputt gegangen ist und die Wiederinstandsetzung äußerst anstrengend ist. An den meisten anderen Tagen aber bin ich froh über die sehr unterschiedlichen Projekte, die ich verfolge und die Chance, bei meiner Arbeit jeden Tag stundenlang Neues entdecken zu können im Netz und außerhalb.

 
Welche Ziele haben Sie im Leben?
Glücklich zu bleiben. Gutes zu bewirken. Mich und andere zu unterhalten, aber auch zu irritieren, wenn es notwendig sein sollte.

 
Welchen Beruf haben Sie sich als Kind als den Aufregendsten vorgestellt?
Autor. Und so ist es dann ja auch gekommen.


Was ist die größte Veränderung in Ihrem Leben in den letzten Jahren gewesen?
Äußerlich betrachtet der Haarschnitt, den ich mir am 2. Oktober 2006 habe machen lassen.

 
Was hat Ihre Karriere am meisten beschleunigt?
Dito.

 
Wie sind "Harte Arbeit" und "Glück/Zufall" als Grundlage Ihres Erfolges verteilt? (prozentual)
49% Arbeit, allerdings nur ein sehr kleiner Teil davon hart, 51% Glück und Zufall.

 
Was gibt Ihnen am meisten Kraft bei der Arbeit?
Etwas Neues verstehen zu lernen, die Energie der Erkenntnis.

 
Welches war bisher der größte Fehler in Ihrem Berufsleben?
Blind, übermütig und selbstüberschätzend in die New Economy hineingetapst zu sein.

 
Was bedeutet es für Sie zu scheitern?
Scheitern lernen ist in meinen Augen essenziell, auch außerhalb der Arbeit, die man tut. Oft kommt es weniger darauf an, ob man scheitert oder nicht, sondern ob man gut scheitert oder schlecht. Gut scheitern ist besser als schlecht gewinnen. Manchmal jedenfalls.

 
Worauf sind Sie beruflich stolz?
Auf die Möglichkeit, mir aussuchen zu können, was Inhalt meiner Arbeit ist.

 
Was hat Ihnen Ihr schulischer Werdegang für Ihren Beruf gebracht?
Viel, wenn auch nichts, was mit Titeln in Verbindung gebracht werden könnte. Eher den Kontakt mit Menschen, von denen ich mir viel abschauen konnte und inspiriert wurde.

 
Woran können Sie verzweifeln?
Diese Frage möchte ich nicht beantworten.

 
An wessen Stelle würden Sie gerne einmal für einen Tag stehen?
Barack Obama, weniger der Person oder des Machtgefühls halber, als vielmehr wegen des Zugangs zu Informationen, die sonst kaum jemand erfahren kann.

 
Wie wichtig ist Ihnen Ihre Frisur?
Auf einer Skala von eins bis zehn mindestens zehn.

 
Was vermuten Sie, wie würden Kollegen Sie beschreiben, wenn Sie nicht im Raum sind?
Da muss ich nicht vermuten, das weiß ich, weil die Kollegen es ins Internet reinschreiben. Einer der Vorteile, wenn es eine zeitlang en vogue ist, mich mit Schlamm zu bewerfen, ist, dass die Hemmungen fallen und die Leute sagen, was sie denken. Oder glauben zu denken.

 
Haben Sie Vorbilder und wenn ja, was haben Sie von diesen gelernt?
Viele meiner Freunde sind für mich Vorbilder, Kathrin Passig, Wolfgang Herrndorf, Holm Friebe, aber auch mein vier Jahre jüngerer Bruder Kai.

 
Was schätzen Sie besonders an Kollegen?
Konsistenz.

 
Wie verbinden Sie Karriere und Leben miteinander?
Hervorragend verbinde ich sie miteinander, weil ich weitgehend so arbeite, wie ich leben möchte. Ich empfinde das als Privileg.

 
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Ich weiß nicht mal genau, wo ich in zehn Monaten bin. Und mag das Gefühl.

 
Wenn Sie gezwungen wären, unseren Lesern einen Rat zu geben, wie würde dieser lauten?
Mutiger zu sein und die eigene Unzulänglichkeit akzeptieren

 
Vollenden Sie bitte den Satz "Wichtiger als Karriere ist..."
...wirklich alles, was man als wichtiger empfindet. Karriere ist ein doofes Wort, das besonders oft von denen benutzt wird, mit denen ich nichts zu tun haben möchte. Ich plädiere für Beruf statt Karriere.

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Dominik Graf, der Rekordpreisträger

21 Fragen an: Dominik Graf

Dominik Graf wurde 1952 in München geboren, wo er die Hochschule für Fernsehen und Film besuchte. Als Kino- und TV-Regisseur ist er unter anderem für zahlreiche Folgen der Kriminalserien “Tatort” und “Polizeiruf” bekannt. 2011 gewann er zum neunten Mal den Adolf-Grimme-Preis und ist damit der am häufigsten ausgezeichnete Träger des begehrten Fernsehpreises. Seit 2004 ist Dominik Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln und wurde 2005 zum Honorarprofessor ernannt.


Die Berufseinsteigerfrage

Wie viel Show-Typ muss man sein, um Karriere zu machen?

Die Berufseinsteigerfrage, Bewerbung & Berufseinstieg:

Malte B. (26) aus Bonn schreibt uns: “Ich bin Ingenieur und arbeite in der Automobilindustrie. Bei aller Bescheidenheit bin ich meinen Traineekollegen fachlich weit überlegen. Ich habe bereits in den ersten Monaten technische Lösungsvorschläge erarbeitet, die direkt umgesetzt worden sind. Da bei uns Teamarbeit großgeschrieben wird, präsentieren wir unsere Arbeiten jedoch immer in der Gruppe. Da ich es unangenehm finde, im Mittelpunkt zu stehen, übernehmen die ‘Show-Typen’ die Präsentation meiner Arbeiten. Leider sammeln sie dann auch die Lorbeeren ein. Reicht nicht die fachliche Kompetenz, muss man auch ein ‘Show-Typ’ sein, um Karriere zu machen? Und wenn ja, wie wird man so?“


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum sind Hühnerküken ausgerechnet gelb?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum sind Hühnerküken ausgerechnet gelb?Antwort: "Auch für Hühnerküken gilt: 'der Apfel fällt nicht weit vom Stamm'. Sowohl in morphologischen Eigenschaften, wie der Gefiederfarbe, aber auch in Merkmalen der Physiologie und des Verhaltens ähneln die Küken genetisch ihren Eltern. Das flauschigegelbe Küken ist dabei nur ein Beispiel, wie der Kükenflaum kurz nach dem Schlupf gefärbt sein kann. Aus gelben Küken entstehen zumeist weiße Hennen und Hähne. Oftmals ist bei den Küken aber auch eine spezielle Jungtierfärbung zu erkennen, die mit der ersten Mauser verschwindet. Über die Entstehung der Gefiederfarben herrscht keineswegs Einigkeit in der Wissenschaft.So finden sich in einigen Handbüchern Äußerungen darüber, dass die gelbliche Färbung der sogenannten Erstlingsdunen weißer Hü...