
Robert Ames beschreibt sein Leben als Versicherungsmakler, er ist außerdem verheiratet, hat ein Kind. In die Tagesablaufbeschreibung eingebunden werden Ereignisse und Eindrücke aus der Vergangenheit - heraus kommt eine Spiegelung seines Daseins in Liebe und Beruf - er ist an einem Scheideweg, der zum Untergang oder Neuanfang führen kann.
Die Realität muss man schon aushalten können
Wer will schon auf diese Art und Weise vor Augen geführt bekommen, wie vergänglich das Glück ist. Wer will schon miterleben, dass der Alltag so berechenbar ist, dass man sich so sehr an ihn gewöhnt und aus den Augen verliert, dass man immer an seinem Glück arbeiten muss.
Robert Ames streitet sich mit seiner Frau, liebt sein Kind, erlebt das Wiederaufleben von Gefühlen für eine andere, die Realität derer Ablehnung und glücklichen Familienlebens, den Untergang der Ehe seines Chefs, den Abschied seiner Sekretärin von ihrer unglücklichen Liebe und Erkenntnisse über sich selbst. Toll - realistisch. Aber nicht unterhaltsam. Zu langatmig ohne wahre Emotion, Höhen und Tiefen - gleichmäßig - eintönig. Die Ich-Perspektive lässt dies nicht einmal mit Abstand geschehen.
Ein Buch für das "stärkere" Geschlecht
Was ich total widersinnig finde, dass die Geschichte in Kanada am Ontario-See spielt - dann aber von Burgersemmeln die Rede ist. Was soll die Story in Amerika - hatte der Autor etwa die grandiose Idee, ein Gegengewicht zu den sonstigen Hollywoodstreifen mit ewigem Happy-End zu schaffen- Schauplätze und Figuren könnten genauso in Deutschland spielen - halt Stop - stimmt nicht: die Gartenidylle findet in Deutschland ja hinter dem Haus statt und nicht davor. Aber dennoch - es machte mir gleich die Geschichte von Anfang an mürbe, dass sie nicht an einem deutschen Ort spielte. Oder wollte sich der Autor damit von der möglicherweise authentischen Geschichte distanzieren? Wenn, dann ist es ihm meiner Meinung nach nicht gelungen. Ich kann mit dem Roman nichts anfangen, er berührt mich überhaupt nicht. Wie finde ich mich selbst - Anleitung für Männer - nicht für Frauen geeignet. Männer, liest dieses Buch, es warnt Euch davor, Euer Leben Euch entgleiten zu lassen und alles als selbstverständlich zu betrachten. Ich glaube sogar, dass Ihr Euch angesprochen fühlt und denkt, von Euch selbst ist die Rede. Frauen, lasst das Buch im Regal, ihr wäret frustriert von der Resignation und der Schwäche des Mannes, wo wir doch immer hoffen, dass sie Stärke beweisen und das nicht erst, wenn es zu spät ist. Es muss auch Literatur für Männer geben, mit denen die Frauen nichts anfangen können. Andersrum ist dies schließlich ständig der Fall.
240 Seiten; EUR 14,90


























