Drucken
PsychoCiety

Reife Früchte schmecken besser

Ein junger (25) sehr engagierter und intelligent formulierender Leser meines Blogs schrieb mir die Bitte, doch noch mal ausgiebiger auf die aktuelle Männer/Frauenproblematik einzugehen. Warum sollen sich Männer für ihre Triebe entschuldigen? Entstand die Emanzipation in den 70ern nicht aus Hass auf die Männer? Frauen sind doch immer schon die treibende, wenn auch leisere Kraft hinter den Männern…   Kurzantworten: Nein. Ja. Und das soll uns reichen?!

Katharina Ohana, Psychologin, Bestsellerautorin und academicworld-Expertin

Ausführliche Antwort: 

Es gab in der Wochenendausgabe der FAZ einen Artikel über Karrierefrauen, die jenseits der Kinderfrage um die 50 plötzlich aussteigen: Sie fühlen sich einsam in den Chefetagen unter lauter Männern, sie müssen immer noch mehr leisten, um dort zwischen den Maschen der Männerseilschaften hindurch hinzugelangen und weiter zu kommen, sie stellen sich die Lebens-Sinnfrage konsequenter und merken deutlicher die Fremdbestimmung und den Mangel an Relevanz ihrer Arbeit. 

Hört sich nicht nach Emanzen, sondern nach vernünftigen Menschen an. Es gibt auch Männer, die dort aussteigen, aber es sind wohl viel weniger. 

Was macht die Gesellschaft mit Männern, die sich die Sinnfrage wirklich stellen, die Macht und Geld und Status und Erfolg entsagen? Was hat das für Konsequenzen in ihrem Verhältnis zu Frauen? 

Ein schlauer Mensch, ein Aussteiger aus der Macht, hat mir am Wochenende verraten: Wenn man als Mann nicht mehr die klaren Überlegenheitsverhältnisse von Geld und Macht hat, dann fühlt man sich verunsicherter in einer Beziehung, die Frage warum werde ich geliebt und hoffentlich nicht verlassen, stellt sich auf unangenehme Weise neu.

Mein junger Blogleser wies mich darauf hin, dass Männer nun mal attraktive Frauen wollen und sich versuchen mit Status selbst attraktiver zu machen. 

Was immer "attraktiv" ist und was immer Status meint in den verschiedenen Gruppen unserer Gesellschaft: Prinzipiell stimmt das wohl. Nur der neue Status ist anscheinend zunehmend: Psychische Gesundheit, ein gesundes Selbstwertgefühl und ein sinnvolles Leben. Das zieht auch attraktive Frauen an. Ist nur die Frage, ob sie selbst so einem Mann dann im Alltag auch gewachsen sind. Und ob wirklich reife Männer nicht ihren Schwerpunkt ein wenig verschieben auf starke attraktive Frauen.

Das Problem von meinem Blog von letzter Woche, war ja nicht das sexuelle Interesse an mir als Frau und guter Freundin, das vielleicht auch nach Jahren der Freundschaft nicht versiegt ist. Das Problem war auch nicht der Versuch der Annäherung. Das ist sogar ein Kompliment. Ich will keinem Mann seine Triebe verbieten und ich hasse sie auch nicht. Das Problem war das deutliche: Nein! was überhört wurde, mehrmals. Das ist schwach. Da werde ich zur Zielscheibe von selbstsüchtigen Vorstellungen. 

Natürlich geht es in der Liebe immer auch um die Befriedigung eigener Bedürfnisse, alles andere wäre genauso krank, aber es geht auch um die Wahrnehmung des anderen auf Augenhöhe. Warum will ich diese Frau, diesen Mann? Passt sie/er zu mir - oder stell ich mir nur so gerne vor, wie alle meine Bedürfnisse erfüllt werden? Und eine gute Freundschaft ist noch lange keine gute Liebesbeziehung. Wohingegen eine gute Liebesbeziehung immer auch eine gute Freundschaft ist. Aber eben noch Entscheidendes mehr. Mit Attraktivität und Status hat das dann wenig zu tun, mit menschlicher Reife sehr viel. Sie ist das Zauberwort im Geschlechterfrieden.

 

Von Academicworld-Expertin Katharina Ohana

März bis November, bundesweit 17 Städte

Die jobmesse deutschland tour

Recruitingreise durch 17 bundesdeutsche Städte - Zielgruppe sind Professionals, Wechselwillige, Wiedereinsteiger, Existenzgründer, Weiterbildungsinter...

24. und 25. April 2014 in München und Ingolstadt

TRACTION 2014 – Studierende erproben Logistik-Beratung eines führenden Automobilherstellers

The Boston Consulting Group (BCG) lädt Ingenieure und Wirtschaftsingenieure am 24. und 25. April 2014 zum Strategieworkshop "TRACTION 2014" nach Münch...

9./ 10. Mai 2014 in Stuttgart

20 Jahre azubi- & studientage in Stuttgart

Am 9./ 10. Mai feiern die azubi- & studientage Stuttgart mit über 125 Ausstellern ihre 20. Ausgabe

15. bis 18. Mai in Budapest

Horizon 2014

Studenten entwickeln beim Workshop mit McKinsey in Budabpest IT-Lösungen für eine internationale Unternehmensfusion – Bewerbungen bis zum 23. März mög...

15. und 16. Mai 2014 in Bayreuth

6. Bayreuther Ökonomiekongress

Am 15. und 16. Mai 2014 findet der 6. Bayreuther Ökonomiekongress auf dem Campus der Universität statt – die mittlerweile größte Wirtschaftskonferenz ...


Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Giovanni di Lorenzo, der sanfte Intellektuelle

21 Fragen an:

Der deutsch-italienische Journalist ist Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit”, Mitherausgeber des „Berliner Tagesspiegel” und Moderator der Talkshow „3 nach 9” bei Radio Bremen.


Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören. Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairisch...



Jobbox
Job suchen
und bewerben!

Was?
Wo?
Umkreis
Position
studentische Nebenjob
Auszubildender
Einsteiger, Trainee, Volontär
Praktikant
Werkstudent, Diplomand