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Recherche

Recherche-Tipps vom Profi II: Hilfreiche Tools in Datenbanken und Katalogen

Was ist für jedes Referat, für jede Prüfung, für jede Hausarbeit und auch sonst einfach für jeden Studenten unabdingbar? Die Recherche. Wie man richtig nach Büchern, Autoren, Inhalten und allem Relevanten sucht, das verrät Nicole Krüger, von der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften.

Eine Suche in Datenbanken besteht meist aus der Eingabe einiger Begriffe in den erst angebotenen Suchschlitz. Wenn die Ergebnisse nicht sehr relevant erscheinen oder es sehr wenig Treffer gibt, wird die Datenbank häufig frustriert verlassen. Das muss aber nicht sein, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Suche gezielter zu steuern und Datenbanken bessere Trefferlisten abzugewinnen. Dazu muss man wissen, dass es verschiedene Arten von Datenbanken gibt. Einige sind sehr umfangreich und durchsuchen z.B. elektronische Volltexte als Ganzes, so dass mit einer einfachen Suche sehr viele Treffer ausgegeben werden. Diese sind teilweise nicht sehr relevant, weil der Begriff vielleicht nur ein Mal im dritten Absatz des Textes vorkommt. In anderen Datenbanken werden nur die Titeldaten, Schlagworte etc. durchsucht, so dass weniger Treffer generiert werden. Hier muss ich versuchen, alle relevanten Treffer zu erwischen.

Suchen verfeinern

Bekommt man mit einer Suche zu viele und irrelevante Treffer, kann man sich mit verschiedenen Mitteln helfen:

Suchfelder

Ein Beispiel: Ich suche in der frei verfügbaren wirtschaftswissenschaftlichen Datenbank ECONIS der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, nach der Zeitschrift "Finance and Stochastics". ECONIS hat eine sehr umfangreiche Datenbasis, da neben Büchern und Zeitschriften auch Aufsätze und elektronische Volltexte nachgewiesen werden. Bei der Suche nach Zeitschriftentiteln gibt es das Problem, dass diese meist aus sehr allgemeinen Begriffen bestehen und ich mit einer einfachen Suche Tausende von Treffern bekomme. Die Einschränkung auf eine Suche nur im Titel kann hier die Treffermenge erheblich reduzieren.

Suche ich Literatur über die Wiederverwertung von Glas und gebe u.a. den Begriff "Glas" ein, kann ich auch solche Titel wie "Ist das Glas halb voll oder halb leer?" bekommen. Hier sollte die Suche auf Schlagwörter eingrenzen, da ich so nur Bücher, Aufsätze etc. erhalte, die sich inhaltlich mit dem Thema Glas auseinandersetzen. Diese Eingrenzung ist insbesondere in den Datenbanken relevant, die Volltexte als Ganzes durchsuchen

Tipp: Nutzen Sie auch die "erweiterte Suche" von Datenbanken. Hier können verschiedene Suchfelder kombiniert und meist zusätzliche Optionen wie Erscheinungsjahr, Erscheinungsform und Sprache etc. ausgewählt werden.

Phrasensuche

Die Phrase wird im Duden als "nichtssagende Äußerung oder Redewendung" beschrieben. In der Terminologie der Suche ist sie jedoch eine Wortkette von direkt hintereinander stehenden Wörtern einer bestimmten Reihenfolge. Hier wurde wohl der englische Begriff eingedeutscht, der laut Oxford Dictionary beschriebenist mit: "a small group of words standing together as a conceptual unit".  Suche ich nach - Small Business -, bekomme ich unendlich viele Treffer. Umschließe ich jedoch diese beiden Wörter mit Anführungszeichen: "Small Business", gebe ich vor, dass nur dann ein Treffer ausgegeben wird, wenn diese Begriffe direkt nebeneinander stehen.

Achtung: Teilweise werden andere Symbole für eine Phrasensuche verwendet.

Facetted Search / Drilldowns

Auf dem Vormarsch ist eine sehr hilfreiche Möglichkeit, Suchen nachträglich einzuschränken. Man kann eine einfache Suche absenden und findet dann meist am linken oder rechten Rand der Trefferliste Jahreszahlen, Autorennamen, Themenbereiche o.ä. Ein Klick auf einen Themenbereich führt dazu, dass aus der momentan angezeigten Trefferliste nur noch die Bücher, Aufsätze etc. angezeigt werden, die dieses spezifische Schlagwort enthalten.

Suche ausweiten

Natürlich kann auch immer das Gegenteil der Fall sein. Man hat sehr kleine Treffermengen und sucht händeringend nach allem, das irgend zu diesem Thema erschienen ist. Hier können ebenfalls verschiedene Tricks eingesetzt werden.

Trunkierung

Den meisten Suchenden ist gar nicht bewusst, dass in Datenbanken i.d.R. nur genau der Begriff gesucht wird, der in den Suchschlitz eingegeben wird. Pluralformen oder zusammengesetzte Begriffe werden nicht mitgesucht. So werde ich mit der Suche nach "Dienstleistung" eine andere Treffermenge bekommen als mit der Suche nach "Dienstleistungen". Um dem vorzubeugen, kann ich Begriffe trunkieren - Trunkierung von Trunk = Stamm. Man wählt den Wortstamm und setzt dahinter das jeweilige Trunkierungszeichen, meist einen Stern (*) oder ein Fragezeichen (?). Suche ich z.B. mit Dienstleistung* werden alle möglichen Endungen des Begriffs, wie z.B. Dienstleistungen, Dienstleistungssektor etc. mit berücksichtigt.

Achtung: Schneiden Sie das Wort nicht zu früh ab, um nicht zu viele irrelevanteTitel zu bekommen.

Entweder - Oder: Boolescher Operator "or"

Synonyme und Übersetzungen können mit einer Suchanfrage abgesucht werden, indem diese mit einem "or" verknüpft werden. Der Boolesche Operator "or" ist ein logischer Operator, der Suchbegriffe untereinander verknüpft. Häufig gibt es auch Pulldown-Menüs, in denen ein "oder" bzw. "or" ausgewählt werden kann. So kann die Suche lauten: Kraftfahrzeug or Auto or Motor vehicle or … bzw. das "or" im Pulldown-Menü ausgewählt werden. Gefunden werden dann alle Bücher, Aufsät-ze etc., die einen der Begriffe enthalten. Lässt man das "or" weg, würden nur die Titel gefunden werden, die jeweils alle eingegebenen Begriffe enthalten.

Tool-Tipp: Zur Vertiefung des Themas Operatoren können Sie im Recherchekurs LOTSE nachlesen: LOTSE: Was sind Operatoren?

Dies war ein kleiner Ausflug in die Welt der Profi-Recherche. Probieren Sie es selbst einmal aus und kombinieren Sie auch die verschiedenen Möglichkeiten.

Nicole Krüger: Studium des Bibliothekwesens und Informationsmanagements, 2002 Arbeit als Web Developer in Sofia, Bulgarien, seit 2004 in der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) mit den Aufgaben Vermittlung von Informationskompetenz, Auskunft und Recherche, Konzeptionelle Mitarbeit am Fachportal EconBiz.

http://www.zbw.eu/ 

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21 Fragen an: Hubertus Meyer-Burckhardt

Der Gastgeber der NDR-Talkshow Hubertus Meyer-Burckhardt war bis1991Creative Director der Werbeagentur BBDO. Danach gründete er mehrere Filmproduktionsgesellschaften und arbeitete als Moderator. Er war Vorstand bei Axel Springer und Pro7 und ist Jury-Mitglied des Deutschen Fernsehpreises. Seit 2005 ist Meyer-Burckhardt Professor an der Hamburg Media School.


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