
- Thomas Weitlaner, Partner bei SMC
Herr Weitlaner, die Zahl Ihrer Berater ist in den letzten Jahren sehr konstant geblieben, richtig?
Ja, das ist bewusst so. Wir setzen nicht so stark auf Wachstum, weil wir auf dem Siemens Beratungsmarkt keine Monopolstellung einnehmen möchten. SMC ist unabhängiger Ratgeber im Siemens Konzern und steht als Profitcenter im Wettbewerb mit externen Strategie- und Top-Management-Beratungen.
Was unterscheidet SMC eigentlich von externen Beratungsunternehmen?
Bei uns gibt es nicht den Berater auf Lebenszeit. Irgendwann müssen unsere Leute SMC verlassen und in die Linie wechseln. Dadurch haben wir einen ständigen Austausch, das heißt Berater gehen und neue kommen. Bei uns herrschen keine extremen Konkurrenzsituationen und dieses Gefühl, den Anderen aus dem Feld drängen und mit Ellenbogen agieren zu müssen, ist weniger ausgeprägt als bei externen Beratungen. Nach meiner Wahrnehmung geht es bei den Externen auch sehr viel hierarchischer zu. Wir haben einen freundschaftlichen, kollegialen Umgang untereinander, mit sehr flachen Hierarchien.
Und wie geht SMC mit dem Thema Work-Life-Balance um?
Das ist uns wirklich extrem wichtig. Auch wenn wir manchmal Spitzenzeiten haben, was sich im Beratungsgeschäft nicht vermeiden lässt, ist Wochenendarbeit absolut tabu. Und auch unter der Woche gelingt es uns sehr gut, unsere Zielarbeitszeiten von neun bis neun Uhr einzuhalten.
Der Inhouse Consulting Bereich ist in Deutschland ein blühender Sektor. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Ich glaube, dass es ein sehr gutes Geschäftsmodell ist. Zum Einen kann Wissen im Unternehmen gehalten und dafür gesorgt werden, dass die Projekte im Konzern gemacht werden. Außerdem stellen Inhouse Beratungen sicher, dass Projekte auch implementierbar sind, weil die Berater wissen, wie das Unternehmen tickt. Eine wichtige Intention, die durch die interne Beratung gewährleistet wird, ist zudem die gute Ausbildung von Mitarbeitern und die Entstehung eines Talentpools. Ich glaube, das ist die größte Motivation, warum dieser Markt so stark am wachsen ist.
Dieses Interview ist zuerst erschienen in junior//consultant, Ausgabe 4/2011.




























