Seite empfehlen
Drucken
Film

Nichts ist, wie es scheint …

Ein unbekannter Mann steigt auf den Fenstersims eines Hochhauses. Er scheint fest entschlossen sein Leben zu beenden. Wer ist dieser Mann und handelt es sich tatsächlich um einen gewöhnlichen Suizidversuch? Ab dem 26. Januar kommt „Ein riskanter Plan“ ins deutsche Kino.

Kein Ausweg in Sicht

Nick Cassidy (Sam Worthington) hat jegliche Perspektive in seinem Leben verloren. Einst war er ein erfolgreicher Cop, doch dann landet er plötzlich unschuldig hinter Gittern. Dort muss er als Ex-Polizist täglich um sein Leben kämpfen. Wer aber steckt hinter der fiesen Intrige, die sein Leben so schlagartig verändert hat? Diese Frage lässt ihn nicht mehr los. Angetrieben von der Suche nach Antworten und dem Bedürfnis Rache zu üben, nutzt er die erste Gelegenheit, die sich ihm bietet, zur Flucht. 

Scheinbar planlos sucht er sich ein Hotel, in dem er den Fenstersims erklimmt. Wird er sich in den Tod stürzen? Alles sieht danach aus. Erste Zweifel kommen allerdings schnell auf, da er von der heraneilenden Polizei verlangt die Psychologin Lydia Spencer (Elizabeth Banks) herbeizuschaffen, um mit ihr Verhandlungen zu führen. Ein Selbstmörder der verhandeln will? Was plant er wirklich und warum drängt sich der Eindruck auf, dass Nick über ein Headset im ständigen Kontakt zu einem ominösen Dritten steht? 

Interessante Hauptfiguren

Es scheint die Zeit der Fenstersimse zu sein. Nur so ist zu erklären, dass nach „The Ledge – Am Abgrund“ jetzt mit „Ein riskanter Plan“ (Originaltitel: On the Edge) ein weiterer Film ins deutsche Kino kommt, bei dem ein Finstersims eine zentrale Rolle spielt. Doch im Vergleich zu dem erotischen Drama von Matthew Chapman liefert Regisseur Asger Leth wesentlich mehr Action, um den Zuschauer für sich zu gewinnen. 

Auch die Grundthematik ist eine andere. Geht es doch viel mehr darum aufzuzeigen, wie man auf einen Schlag alles verlieren kann. Dabei zieht auch die sympathische Hautfigur des Nick Cassidy den Zuschauer schnell in seinen Bann. Man leidet regelrecht mit, wenn man Stück für Stück mehr von seiner Geschichte erfährt.

Geschichte hinter der Geschichte  

Aufgrund der guten Story hält der unterhaltsame Film immer wieder überraschende Wendungen für den Zuschauer parat. Dabei darf mal jedoch nicht alles ganz ernst nehmen. Erscheinen doch einige Sequenzen etwas gekünstelt. Exemplarisch dafür steht der unheimlich unglaubwürdige Raubzug von Nicks Bruder und dessen Freundin. Wie sollen diese beiden Amateure mit ihren dilettantischen Methoden nur in diesen Hochsicherheits-Tresorraum kommen, fragt man sich. Erscheint es doch nicht ganz so überzeugend, dass man mit einem Feuerlöscher in einen Raum kommt, der auf Temperaturschwankungen reagiert, um den alarmauslösenden Sensor dann schockzufrieren und unschädlich zu machen.

Guter Cast

Als sehr gelungen habe ich die Auswahl der Schauspieler empfunden. Sam Worthington in der Hauptrolle als Nick Cassidy und Ed Harris als Bösewicht, spielen überzeugend ihre Rollen. Die geheimen Stars des Films sind jedoch Jamie Bell als Nicks Bruder Joey und Newcomerin Genesis Rodriguez als dessen Freundin Angie. Die spezielle Komponente des ungleichen Paars, bereichert den Film ungemeint und macht ihn zu einem kurzweiligen Vergnügen.  

Fazit: Spannender Thriller über eine Diamantenjagd, der die amerikanische, sensationslüsterne Gesellschaft aufs Korn nimmt, indem er aufzeigt was passiert, wenn plötzlich ein scheinbarer Selbstmörder seinem Leben ein Ende bereiten will.

Thomas Hepp (Academicworld)



Ein riskanter Plan

Darsteller: Sam Worthington, Elizabeth Banks, Jamie Bell, Ed Harris

Regisseur: Asger Leth

Kinostart: 26. Januar 2012

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Giovanni di Lorenzo, der sanfte Intellektuelle

21 Fragen an:

Der deutsch-italienische Journalist ist Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit”, Mitherausgeber des „Berliner Tagesspiegel” und Moderator der Talkshow „3 nach 9” bei Radio Bremen.


Die Berufseinsteigerfrage

Gefühlschaos: Fernbeziehung, Karriere, Kinderwunsch

Die Berufseinsteigerfrage:

"Mein Freund und ich leben seit fünf Jahren glücklich zusammen. Nun hat uns der Berufseinstieg in verschiedene Städte verschlagen, sodass wir uns nur am Wochenende sehen. Wir merken beide, dass dies für die Beziehung eine Belastung ist, da wir beide das Wochenende in erster Linie zur Erholung benötigen. Beiden ist klar, dass wir wieder an einem Ort leben wollen. Beide sind wir in unseren jeweiligen Jobs zufrieden, so dass jeder vom anderen erwartet, sich zu verändern. Ich argumentiere so, dass ich den anspruchsvolleren Job mit einem höheren Verdienst habe und dieser auch nicht mehr so leicht zu finden ist. Er sagt, dass bei einer beabsichtigen Familiengründung mein Karrierevorsprung sowieso nicht mehr ins Gewicht falle, da es dann auf ihn ankomme. Ich aber möchte nach einer Elternzeit wieder arbeiten. Was raten Sie uns?", fragt Anja F. (31) aus Düsseldorf.


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?Antwort: "Ausdrücklich wurden vom Fragesteller ja nur Viren und Bakterien ausgeschlossen und nicht Einzeller. Nimmt man diese in das Spektrum auf, dann ist eindeutig der Erreger der Malaria, Variante Tropica (Plasmodium falciparum), der größte Killer und einige Arten der Anopheles-Mücke als Vektoren die wichtigsten 'Vermittler' der weit über eine Million Todesfälle pro Jahr.Nimmt man den Menschen als eine Spezies wie jede andere, was wir ja gemeinhin nicht tun – sondern uns als Krone der Schöpfung betrachtend vom riesigen Rest der Evolutionsprodukte gern weit absetzen – dann ist ganz klar, dass der Mensch für den Menschen wohl schon bis in lang vergangene Zeiten der größte Killer war und nach ...