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Buch

Neues vom Krimimeister Håkan Nesser: Die Perspektive des Gärtners

Wo ist die kleine Sarah? Und welches schreckliche Geheimnis verbirgt ihre Mutter?

Erik ist der Ich-Erzähler dieses spannenden Romans von Håkan Nesser. Gerade ist der Schriftsteller mit seiner Frau Winnie, einer Malerin, nach New York gezogen, wo sie Abstand zu ihrer Vergangenheit gewinnen wollen. Ein Jahr zuvor wurde nämlich die gemeinsame Tochter Sarah von einem Unbekannten entführt, was Erik hilflos mit ansehen musste. Das Ehepaar kämpft seitdem mit der Trauer, der Hoffnung, dass Sarah noch leben könnte und der gemeinsamen Beziehung, die immer mehr zu scheitern droht.

Was steckt wirklich hinter der Entführung?

Doch plötzlich verändert sich Winnie. Sie geht heimlich aus und spricht über ihre Tochter als wäre sie sicher, dass diese noch lebt. Erik kann die Wandlung seiner Frau zunächst nicht begreifen und fängt an, sie zu beobachten. Während der Leser Erik bei seinen Nachforschungen folgt, entdecken beide nach und nach, was wirklich hinter dem seltsamen Verhalten von Winnie steckt und welche grausame Wahrheit sie verbirgt.

Es muss nicht immer blutig sein

Håkan Nesser ist ein fantastischer Geschichtenerzähler. Auch bei diesem Roman gelingt es ihm fast durchgängig die Spannung hoch zu halten, v.a. weil der Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappt. Zeitweise scheint es sogar, dass übernatürliche Kräfte im Spiel sind. Und auch der Titel wirft einige Fragen auf. Wer ist denn eigentlich der Gärtner, dessen Perspektive dargestellt werden soll? Hier hat der Leser einiges zu überlegen.

Leider ist der Showdown etwas zu abgehakt und kurz geraten, worunter der Schluss leidet. Gerade die geheimnisvollen und unerklärlichen Zusammenhänge bleiben damit am Ende in der Luft hängen. Da muss der Leser zurückdenken und sich selbst einige Fragen beantworten. Für alle diejenigen, die viel Blut mögen, ist „Die Perspektive des Gärtners“ eher weniger geeignet. Tote gibt es nämlich erst am Ende.

Fazit: Abgesehen davon, dass der Schluss hinkt, ist der Roman auf jeden Fall denjenigen zu empfehlen, denen es nicht unbedingt auf die Anzahl der Toten ankommt.

 

320 Seiten

btb Verlag (August 2010)

19,99 Euro




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