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Buch

Mitten aus dem Leben

Ein Roman über die Absurdität des Alltags ...

Eine Geschichte mitten aus dem Ruhrgebiet. Das war es, was mich zunächst sehr angesprochen hat. Zudem stellte sich schnell heraus, dass sie sehr realistisch gehalten und trotzdem (oder gerade deshalb) mit viel Witz versehen ist.

Wortspiele und Interpretationsspielraum

Das Cover ist relativ schlicht gehalten und lässt viel Interpretationsspielraum. Ebenso das Spiel mit den Namen: Mark Dennis vs. Marc Degens. Ob zufällig oder nicht, manchmal sind es auch die Kleinigkeiten, an denen ich mich erfreuen kann.

Der Wahnsinn des Alltags

Im wesentlichen ist dies die fiktive, autobiographische Geschichte von Mark, sie handelt von Freundschaft, Liebe, Ich-Findung und den Zufällen,
die täglich das Leben begleiten. Es geht um jenen "... Wahnsinn, der uns hartnäckig als Alltag verkauft wird ...", wie es auf dem Klappentext heißt. Und das trifft es sehr genau.

Interessante Figuren

Mit den (Haupt-) Protagonisten Mark, Dennis und Lily hat der Autor drei sehr unterschiedliche Figuren geschaffen. Jede auf besondere Weise überaus sympathisch und authentisch, wenn auch manchmal etwas schräg und klischeehaft. Damit passen sie sich allerdings sehr gut in die manchmal recht skurrile Geschichte ein, so dass alles abgerundet wirkt.

Schwerpunkt

Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Freundschaft des Lehramtsstudenten Mark zu seinem Kumpel Dennis, einem nicht gerade erfolgreichen Beton-Bildhauer, gelenkt. (Eine seiner überdimensionalen Beton-Plastiken war auch Namensgeber des Romans.) Ihre Beziehung zueinander ist nicht immer ganz unproblematisch. Trotzdem bleibt Mark ihm stets ein treuer Freund und muss leider letztlich doch erkennen, dass er sich in Dennis getäuscht hat. Daher auch der Anfangssatz "Ich habe dieses Buch nicht geschrieben um mich an Dennis zu rächen. Aber verzeihen kann ich ihm auch nicht." Nach lesen des Buches erschien mir das plausibel. Auch hier war der Roman sehr schlüssig. Menschliche Wege kreuzen und spalten sich zuweilen in ebensolchem Tempo, wie sich der Mensch weiter entwickelt.

Etwas konturenlos

Die Protagonisten hätten in ihrer bildlichen Beschreibung zwar etwas plastischer sein können, und ich hätte gerne noch mehr über die Kunstszene gelesen, aber auch so war "Das kaputte Knie Gottes" unterhaltsam und überwiegend kurzweilig. Besondere Situationskomik lieferten dabei nicht zuletzt Dennis' ungewöhnliche Beton-Plastiken.

Fazit: Ein lesenswerter Roman, der sowohl laute, skurrile als auch leise, nachdenkliche Töne anstimmt.

(Tanja Geyer, academicworld-Userin)


Marc Degens: Das kaputte Knie Gottes
17,99 Euro. Knaus Verlag



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