Im Test: Mitsubishi Lancer Evo, 280 PS, 0-100 km/h 5,7 Sek., 250

Ende März in München, eigentlich sollte über Ostern die Sonne strahlen und eher Cabrio-Feeling aufkommen.
Das Gegenteil ist der Fall: Ein herber Wintereinbruch hat uns fest im Griff, und keiner wird freiwillig unter diesen Bedingungen mehr als das Nötigste fahren. Es sei denn, er hat ein Allrad-getriebenes Quasi- Rallyefahrzeug vor der Tür. So, wie den Mitsubishi Lancer Evolution IX.
Die Teststrecke führt mich diesmal in die Gegend zwischen Garmisch und Mittenwald, ich möchte dort das Luxushotel Schloss Elmau besuchen, das auf über 1.000 Höhenmetern gelegen ist. Einen größeren Gegensatz kann man sich dabei kaum vorstellen: Da das anthroposophisch angehauchte Fünf-Sterne Resort, bei dem schon ein leise säuselnder Bentley die Badegäste im auf 30 Grad beheizten Freiluftpool aufschrecken lässt. Und hier das Krawallauto schlechthin, der Traum jedes Heckflügel- Fetischisten, eine Karosserie, die man nicht schönreden kann. Man könnte natürlich argumentieren „Funktion ist alles...”, aber lassen wir das.
Der Beginn der Ausfahrt führt mich auf die Autobahn. Die Strecke ist geräumt und ich beschleunige den Japaner auf 210 km/h, dann begrenzt der Geschwindigkeitsindex der Winterreifen meinen Vortrieb. Ist der Evo IX noch auf der Autobahn eine Spur zu stuckerig und laut, ändert sich die Laune spürbar auf den verschneiten Landstraßen rund um die Zugspitze: Die unglaublich direkte Lenkung, das phantastische Fahrwerk in Verbindung mit dem Allradantrieb - die 280 Turbo-PS werden problemlos auf den rutschigen Untergrund gebracht. Ein Übersteuern des Fahrzeugs ist sehr kontrolliert provozierbar und macht Höllenspaß. Dieses Auto ist zum Fahren gemacht, was der puristische Innenraum und die straffen Sportsitze nur unterstreichen.
Fazit: Wem Image egal ist, der bekommt mit dem Lancer Evolution das perfekte Auto für schnelle Landstraßen- Etappen mit Nähe zum Rallyesport.




























