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Buch

Mein hungriges Herz

Das Leben ist hart.
Nein. Nein. Vielleicht doch nicht.
Ok. Es ist schön.
Aber eigentlich ? auch überhaupt nicht.
Wozu überhaupt leben?
Wenn man es sich so überlegt? na gut, es ist doch schön.
Oder??

Kurzbeschreibung

»Die Frau, die ich heute bin, ist entwurzelt, entfremdet, unbegreiflich einsam. Ich war sehr beliebt. Ich war sehr umgänglich. Ich war schüchtern. Ich war zurückhaltend. Ich war vernünftig. Ich war verrückt.«

Einst, in einem früheren Leben, wie die vierzigjährige Myriam immer zu sagen pflegt, hatte sie eine Familie, aber sie war nicht glücklich. Um den Erwartungen ihrer Umwelt gerecht zu werden, unterdrückte sie stets jenen Teil ihrer Persönlichkeit, der nicht vorbildlich, ordentlich und anständig war. Sie hoffte, dass man sie dafür lieben würde. Doch eines Tages hielt sie die Verstellung nicht mehr aus, und die heile Welt brach in sich zusammen. 

Restauranteröffnung

Nun, nach Jahren der Rastlosigkeit, beschließt Myriam spontan, ein Restaurant in Paris zu eröffnen. Sie hat weder Geld noch Erfahrung in der Gastronomie, nur das Bedürfnis, in ihrem Leben etwas zu schaffen, was allein ihr gehört. In ihrem ungewöhnlichen Lokal versucht sie, mit ihren sinnlichen und ausgefallenen Speisen die Menschen glücklich zu machen und sich selbst mit der Welt zu versöhnen.Eine Frau zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Schuld und Vergebung: Ein leidenschaftlicher und lebendiger Roman über die Unvollkommenheit der Menschen und die Brüche, die uns interessant machen.

Eine zerschnittene Blutorange ziert das Buchcover von ?Mein hungriges Herz?. Die Symbolik dieses Bildes scheint schnell verstanden: Wie der Körper sich nach Nahrung sehnt, durstet es dem Herz nach Geborgenheit, nach Freundschaft und Liebe.

Die Buchbeschreibung verrät dem Leser, dass ein idyllisches Familienleben zerbricht und die Protagonistin zum Regisseur ihres eigenen Lebens wird, in dem sie ein Restaurant eröffnet. Das ?Chez moi? erfreut sich bald hoher Beliebtheit. Doch ob es das ist, was Myriam glücklich macht, oder ob zum wahren Glück noch etwas Anderes gehört, erfährt der Leser erst im Laufe der Erzählung.

Das pure Leben

Agnes Desarthe führt den Leser durch ein Leben, das nicht ? wie so unendlich oft herbeigewünscht ? eine Anzahl an geraden Linien ist, die einen Punkt mit dem nächsten verbinden. Sie lässt die Protagonistin ein Leben durchleben, dessen Linie auf dem Weg von einem Punkt zum nächsten in unterschiedlichste Richtungen gelenkt wird, dessen Linie sich schlangenförmig um ihre Beine wickelt, sie fast zum Fallen bringt, um sich dann wieder zu lösen und das Band zu bilden, mit dem ihre Mitmenschen ihr Halt geben.

Dieses Abenteuer des puren Lebens ist in einer mitreißenden Weise beschrieben. Der Leser springt Hand in Hand mit Myriam mühelos von einem Gedanken zum nächsten. Zwischen Hoffen und Bangen lädt die Autorin den Leser ein, über das Leben selbst nachzudenken.

"Wenn es Nacht geworden ist, rechne ich in meinem Badewasser alles durch und ziehe eine Bilanz dessen, was ich den Tag über getan habe, und die Summe ist nichts, und doch ist sie alles."

"Um uns ein Heer von hängenden Armen. Alle sind müde. Unser Mann, unsere Frau, unsere Freunde, alle haben gleichzeitig die Nase voll, und dann ? aber nur, wen man viel Glück hat, nur wenn man keine Angst hat oder verrückt genug ist, um rasch anzubeißen ? dann kommt die Liebe. Und das ist dann nicht mehr eine Straße, die man ins Nichts bahnt, sondern eine Hängebrücke, die den Weg in die Unendlichkeit öffnet."

Worte, die nachklingen, auch wenn das Buch schon lange gelesen ist. Niemand sollte dieses Buch auslassen.

Helena Klipan

 

Agnès Desarthe

Mein hungriges Herz

336 Seiten

Droemer Knaur

 

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Hans Weingartner, der Minimalist

21 Fragen an:

Von der Neurochirurgie zum Film. Geht nicht? Geht doch! Den 1970 geborenen Vorarlberger Hans Weingartner zog es nach seinem Studium der Physik und der Neurowissenschaften in Wien und Berlin an die KHM in Köln. 2001 legte Weingartner, der sowohl Drehbuchautor, Produzent und Regisseur ist, mit seinem Debütfilm "Das weisse Rauschen" vor und feierte seinen endgültigen Durchbruch 2004 mit seinem globalisierungskritischen Film "Die fetten Jahre sind vorbei". Mitte November 2007 lief Weingartners Film "Free Rainer" mit Moritz Bleibtreu in den deutschen Kinos.


Die Berufseinsteigerfrage

Wie viel Show-Typ muss man sein, um Karriere zu machen?

Die Berufseinsteigerfrage, Bewerbung & Berufseinstieg:

Malte B. (26) aus Bonn schreibt uns: “Ich bin Ingenieur und arbeite in der Automobilindustrie. Bei aller Bescheidenheit bin ich meinen Traineekollegen fachlich weit überlegen. Ich habe bereits in den ersten Monaten technische Lösungsvorschläge erarbeitet, die direkt umgesetzt worden sind. Da bei uns Teamarbeit großgeschrieben wird, präsentieren wir unsere Arbeiten jedoch immer in der Gruppe. Da ich es unangenehm finde, im Mittelpunkt zu stehen, übernehmen die ‘Show-Typen’ die Präsentation meiner Arbeiten. Leider sammeln sie dann auch die Lorbeeren ein. Reicht nicht die fachliche Kompetenz, muss man auch ein ‘Show-Typ’ sein, um Karriere zu machen? Und wenn ja, wie wird man so?“


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?Antwort: "Ausdrücklich wurden vom Fragesteller ja nur Viren und Bakterien ausgeschlossen und nicht Einzeller. Nimmt man diese in das Spektrum auf, dann ist eindeutig der Erreger der Malaria, Variante Tropica (Plasmodium falciparum), der größte Killer und einige Arten der Anopheles-Mücke als Vektoren die wichtigsten 'Vermittler' der weit über eine Million Todesfälle pro Jahr.Nimmt man den Menschen als eine Spezies wie jede andere, was wir ja gemeinhin nicht tun – sondern uns als Krone der Schöpfung betrachtend vom riesigen Rest der Evolutionsprodukte gern weit absetzen – dann ist ganz klar, dass der Mensch für den Menschen wohl schon bis in lang vergangene Zeiten der größte Killer war und nach ...