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Technik

Maserati Ghibli II

Der Maserati Ghibli II

© Maserati

Klassiker, Youngtimer & Gebrauchtwagen mit  Potenzial?. Heute: Der Maserati Ghibli II, der von 1992 bis 1997 gebaut worden ist.

Als Maserati 1981 den Biturbo vorstellte, war das Unternehmen mal wieder wirtschaftlich am Ende. Die bis heute von bestechenden Fahrzeugen, wirren Eigentümerwechseln und legendärer  Defektanfälligkeit geprägte Unternehmens­­­? geschichte wäre 67 Jahre nach der Gründung zu Ende gewesen, wenn der damalige Besitzer Alejandro De Tomaso nicht auf die Idee gekommen wäre, Maserati neu zu positionieren: Volumen-Modelle statt Exoten in homöopathischen Stückzahlen, günstige Einstiegspreise statt teurem Luxussegment und Fahrzeuge im täglichen Einsatz anstatt Wochenendflaneure ? so ungefähr lauteten die Eckdaten, die einst zu der Biturbo-Serie führten, die als Synonym für kompakte, aufgeladene Fahrzeuge Maserati das Überleben sicherte. 1993 übernahm Fiat den Traditionshersteller, der Maserati Ghibli wurde jedoch noch von De Tomaso initiiert.  Die Bauzeit dieses Sportwagens war von 1992 bis 1997, etwas über 2.000 Exemplare wurden verkauft, und wie immer bei Maserati wurden die Fahrzeuge sukzessive während der Baujahre im Detail verändert.

Dabei ist für Außenstehende gar nicht so leicht ersichtlich, was sich wann an Neuheiten im Fahrzeug änderte. So wurden Hinterachse, Bremsen, Getriebe im Laufe der Zeit geändert. ABS gab es ab 1994 und nur wenige Ghibli sind mit einem Fahrerairbag ausgerüstet worden. Ausgewählt werden konnte zwischen zwei Biturbo-Motorisierungen: Der 2.0 leistete 306 PS, der hubraumstärkere 2.8 nur 284 PS, konnte allerdings auch mit Automatik geordert werden. Beide Sechszylinder gelten als zuverlässig und robust, wenn Serviceintervalle eingehalten werden. Vor allem der Zahnriemen ist rechtzeitig zu wechseln. Die Leistungsentfaltung der Aggregate kommt besonders bei schnellen Autobahnetappen und Überholmanövern zum Tragen. Naturgemäß  ist vor allem der 2.0 innerstädtisch etwas träge, da die Turbos Drehzahl brauchen. Wird der Ladedruck voll aufgebaut, ist allerdings Leistung im Überfluss vorhanden.

Optisch ist die von dem legendären Autodesigner Marcello Gandini gezeichnete Karosserie keine Schönheit, aber markant. Der Innenraum ist ausgefallen und für einen Sportwagen fast zu kitschig. Puristen bevorzugen auch wegen des reduzierteren Interieurs die Sonderserie Ghibli Cup, die (mit Modifikationen an der Hardware!) den 2.0 auf 330 PS brachte ? was noch immer die höchste Literleistung eines Serienfahrzeuges weltweit bedeutet.

Der Ghibli ist ein Understatement-Auto: Überragende Fahrleistungen, dezente Optik und günstige Einstandspreise machen ihn zu einem verlockenden Angebot für Individualisten.

Ab 15.000 Euro gibt es gepflegte Exemplare, die durchaus das Potential zur Wertsteigerung haben. Leider entspricht die Rostvorsorge nicht unbedingt dem, was man Mitte der 90er Jahre erwarten durfte. Also ist auch dieser Punkt zu berücksichtigen. Vorzuziehen sind in jedem Fall spätere Baujahre mit ABS.

 

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