Seite empfehlen
Drucken
Buch

Den Schein wahren ...

In seinem Roman "Allmen und die Libellen" stellt Martin Suter seinen Lesern den Lebemann Johann Friedrich von Allmen vor. Freunde nennen ihn John, Fremden stellt er sich als Allmen vor.

Mehr Schein als Sein

Allmen hat einst eine umfangreiche Erbschaft gemacht, von der aber mittlerweile nichts mehr übrig ist. Sein Anwesen hat er verkaufen müssen, er lebt nun mit seinem Gärtner Carlos im Gartenhaus, wahrt aber nach außen den Schein des immer noch liquiden Geschäftsmannes und bewegt sich gekonnt in der Welt der Reichen.

Seine wiederkehrenden finanziellen Probleme weiß er zu lösen: Er unterhält gute Beziehungen zu einem Antiquitätenhändler, der ihm auch solche Objekte abnimmt, über deren Herkunft beide aus gutem Grund lieber schweigen.

Lösung für alle Probleme

Als Allmen bei einem Opernbesuch die Bekanntschaft von Jojo macht und sie ihn mit zu sich nach Hause nimmt, macht er eine Entdeckung: Fünf Jugenstil-Schalen, die Jojos Vater aufbewart. Sie könnten nicht nur das Problem mit einem ungeduldigen Gläubiger Allmens lösen.

Ungewöhnlicher Held

Martin Suter hat einen kurzweiligen, unterhaltsamen Roman geschrieben, der einige unerwartete Wendungen bereithält. Das Erzähltempo ist hoch, die knapp 200 Seiten lesen sich wie im Flug. Dabei ist Allmen kein Held im herkömmlichen Sinne. Moralische Überlegungen etwa scheinen in seinem Leben keinen Platz (mehr) zu haben.

Der Verlag kündigt Suters neuen Roman als den "Auftakt einer wunderbaren Krimiserie" an, Allmen und Carlos, der ihn im Zusammenhang mit den Jugendstil-Schalen unterstützt hat, seien das neue "ungewöhnliche Ermittlerduo". Diese Ankündigung macht in jedem Fall neugierig, da die beiden wirklich alles andere als typische Detektive sind. Man darf also sehr gespannt sein, was da noch kommen wird.

 

Martin Suter. Allmen und die Libellen
18,90 Euro. Diogenes Verlag

 

 

 

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Hans Weingartner, der Minimalist

21 Fragen an:

Von der Neurochirurgie zum Film. Geht nicht? Geht doch! Den 1970 geborenen Vorarlberger Hans Weingartner zog es nach seinem Studium der Physik und der Neurowissenschaften in Wien und Berlin an die KHM in Köln. 2001 legte Weingartner, der sowohl Drehbuchautor, Produzent und Regisseur ist, mit seinem Debütfilm "Das weisse Rauschen" vor und feierte seinen endgültigen Durchbruch 2004 mit seinem globalisierungskritischen Film "Die fetten Jahre sind vorbei". Mitte November 2007 lief Weingartners Film "Free Rainer" mit Moritz Bleibtreu in den deutschen Kinos.


Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?Antwort: "Hinter dieser scheinbar einfachen Frage, die ein Kind stellen könnte, verbirgt sich das so genannte Olberssche Paradoxon, benannt nach dem Arzt und Amateurastronomen Wilhelm Olbers (1758 - 1840). Er stellte sich die Frage, warum der Nachthimmel eigentlich dunkel ist, wenn doch das unendlich große Universum angefüllt ist mit Abertausenden kosmischen Lichtquellen. Denn wenn hinter einer Lichtquelle eine weitere auftritt und daneben noch eine und so weiter, müsste der Nachthimmel doch eigentlich gleißend hell sein – zumindest aber nicht schwarz, so wie wir es beobachten. Der Strahlungsstrom einer Quelle am Himmel nimmt mit dem Entfernungsquadrat ab; allerdings nimmt ebenso die Zahl der Sterne (bei vorausgesetztem unendlichen, hom...