
Mehr Schein als Sein
Allmen hat einst eine umfangreiche Erbschaft gemacht, von der aber mittlerweile nichts mehr übrig ist. Sein Anwesen hat er verkaufen müssen, er lebt nun mit seinem Gärtner Carlos im Gartenhaus, wahrt aber nach außen den Schein des immer noch liquiden Geschäftsmannes und bewegt sich gekonnt in der Welt der Reichen.
Seine wiederkehrenden finanziellen Probleme weiß er zu lösen: Er unterhält gute Beziehungen zu einem Antiquitätenhändler, der ihm auch solche Objekte abnimmt, über deren Herkunft beide aus gutem Grund lieber schweigen.
Lösung für alle Probleme
Als Allmen bei einem Opernbesuch die Bekanntschaft von Jojo macht und sie ihn mit zu sich nach Hause nimmt, macht er eine Entdeckung: Fünf Jugenstil-Schalen, die Jojos Vater aufbewart. Sie könnten nicht nur das Problem mit einem ungeduldigen Gläubiger Allmens lösen.
Ungewöhnlicher Held
Martin Suter hat einen kurzweiligen, unterhaltsamen Roman geschrieben, der einige unerwartete Wendungen bereithält. Das Erzähltempo ist hoch, die knapp 200 Seiten lesen sich wie im Flug. Dabei ist Allmen kein Held im herkömmlichen Sinne. Moralische Überlegungen etwa scheinen in seinem Leben keinen Platz (mehr) zu haben.
Der Verlag kündigt Suters neuen Roman als den "Auftakt einer wunderbaren Krimiserie" an, Allmen und Carlos, der ihn im Zusammenhang mit den Jugendstil-Schalen unterstützt hat, seien das neue "ungewöhnliche Ermittlerduo". Diese Ankündigung macht in jedem Fall neugierig, da die beiden wirklich alles andere als typische Detektive sind. Man darf also sehr gespannt sein, was da noch kommen wird.
Martin Suter. Allmen und die Libellen
18,90 Euro. Diogenes Verlag



























