
Xenophobie - ein weit verbreitetes Phänomen
Aufruhr in der kleinen Grenzgemeinde Tantow: Nach zwei Morden ist nun auch ein drittes Todesopfer zu verzeichnen. Die Mutmaßungen über den Täter laufen heiß – waren es die benachbarten Polen? Oder gar deren wildes Hundepack? Auch den Neulingen in der vorpommerschen Gemeinde wird nicht über den Weg getraut. Und wieso benimmt sich der alte Pfarrer neuerdings noch sonderbarer als sonst?
Einzig die Immobilienhaie auf der Jagd nach Grund und Boden für geplante Wellness-Hotel-Komplexe und Zwölfender-Jagdresorts sowie die westdeutsche Kommissarin scheinen sich über die Vorfälle heimlich zu freuen. Letztere wittert dazu einen größeren Schritt auf der vorpommersch-kurzsprossigen Karriereleiter. Doch bevor die Kommissarin zu ihrem Sensatiönchen kommt, muss sich erst noch einiges bewegen. Vor allem die eingeschworene Bürgerschaft.
Norddeutsche Telenovela als Krimi verpackt
Meiers „Letzte Losung“ ist kein „packender Krimi“, wie auf dem Schutzumschlag behauptet. Das ist jedoch nicht schlimm, denn es ist viel spannender, wie es dem Autor gelingt, die charakteristisch umfassenden, bis in DDR-Geschichte ragenden, multiperspektivischen und generationenübergreifenden Spezifika eines regionalen Menschenschlags, ja quasi eines Milieus, zu porträtieren.
André Meier stellt kriminelle Machenschaften wie Mord, Menschenhandel oder Prostitution derart feinfühlig kühl und mit nebensächlicher Plötzlichkeit dar, dass man meinen könnte, man lese Zeitung: Die verknappende Art des Autors spiegelt die der Pommern verbal gut wider. Und sie ermöglicht eine latente Personifizierung mit dem Geschehen. Wie in einer norddeutschen Telenovela.
Generationenkonflikte, Vorurteile, drei Tote in der Kleinstadt und ein Hauch von Geschichte – Meier gelingt es aus dieser bunten Mischung ein geschmackvolles Gesamtkunstwerk zu formen.



























