Drucken
TV/DVD/Game

Kampf dem Menschenhandel

So lautet zumindest die grundsätzliche Thematik des Films Reclaim mit Ryan Phillippe und John Cusack. Ein junges, amerikanisches Ehepaar kämpft darin um das Schicksal des Waisen-Mädchens Nina. Sie ist das Opfer eines gewieften Menschenhändlerrings. Das klingt hochpolitisch und brisant – aber hält der Film, was er damit verspricht?

So schön hätte es von Anfang an sein können - wäre da nicht der Menschenhändlerring. Foto: Unversum Film/ Square1
So schön hätte es von Anfang an sein können - wäre da nicht der Menschenhändlerring. Foto: Unversum Film/ Square1

Um das haitianische Waisen-Mädchen Nina zu adoptieren, reist das junge Paar Steven (Ryan Phillippe) und Shannon (Rachelle Lefevre) nach Puerto Rico. Alles scheint perfekt und die frischgebackenen Eltern warten nur noch auf die Ausreisedokumente ihrer neuen Tochter. Doch dann verschwindet Nina spurlos nachts aus ihrem Bett und auch das Adoptionsbüro existiert plötzlich nicht mehr. Allmählich begreifen die beiden, dass auch der Fremde Benjamin (John Cusack), der dem Paar scheinbar zufällig am Strand begegnet ist, seine Finger mit im Spiel hat. Aufgeben ist für Shannon und Steven keine Option – aus ihrem intuitiven Widerstand wird sehr bald eine Angriffshaltung, denn sie wollen Nina unbedingt aus den Klauen der Menschenhändler befreien. Schnell entwickelt sich die Suche für alle Beteiligten zu einem Kampf ums nackte Überleben …

Die Kritik

Wenn ein Ryan Phillippe nach Jahren der Abstinenz wieder in einem Film erscheint, sollte man hinsehen. Erinnert sich noch jemand an seine Rolle als Christopher in "Eiskalte Engel"? Dieser Junge ist erwachsen geworden und schwer attraktiv! Das macht aber natürlich nur einen Teil seiner 'Leistungsfähigkeit'. Wie er sich macht? Gut. Ehrlich! Er mimt den Ehemann einer kinderlosen Ehe mit Nachdruck. Trinkt gerne mal, ist ehrlich verliebt und insgesamt ein guter Typ. Trotzdem fühlt er sich immer verantwortlich für den Unfall, bei dem Shannon das gemeinsame Kind verloren hat. Das wirkt sich auf jede seiner Handlungen aus und gibt dem Drama eine besondere Note.

Was auch noch angemerkt werden sollte: Das Cover ist ziemlich irreführend. Es gibt keine wilde Verfolgungsjagd durch eine Stadt mit großem Helikopteraufgebot - die meisten Szenen finden in einer Dschungel-ähnlichen Umgebung statt. Das ist auch gut so, denn eine Großstadt wäre vollkommen unglaubwürdig. Lasst euch davon also nicht beeinflussen!

Aber wie sieht es nun mit der Politik aus? Die kommt sehr knapp darin vor. Klar, das Ehepaar kämpft dagegen, aber es ist eben ein fiktiven Hurra-Hollywood-Beispiel mit ein bisschen Text im Filmabspann. So richtig in die Tiefe geht der Film also nicht und verschenkt hier die Möglichkeit, mehr als nur ein Unterhaltungswerk zu werden. In Sternen? 2,5 von 5.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Reclaim – auf eigenes Risiko

Regie: Alan White

Darsteller: John Cusack, Ryan Phillippe, Rachelle Lefevre, Jacki Weaver 

Seit dem 15. Mai im Vertrieb der Universum Film / Square1 als DVD und BluRay im Handel.




Die Berufseinsteigerfrage

Die Berufseinsteigerfrage:

Angelika W. (25) aus Hamburg schreibt uns: Nach meinem BWL-Studium habe ich einen Traineeship begonnen. Das Arbeitsklima unter den Kollegen ist super und die Arbeit macht mir Spaß. Anders sieht das Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeitern aus. Wir bekommen für unseren Einsatz nur wenig Anerkennung. Ich bin neu in der Firma und habe Angst meinen Job zu verlieren, wenn ich Kritik gegenüber meinem Chef äußere. Wie soll ich mit dem Konflikt umgehen?


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?Antwort: "Hinter dieser scheinbar einfachen Frage, die ein Kind stellen könnte, verbirgt sich das so genannte Olberssche Paradoxon, benannt nach dem Arzt und Amateurastronomen Wilhelm Olbers (1758 - 1840). Er stellte sich die Frage, warum der Nachthimmel eigentlich dunkel ist, wenn doch das unendlich große Universum angefüllt ist mit Abertausenden kosmischen Lichtquellen. Denn wenn hinter einer Lichtquelle eine weitere auftritt und daneben noch eine und so weiter, müsste der Nachthimmel doch eigentlich gleißend hell sein – zumindest aber nicht schwarz, so wie wir es beobachten. Der Strahlungsstrom einer Quelle am Himmel nimmt mit dem Entfernungsquadrat ab; allerdings nimmt ebenso die Zahl der Sterne (bei vorausgesetztem unendlichen, hom...