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Buch

Kalungas Kind

Kalungas Kind - Wie die DDR mein Leben rettete

In einer dramatischen Rettungsaktion werden im Frühjahr 1978 verletzte namibische Flüchtlinge in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) ausgeflogen. Mit an Bord des Militärfliegers befindet sich auch die schwangere Clementine, deren zerschmetterte Hüfte operiert werden muss, um das Leben von Mutter und Kind zu retten. Hintergrund der Rettungsaktion ist der südafrikanisch-namibische Bürgerkrieg, die völlig überfüllten Flüchtlingscamps im angrenzenden Angola sowie die tatkräftige Unterstützung der namibischen Freiheitsbewegung durch die DDR-Regierung unter Erich Honecker.

So kommt die nach einer liebenswürdigen Krankenschwester benannte Stefanie-Lahya in der sogenannten "Solidaritätsstation" bei Berlin auf die Welt. Auch das Ungeborene hat von den Schüssen auf der Flucht Verletzungen davon getragen, weshalb das Mädchen mit mehr oder weniger schwerwiegenden einseitigen Behinderungen leben muss. Da sich ihre von den Erlebnissen traumatisierte Mutter Clementine mit der Versorgung des Babys schwer tut, bietet die noch in der Ausbildung stehende Ärztin Petra ihre Unterstützung an. Über Petra Schmieder kommt das afrikanische Kind in eine deutsche Pflegefamilie, während ihre zumindest körperlich genesene Mutter nach Angola zurückkehren muss.

Aufgewachsen in der DDR

Stefanie-Lahya wächst in einem wohlbehüteten Umfeld auf, in dem sich ihre Pflegefamilie wieder und wieder über Anträge beugt, um das körperlich beeinträchtigte Kind nicht zurück in eine afrikanische Ungewissheit entlassen zu müssen. Sie besucht den Kindergarten und die Schule wie die anderen Kinder in ihrer Nachbarschaft auch und ist sich ihrer 'Andersartigkeit' kaum bewusst.

Allein um die Vorgaben der Ausländerbehörden zu erfüllen, muss das Mädchen an Ferienfreizeiten mit anderen namibischen Flüchtlingskindern teilnehmen. Wann die Vorgabe zur Heimreise nach Namibia bzw. Angola erfolgen wird, ist ungewiss und lastet über Jahre hinweg schwer auf der gesamten Familie Schmieder.

Phasen der Suche

Als Teenager im Alter von 14 Jahren, unter gänzlich anderen politischen Bedingungen bereits nach der Wende, begibt sich die Ich-Erzählerin erstmals auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern. Sie bereist ihre kulturelle Heimat Namibia zum ersten Mal. Mit dieser Suche beginnt eine Phase intensiver Reflektion um all die Menschen, die diesen besonderen Lebensweg eines afrikanischen Flüchtlingsmädchens in der ehemaligen DDR mitgestaltet haben. Die Essenz dieser Suche ist dieses sehr persönliche Buch.

Über zwei Bildstrecken erhält der Leser zusätzlich Einblick in das Leben der jungen Autorin. Das viele Bildmaterial, eine rundheraus ehrliche Sprache und ein feiner Sinn für Humor  beweisen mal wieder, dass das Leben oft so viel fesselnder ist, als jeder Roman!

Jutta Schönfelder

 

Stefanie-Lahya Aukongo

Kalungas Kind. Wie die DDR mein Leben rettete

256 Seiten

12,00 Euro

Rowohlt Verlag

 

 




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