Wie wir werden wer wir sind ? und was wir dagegen tun können
Katharina Ohana will in ihrem Buch "Gestatten: ICH. Die Entdeckung des Selbstbewusstseins" Wege aus den Sackgassen des Lebens aufzeigen, die vielleicht nicht einfach, aber nötig sind, um ein wirklich selbstbestimmtes Leben zu führen. Mittels des Aspektes von Selbstbewusstsein und Liebe versucht sie zu verdeutlichen, wie Emotionen entstehen, auf welche Weise unser Gehirn sie verarbeitet und welche Folgen sie zum Teil für ein ganzes Leben haben können.

Beispiele als Identifikationshilfe
Nachdem in einer kurzen Einführung die Problemstellung umrissen wird, nämlich das, oft völlig ungerechtfertigte, Vertrauen auf sich selbst. Hier will die Autorin ansetzen und dem Leser helfen, die in der Kindheit gelernten Verhaltensmuster zu durchschauen und zu verstehen, wo manche Prägungen und Werte ihren Ursprung haben. Wir sollen uns klar machen, dass das, was wir für Gut oder Schlecht halten, diese Etikettierungen nicht zwangsläufig rechtfertigt. Von der Aufgabe der Identitätsfindung, soweit möglich fernab von Fremdbestimmungen handelt dieses Buch.
Um dies zu erreichen, schildert Ohana zunächst in einem ersten Teil die Geschichte unseres Selbstbewusstseins. Hierbei erklärt sie anhand zahlreicher Beispiele und in anschaulicher, einfacher und doch angemessener Wortwahl die Grundlagen der Psyche. Lässt den Leser Einblick nehmen in die grundsätzlichen Richtungen, die ein gestörtes Selbstwertgefühl einschlagen kann und zeigt gängige Formen der Extrempole Autoaggression und Selbstüberhöhung auf, sowie die Gründe für deren Entstehung ? die übrigens oftmals ähnlich sind.
Das Problem des eigenen Maßstabs
Im zweiten Teil des Buches sollen dann Schritte auf dem Weg zur eigenen Identität nachvollzogen werden. Wie schaffe ich mir meine eigenen Werte und wie erlange ich wirkliche Freiheit? Diese Leitfragen sind es, die Ohana hier erneut exemplarisch beantwortet. Das Buch, im ersten Abschnitt noch größtenteils Sachbuch, wird hier zum Selbsthilferatgeber. Viele Denkanstöße gibt die Autorin dem Leser mit auf den Weg, wenn sie ihn sich beständig selbst hinterfragen lässt. Schließlich versucht sie gegen Ende noch zum Einen mögliche Ängste vor der Psychoanalyse zu entkräften und zum Anderen führt sie praktische Übungen auf, mit denen man sich sofort auf den beschwerlichen Weg aus der eigene Misere machen kann, so man denn zu der Erkenntnis gelangt ist, dies sei nötig. Ein beigefügtes Literaturverzeichnis bietet zudem noch Anregung zu weiterer Lektüre zum Zwecke des besseren Verständnisses mancher Problem, die in solch einem Überblickswerk nur kurzen Eingang finden konnten.
Katharina Ohana: Gestatten: ICH. Die Entdeckung des Selbstbewusstseins
240 Seiten
ISBN: 978-3-579-06763-6
? 19,95
Verlag: Gütersloher Verlagshaus



























