Seite empfehlen
Drucken
Buch

John Doyle: Don't worry - Be German

Ein Amerikaner in Deutschland

Fast 20 Jahre lebt John Doyle nun in Deutschland. Der US-Amerikaner hat eine Deutsche geheiratet, mit der er einen Sohn hat, ist mittlerweile beliebter Comedian in deutschen Clubs und im Fernsehen und hat sich hier gut eingelebt. In Don't Worry Be German schreibt er über seine Deutschwerdung, über die Vorurteile der Amis gegenüber den Deutschen und umgekehrt sowie deren Bestätigung. Ob es um amerikanische Prüderie oder deutsche Raserei, um oberflächliche Freundlichkeit oder übertriebene Ordnungsliebe geht, zu allem kann John Doyle witzige Begebenheiten erzählen, aus der Sicht des Amis, der sich deutsche Gepflogenheiten zur Brust nimmt, und aus der Sicht des Deutschen, der manche amerikanischen Gewohnheiten vermisst, andere mittlerweile selbst absurd findet.

Der größte Teil der deutschen Comedyszene gibt mir kaum etwas. Ich teile den Humor selten und lacht der Comedian über seine eigenen Scherze oder wiederholt die Gags, die gut ankamen, immer wieder, dann empfinde ich mehr Fremdschämen als Belustigung. Mit John Doyle hab ich mich daher bislang nicht wirklich beschäftigt. Die Ausschnitte, die ich von ihm sah, weckten nicht wirklich mein Interesse.

Sein Buch Don't Worry Be German liest sich allerdings sehr gut, leicht und auch interessant, gerade wenn man selbst noch nicht in den USA war. Fast etwas zu brav nimmt Doyle sowohl die Deutschen als auch die Amis aufs Korn und hinterläßt den Eindruck, dass es etwas wunderbares ist, aufgeschlossen ein anderes Land mit anderen Gepflogenheiten kennenzulernen und sich dort einzuleben.

Don't Worry Be German ist ein schönes Buch zum Schmunzeln und sorgt für den ein oder anderen Lacher zwischendurch, auch wenn mir etwas Biss und Schärfe fehlt.

288 Seiten

Verlag: Scherz (2010)

Preis: 14,95 Euro

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Dominik Graf, der Rekordpreisträger

21 Fragen an: Dominik Graf

Dominik Graf wurde 1952 in München geboren, wo er die Hochschule für Fernsehen und Film besuchte. Als Kino- und TV-Regisseur ist er unter anderem für zahlreiche Folgen der Kriminalserien “Tatort” und “Polizeiruf” bekannt. 2011 gewann er zum neunten Mal den Adolf-Grimme-Preis und ist damit der am häufigsten ausgezeichnete Träger des begehrten Fernsehpreises. Seit 2004 ist Dominik Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln und wurde 2005 zum Honorarprofessor ernannt.


Die Berufseinsteigerfrage

Gefühlschaos: Fernbeziehung, Karriere, Kinderwunsch

Die Berufseinsteigerfrage:

"Mein Freund und ich leben seit fünf Jahren glücklich zusammen. Nun hat uns der Berufseinstieg in verschiedene Städte verschlagen, sodass wir uns nur am Wochenende sehen. Wir merken beide, dass dies für die Beziehung eine Belastung ist, da wir beide das Wochenende in erster Linie zur Erholung benötigen. Beiden ist klar, dass wir wieder an einem Ort leben wollen. Beide sind wir in unseren jeweiligen Jobs zufrieden, so dass jeder vom anderen erwartet, sich zu verändern. Ich argumentiere so, dass ich den anspruchsvolleren Job mit einem höheren Verdienst habe und dieser auch nicht mehr so leicht zu finden ist. Er sagt, dass bei einer beabsichtigen Familiengründung mein Karrierevorsprung sowieso nicht mehr ins Gewicht falle, da es dann auf ihn ankomme. Ich aber möchte nach einer Elternzeit wieder arbeiten. Was raten Sie uns?", fragt Anja F. (31) aus Düsseldorf.


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören. Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairisch...