Drucken
Film

'Jemand, der Whisky liebt, kann kein schlechter Mensch sein.`W.C. Fields

Als Angels´Share bezeichnet man den Teil des Whiskys, der im Laufe der Lagerung verdunstet und somit den Engeln zugeschrieben wird. Um Whisky, genauer gesagt den Wertvollsten überhaupt, von dem nur ein paar Fläschchen den vier Kleinkriminellen Robbie, Albert, Rhino und Mo eine bessere Zukunft garantieren könnten, dreht sich auch Ken Loachs neue Komödie.

Unterwegs in Sachen Whisky: Robbie und seine Freunde

In zahlreichen Städten Großbritanniens, so auch im schottischen Glasgow, ist ein Großteil der Jugendlichen in einem Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit und Ganggewalt gefangen. Diese Probleme machen auch vor Robbie nicht halt. Nur durch seine "positive Zukunftsaussichten", wie das Gericht meint, entkommt der werdende Vater einer Haftstrafe und muss nun gemeinsam mit anderen mehr oder weniger auffälligen Jugendlichen gemeinnützige Arbeit verrichten. Diese Chance will Robbie ergreifen, um von nun an ein gutes Vorbild für seinen neugeborenen Sohn Luke zu sein. Doch das ist in einer Stadt wie Glasgow leichter gesagt als getan, vor allem wenn man im Clinch mit dem verfeindeten Familienclan steht und für den Schwiegervater nur Abschaum ist.

Eine Gelegenheit, die alles ändern könnte

Während seiner Sozialstunden lernt Robbie nicht nur Gleichgesinnte, sondern auch den gutherzigen Sozialbetreuer Harry (John Henshaw) kennen, der die Jugendlichen nicht nur als vollwertige Individuen anerkennt, sondern ihm auch die Vorzüge des schottischen Nationalgetränks näher bringt. Auf einem gemeinsamen Ausflug in eine Destillerie erfährt die Truppe unter anderem von einer anstehenden Auktion, bei der ein Fass "Malt Mill", einem Whisky von scheinbar unermesslichen Wert, versteigert werden soll.
Nachdem Robbie aufgrund seines neu entdeckten außergewöhnlichen Geschmackssinns schon Whiskylegende und Fassmeister Rory McAllister (Charles McLean) und dem etwas dubiosen Unterhändler Thaddeus (Roger Allem) aufgefallen ist und seinen Freunden einen kleinen Crash-Kurs gegeben hat, schmieden die vier Jugendlichen einen perfiden Plan ... der ihnen die Tür zu einer sorgenfreien Zukunft öffnen könnte - oder hinter Gittern endet.

Robbie im Whiskyparadies

Ein Film wie das wahre Leben

Eins ist sicher: Die "Straffälligen" Robbie, Albert (Gary Maitland), Mo (Jasmin Riggins) und Rhino (William Ruane) wachsen einem schnell ans Herz. Und das erscheint manchmal gar nicht so einfach in "The Angels´ Share",  der ab 18. Oktober auch bei uns zu sehen ist. 

Es ist die erste richtige Komödie des britischen Filmemachers Ken Loach, allerdings keine mit festgelegten und einstudierten Gags, sondern eine, die das wahre Leben zeigt, mit dem typisch schottischen Augenzwinkern - und das gefällt! 

Dabei gelingt es dem Regisseur, der vorher eher bekannt für kritische Sozialstudien war("Carla´s Song", "It´s a Free World") eine angenehme Balance zwischen Amüsement und ernsten Momenten zu schaffen, wobei den Zuschauern die teilweise erschütternde Vergangenheit und Perspektivlosigkeit Robbies vor Augen geführt werden. 

Seine Authentizität erlangt der Film nicht nur durch das raffinierte Drehbuch von Paul Laverty, das den Schauspielern bewusst viel Raum für Improvisation lässt, sondern auch durch die Kombination von Profi- und Laienschauspielern. 

So finden sich beispielsweise viele Parallelen zwischen Paul Brannigan und seiner Rolle Robbie - die Filmemacher lernten ihn kennen, als er gerade selbst Sozialstunden ableistete.

Whisky, Highlands und Humor

Es macht auf jeden Fall großen Spaß, Robbie und seine Clique bei dieser Erfahrung zu begleiten, bei der jeder mit seinen Talenten zum Erfolg beiträgt und  manch ein Vorurteil schnell vergessen wird. Dazu kommt noch die beeindruckende Landschaft der schottischen Highlands, viel Wissenswertes über Whisky und eine Prise britischer Humor.

Herausgekommen ist ein herrlich rührender Film, der nicht nur die Jury in Cannes überzeugt, sondern einfach funktioniert und absolut sehenswert ist.

(Franziska Püschel, academicworld.net)

 

The Angel´s Share

Regie: Ken Loach

Darsteller: Paul Brannigan, Siobhan Reilly, John Henshaw, Gary Maitland, William Ruane, Jasmine Riggins

Start: 18.10.2012

 

 




Die Berufseinsteigerfrage

Karriere im Bankensektor: Wie wichtig ist der erste Arbeitgeber?

Die Berufseinsteigerfrage:

Maike S. (24) aus Hamburg schreibt uns: „Ich möchte gerne später einmal im internationalen Bankengeschäft tätig sein, um möglichst viel Geld zu verdienen. Ich habe mich nach dem Studium bei mehreren Banken beworben und nun eine Zusage von einer Genossenschaftsbank erhalten. Meine Freunde raten mir aber davon ab, dort anzufangen, weil sie meinen, dass nur bei den Privatbanken das große Gehalt zu erwarten ist. Stimmt das? Welche Karriereperspektiven kann ich bei einer Genossenschaftsbank maximal erwarten? Und wie entscheidend ist der erste Arbeitgeber für den späteren beruflichen Weg?“


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Was ist eigentlich so schlimm an Glutamat?

Studenten fragen Professoren:

Glutamatbombe! So bezeichnet man zuweilen verächtlich das Essen vom Asia-Imbiss. Glutamat ist ein Geschmacksverstärker, den man auch pur in Asia-Shops erwerben kann. Und er soll überhaupt nicht gut sein ... Warum eigentlich?