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Buch

Jakob Arjouni: Cherryman jagt Mr. White

Jakob Arjouni lässt  den 18 - jährigen, inhaftierten Rick aus seinem Leben in Ostdeutschland erzählen. Seine Eltern verlor er früh bei einem Autounfall. Da springt seine Tante Baubusch ein.

 

Wenn der Held gleich zu Anfang im Knast sitzt

Zur Zeit sitzt Rick in Untersuchungshaft. Als ostdeutscher Arbeitsloser und Nazimitläufer beschreibt Rick nicht nur das Leben vieler Altersgenossen, er muss es sich auch gefallen lassen Klischees zu bedienen. Einen Vorwurf mache ich ihm nicht daraus, denn als Ostdeutscher weiß ich, vieles, was Rick beschreibt, ist realistisch.

Die Wünsche des Jugendlichen hören sich normal an: eine Lehrstelle als Gärtner und ein nettes Mädchen, das würde ihm schon reichen. Er glaubt beinahe nicht mehr an die Erfüllung seiner Wünsche, aber dann klappt es doch noch. So einfach zum Nulltarif allerdings bekommt Rick nichts. Er hat verschiedenste Schwierigkeiten zu bestehen. Da strecken die Nazis ihre braun verschmierten Finger nach ihm aus. Rick läuft mit und bewegt sich zwischen Hoffnung, gewollter Stärke und Feigheit. Seine ganze Hoffnung setzt er auf seinen Traumhelden Cherryman, der Mister White jagt, um ihn ein für alle Mal zu erledigen.

 

Wenn die Realität siegt

Ich kann mir vorstellen, dass dieser leider sehr kurz geratene Roman die Lesergeister scheiden wird. Arjouni beschreibt durch seinen Helden das wahre Leben eines Ostdeutschen, das er selbst kennen gelernt hat. Als Ausgangspunkt einer Diskussion ist dieses Buch sehr gut geeignet.

Rick schafft es scheinbar, mit Cherrymans Hilfe die Wirklichkeit in den Griff zu kriegen. Anfangs jedenfalls. Am Ende ist die Wirklichkeit jedoch wieder einmal viel stärker. „Leider“ muss ich sagen, denn Rick wirkt sehr sympathisch auf den Leser. Der Schluss gefällt mir persönlich nicht, aber Arjouni ist eben Realist.

 

Fazit: Jakob Arjouni hat ein noch immer aktuelles Thema aufgegriffen. Auch mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die orientierungslose ostdeutsche Jugend ein großes Thema. Wie der Autor dies behandelt, ist lobenswert, allerdings kreide ich ihm die Kürze seines Romans an.

Christian  Döring

 

167 Seiten
Diogenes (22. Februar 2011)

19,90 Euro




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