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Film

It's hero time!

Der kleine Bücherwurm Belle ist wieder da! Und wie es die Geschichte verlangt, muss sie ihren Vater aus den Fängen des grausamen Biests befreien - und bleibt selbst in dessen Festung hängen. Nur: Wenn alles beim Alten bleibt, warum sollte man sich die Neuverfilmung denn überhaupt anschauen?

Die heimlichen Stars des Films: Die Neben"charaktere" :) (c) 2016 Disney Enterprises inc. All Rights Reserved.

Inhaltlich gibt es tatsächlich fast nichts Neues, was auch kaum verwunderlich ist: Belle lebt in einem kleinen französischen Dorf und fühlt sich dort nicht richtig angekommen. Sie weiß, dass die Welt größer ist, daher ist sie mit dem kleinen Dorf unzufrieden. Sie will mehr erleben, mehr sehen, mehr erfahren. Doch die anderen Dorfbewohner kriegen ja schon die Krise, wenn sie nur versucht, einem Mädchen das Lesen beizubringen.

Belle und ihr Vater in trauter Zweisamkeit - auch wenn das Geheimnis rund um den Tod der Mutter sie etwas belastet.

Eines Tages begibt sich ihr Vater auf eine kurze Tagesreise zu einem Markt. Auf dem Weg verirrt er sich, wird von Wölfen gejagt - und landet auf dem Gelände des verwunschenen Schlosses. Weil er für Belle eine Rose pflückt, kassiert das Biest ihn ein und sperrt ihn weg. Später tauscht seine Tochter den Platz mit ihm und gewöhnt sich allmählich an den Gedanken, zusammen mit einem Biest im Schloss zu leben. Was sie natürlich nicht weiß: Alles nur ein Fluch, der sich brechen lässt!

Die Kritik

Bis auf wenige, abgeänderte Details in der Handlung bleibt also alles gleich. Warum trotzdem ins Kino gehen? Wegen der Technik, auch wenn das nun etwas trocken klingt. Auf der Leinwand wird es dagegen sehr farbenfroh deutlich: Die Verknüpfung der digitalen mit der realen Welt ist in dieser Umsetzung sehr gut gelungen. So gut sogar, dass die kleinen Figuren den beiden eigentlichen Hauptpersonen direkt die Show stehlen. Gerade Lumière und Maurice sind animiert und doch unglaublich persönlich im "Auftreten" - absoluter Disney-Charme. In dieser Hinsicht dürften die meisten Erwartungen, die sich über die Jahre in unseren Köpfen aufgebaut haben, erfüllen.

Die Rolle des Biests wurde hervorragend umgesetzt. Er ist eine Mischung aus anfangs unnahbar, dann doch etwas kuschelig, schließlich wird er immer menschlicher. Klar, das gehört alles zur eh schon bekannten Geschichte, aber ist schlichtweg super umgesetzt. Ich erwähne das gesondert, denn zeichnen kann man viel. Es in einer "realen" Verfilmung umzusetzen, ist eine etwas andere Herausforderung. Meine persönliche Lieblingsfigur ist allerdings Gaston - der wohl witzigste und unterhaltsamste Typ im ganzen Dorf. Grandios gespielt von Luke Evans, der am Ende eine extra Runde Applaus verdient!

Dazu punktet der Film mit seinem Humor. Natürlich ist das große Motiv die Liebe abseits von Äußerlichkeiten - sehr emotional also. Unterfüttert wird das Thema mit Szenen, die den Zuschauer zum lachen bringen, wenn das Biest genau das lieber nicht tun sollte. Dass man am Ende auch noch die ganzen bekannten Lieder auf dem heimweg singt, unterstreicht noch einmal die Bedeutung, die "Die Schöne und das Biest" für alle Kinder der Ende 80er/ Anfang 90er Jahre haben wird.

Den "Aufruhr" um den offensichtlich schwulen Kumpel von Gaston habt ihr mitbekommen? Wahnsinn, wie sich so etwas an einem Disney-Film entzünden kann. Er ist inhaltlich einfach der Gegenpol zu Gaston, der seine vermeintliche Männlichkeit ja auf einem goldenen Tablett vor sich her trägt. Gesellschaftlich gesehen ist es absolut Zeit, diese Rollen vermehrt einzubauen, allein um das Thema als selbstverständlich in den Köpfen zu verankern. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt.

Fazit: Der Film ist Pflicht. Ende aus.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Die Schöne und das Biest

Regie: Bill Condon
Darsteller: Emma Watson, Dan Stevens (kennt ihr aus Downton Abbey), Luke Evans, Josh Gad, Ian McKellen, Emma Thompson, Ewan McGregor




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“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


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