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In den Fängen der Al Kaida

Ein hochspannender, mehrfach preisgekrönter Polit-Thriller, der einen Blick auf das weit verstrickte Netz einer Terrororganisation wirft. Der Film stellt unangenehme Fragen und zeigt, wie aus friedlichen, scheinbar angepassten Menschen radikale Fundamentalisten werden können. Seit dem 21.10. auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

Menschen, die einen nahen Angehörigen auf tragische Weise verlieren, reagieren auf diesen Schicksalsschlag höchst unterschiedlich. Arnold Silverman, ein amerikanischer Journalist, verliert bei den Anschlägen vom 11. September seine kleine Schwester. Er beschließt in der Folge sich auf die gefährliche Suche nach den Geldgebern der Terroranschläge zu machen und recherchiert im Netzwerk der Al Kaida. Doch schon bald stößt er auf Widerstände von allen Seiten.

Die Frage nach dem "Warum?"

Seine Familie wird bedroht und er steht kurz davon seine Recherchen abzubrechen. Die Frage nach dem „Warum?“ lässt ihm jedoch keine Ruhe. Er kann nicht aufhören, bevor er diese Frage nicht zumindest von einem hochrangigen Vertreter des Terrornetzwerks beantwortet bekommen hat. Gestärkt wird er in seinem Vorhaben durch ein Videotape, das ihm anonym zugespielt wurde, und das unter anderem Osama bin Laden und andere hochrangige Vertreter von Al Kaida zeigt. Irgendjemand scheint mit ihm in Kontakt treten zu wollen.

Gefährliche Suche

Auf seiner Suche nach den Drahtziehern stößt er auf den muslimischen Fundamentalisten Kamal Khan. Dieser verspricht Silverman ein Interview mit einem Sprecher von Al Kaida. Statt des Interviews mit einem hochrangigen Sprecher wird Silverman plötzlich als Druckmittel missbraucht, um mit seiner Hilfe einen Häftling aus Guantanamo Bay freizupressen. Er wird gezwungen einen Text von einer Tafel abzulesen wonach er zugibt ein amerikanischer Spion zu sein. Doch Silverman spielt nicht mit. Wie werden die Dschihadisten reagieren?


Titelfindung

Der Filmtitel "Infinite Justice" (Unbegrenzte Gerechtigkeit) bezeichnete zunächst die Operation der amerikanischen Streitkräfte gegen die terroristischen Kräfte, die die Terroranschläge am 11.09.2001 zu verantworten hatten. Zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge werden einem die schrecklichen Ereignisse, die unweigerlich mit diesem Datum verbunden sind, mit diesem Film wieder auf beeindruckende Weise in Erinnerung gerufen. Wenn man die Bilder der einstürzenden Türme sieht, kann man kaum glauben, dass schon zehn Jahre seit den Terroranschlägen vergangen seit sollen, die uns alle so nachhaltig geprägt haben.

Hintergrundbetrachtung

Der pakistanische Filmemacher Jamil Dehlavi versucht in seinem Film Antworten auf die Fragen zu finden, die viele Angehörige seit den Anschlägen quälen. Er geht dabei mit sehr viel Gespür vor und bemüht sich die Konflikte, die angesichts unterschiedlicher religiöser Weltanschauungen entstehen, wirklichkeitsnah abzubilden. Leider gelingt das nicht immer. Teilweise wirken speziell die Bilder der Vergangenheit von Kamal Khan, die seine Entwicklung zum Fundamentalisten erklären sollen, nicht wirklich überzeugend. Entscheidend ist jedoch, dass der Film die Menschen zum nachdenken anregt. Eine Unterteilung der Welt in "Gut und Böse" ist einfach nicht möglich. Religion ist eben viel komplexer. Diese Erkenntnis reift beim Zuschauer durch den Film auf jeden Fall.

Spannung bis zum Schluss

Der Film fesselt. Immer wieder wartet er mit neuen Wendungen auf, die neue Fragen aufkommen lassen. Die Figur des Arnold Silverman beeindruckt einen dabei besonders durch den Mut und die Nachdrücklichkeit mit der er sein Ziel verfolgt ohne sich von Rückschlagen zermürben zu lassen. Auch das Ende des Films ist stimmig. Es passt zu seiner düsteren, realitätsnahen Darstellung.


Fazit: Spannender Thriller, der schonungslos offen die Problematik des religiösen Fundamentalismus unter die Lupe nimmt.

(TH, academicworld-User)    



Infinite Justice – In den Fängen der Al Kaida

Thriller
Regie: Jamil Dehlavi
Darsteller: Raza Jaffrey, Kevin Collins, Jennifer Calvert



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