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I’m walking

Ein echtes Abenteuer hat Robyn Davidson sich in den Kopf gesetzt. Allein und zu Fuß will sie einmal quer durch Australien wandern. Insgesamt 3200 Kilometer weit – viele davon unwirtliche Wüste. Die filmische Nacherzählung dieses Trips gibt es unter dem Titel „Spuren“ ab 28. Oktober auf DVD, Blu-ray und als VoD.

I’m walking
Die majestätische Einsamkeit der Wüste hat es Robyn angetan. © Ascot Elite Home Entertainment

(Um)Weg ins Leben

Heutzutage haben Lebenswege und (grausiges Wort) Erwerbsbiografien ja möglichst stromlinienförmig zu sein. Auszeiten unklarer Länge sind per se verdächtig. In den 70er Jahren sah das noch ganz anders aus. Da konnte sich etwa die junge Robyn Davidson (im Film: Mia Wasikowska) mal eben vornehmen, acht Monate lang und 3200 Kilometer weit nur begleitet von ihrem Hund und vier Kamelen zu Fuß quer durch den australischen Kontinent zu marschieren. Hauptsächlich will sie dort der Einsamkeit fröhnen und zu sich selbst finden. Leider geht das alles nicht so einfach und vor allem nicht so schnell wie gedacht. Statt wilder Kamele bekommt sie bei ihrer ersten Anlaufstelle nur einen launischen Boss und ordentlich Drecksarbeit. Und als sie die Transportkamele schließlich beisammen hat, droht der Trip an der fehlenden Finanzkraft doch noch zu scheitern.

Widerwillig verkauft sie die Rechte an ihrer Geschichte an das Magazin National Geographic – um den Preis der Ungestörtheit. Denn alle paar Wochen wird sie der Fotografen Rick Smolan (Adam Driver) aufspüren und den Trip durchs australische Outback auf Bilder bannen. Obwohl seine Anwesenheit ihr schnell zum Ärgernis wird, kommt man sich näher. Weil aber Robyn der Außenwelt generell mit Skepsis begegnet, kann das nur unter Spannungen von Statten gehen. Ob er lieber noch ein bisschen bleiben soll, fragt Rick nach der ersten gemeinsamen Nacht. Warum, will Robyn nur kurz wissen und macht sich lieber wieder mitihrem Hund Diggity und den vier Kamelen auf den langen Weg. 

Nach dem Ende ihrer Reise verfasste Robyn Davidson 1977 über ihre Erlebnisse den Welt-Bestseller „Spuren“. Wie bei Bestsellern übllich war bald von einer Verfilmung die Rede. Im Lauf der Jahrzehnte wurden mindestens vier weitere vergebliche Anläufe unternommen, das Projekt in die Tat umzusetzen. Zwischendurch waren für die Hauptrolle unter anderem Julia Roberts und Nicole Kidman im Gespräch. Nach dem man sich den Film mit der dann doch deutlich unbekannteren Mia Wasikowska angesehen hat, kann man sich deren Gesichter in der faszinierenden Leere der Wüste allerdings kaum als passend vorstellen. Herrlich unaufgeregt folgt der Film, der eher Charakterstudie, denn Abenteuerfilm geworden ist, den Spuren, die Robyn im australischen Sand hinterlässt. Passend dazu erfolgt auch die Kameraarbeit: Hier wird die Natur ganz ohne stilisierendes Beiwerk zum Hauptdarsteller – unwirtlich und feindlich, aber auch wunderschön.

I’m walking

Gisela Stummer (academicworld.net)

Spuren

Regie: John Curran
Darsteller: Mia Wasikowska, Adam Driver, Emma Booth, Jessica Tovey

Ab 28. Oktober als DVD, Blu-ray und VoD im Vertrieb von Ascot Elite Home Entertainment




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