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Film

Harodim: Nichts als die Wahrheit? Die USA als gewiefter Drahtzieher aus dem Hintergrund

Verschwörungstheorien zu 9/11 gibt es schon seit jeher. Selten aber wurden die vermeintlichen Beweise auf so höchst raffinierte Weise zu einer überzeugenden Geschichte verstrickt, so dass sich eine ganz neue Wahrheit eröffnet.

9/11-Kammerspiel

Lazarus Fell (Travis Fimmel), ein Ex-Navy Seal, täuscht seinen Tod vor, gibt alles auf was ihm je wichtig war, lässt Frau und Sohn zurück, und verschwindet in den Untergrund.Denn für ihn gibt es nur ein Ziel im Leben: Er muss den Mörder seines Vaters, Solomon Fell (Peter Fonda), finden, der in den Anschlägen von 9/11 sein Leben verlor!Als er nach über zehn Jahren den verantwortlichen Terroristen (Michael Desante) in Wien zu fassen vermag, will Lazarus endlich Antworten auf all seine quälenden Fragen. Er verschleppt ihn in sein neues Zuhause, einem unterirdischen, verlassenen Bahnhof aus der Nazi-Zeit, um ihn dort vor laufender Kamera zu befragen. Später wird er ihn beseitigen, so der Plan! Doch es kommt anders als erwartet, denn der Terrorist bittet sogar darum, ihm eine Geschichte erzählen zu dürfen.

Lazarus hört zu, skeptisch, während der Terrorist seine, anfänglich abstrus erscheinende, Verschwörungstheorie zum Besten gibt. Will er nur seine Haut retten?

Gemachter Terrorismus

Doch er kann seine Behauptungen mit zahlreichen Fakten und Belegen untermauern. Zahlreiche  Ereignisse der Neuzeit, angefangen vom Kalten Krieg bis hin zur Entstehung al Qaidas und eben den Ereignissen des 11.Septembers, erscheinen in einem völlig neuem Licht. Demnach ist ein geheim agierendes Sicherheitsgremium der USA, die sowohl Regierung wie auch Militärspitze unter ihrem Einfluss halten, für den Großteil dieser Gräueltaten verantwortlich. Bedenkenlos opfern diese Menschenleben, für diese nur notwendige „Kriegsopfer“, um einen Überwachungsstaat zu rechtfertigen und Verhältnisse zu stabilisieren. Dies alles dient nur einen höheren Ziel, der Weltherrschaft ...

Nur ein weiterer primitiver Actionfilm?

Kommt das bekannt vor?  Man kennt dieses Muster aus zahlreichen anderen Actionfilmen. Der Unterschied? Hier wird der Zuschauer aufgefordert aktiv mitzudenken, sich seine eigene Meinung zu bilden! Der Thriller zeigt auf erschreckende Weise, wie leicht es doch ist Fakten so zu verdrehen, dass sich jegliche Thesen, egal ob wahr oder nicht, durch eine scheinbar  stichhaltige Argumentation untermauern lassen. Der logische Folgeschluss? Für die Medien ist es ein leichtes, der Öffentlichkeit beliebige Behauptungen als Fakten zu verkaufen.

Obwohl die Handlung simpel ist - nur drei Charaktere und größtenteils die gleiche Location - fehlt weder Spannung noch Tiefe. Die Schauspieler überzeugen in ihren Rollen, spielen mit Authentizität und Nachdruck. Gefesselt verfolgt man das Filmgeschehen. Der Zuschauer zweifelt mit Lazarus. Was ist die Wahrheit?

Wahrheit oder Fiktion?

Gebannt sitzt der Zuschauer also in seinem Kinosessel und dann ... taucht doch tatsächlich der vermeintlich tote Vater auf, und die Story driftet ins Groteske ab. Dieser, gekleidet in Hut und langem Mantel, nähert sich mit langsamen Schritten dem Eingang der unterirdischen Räumlichkeiten.

Lazarus kann es nicht fassen. Nicht nur, dass der vermeintlich tote Vater, für dessen Rache er sein Leben geopfert hatte, gerade in quicklebendigem Zustand sein Kellergeschoss betreten hat, dieser bestätigt auch noch ohne umschweifen die Geschichte des Terroristen und legt Lazarus seine, ihm schon lange zugewiesene Rolle, in diesem diabolischen Plan da. Der soll nämlich die geheimen Machenschaften seines Vaters übernehmen.Fühlt man sich hier nicht ein bisschen an mafiaziöse Verhältnisse erinnert?

Lazarus, der offensichtlich keinen stabilen mentalen Eindruck macht, wird es zuviel. Durch die Exekution des Terroristen hätte er endlich Frieden gewinnen wollen. Doch diese Möglichkeit gibt es nicht mehr. Nicht wissend, was die Wahrheit ist oder wem er vertrauen kann, sieht er nur noch einen Ausweg ...

(von Alina Juhnke)



Harodim - Nichts als die Wahrheit?

Regie: Paul Finelli
Mit Peter Fonda, Travis Fimmel und Michael Desante.

Kinostart: 8. November 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




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