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Buch

Gruen: Wasser für die Elefanten

Jacob Jankowski ist 90 Jahre alt. Oder 93, so genau weiß er das schon gar nicht mehr. Seit Jahren verbringt er seine Zeit in einem Heim und beschwert sich über den einheitlichen Brei, den er dort zum Essen vorgesetzt bekommt. Doch Jacob flüchtet sich immer wieder in seine Erinnerungen als er damals mit 23 Jahren beim Zirkus gelandet ist.

Sara Gruen wählt als Hauptprotagonist in ihrem historischen Roman "Wasser für die Elefanten" Jakob Jankowski, Sohn polnischer Einwanderer die sich in Amerika eine Existenz mit einer Tierarztpraxis aufgebaut haben. Als Jakob an einer Elite-Uni kurz vor seinem Examen steht, kommen seine Eltern bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben. Die Welt von Jakob stürzt in diesem Moment wie ein Kartenhaus zusammen.

Eintritt in die Zirkuswelt

Als er ziellos an den Bahngleisen entlangstreift springt er kurzerhand in den Wagen eines Zuges, der wie Jakob später herausfinden wird der Zug des Wanderzirkuses "Benzini`s Spektakulärster Show der Welt" ist. Schnell findet er im Zirkus Arbeit und kann durch seine an der Uni erworbenen Kenntnise als Tierarzt beim Zirkus bleiben. Sein Boss ist ein schizophrener Stallmeister der mit der schönen Marlena verheiratet ist. Jakob bewundert Marlena vom ersten Augenblick an und verliebt sich schon bald in sie. Allerdings ist dies nicht sein einziges Problem, denn die Zeiten beim Wanderzirkus sind hart und viele Arbeiter verschwinden nachts auf unerklärliche Weise.

Wasser für die Elefanten ist ein vielschichtiger Roman, der auf der einen Seite das Leben von Jakob Jankowski als 23-jährigen Zirkustierarzt erzählt und auf der anderen Seite sein jetziges Leben als 93-jähriger in einem Heim wiederspiegelt. Die Person Jakobs wird besonders facettenreich gezeichnet da man nicht nur seine Gefühle als junger Mann übermittelt bekommt, sondern sich auch in seine jetzige psychische Lage versetzt fühlt.

Intensives Portrait

Hautnah erlebt man mit wie gekränkt sich der alte Mann fühlt, als seine Kinder ihn ins Heim abgeschoben haben und mit welchen Alterserscheinungen er kämpfen muss. So fällt es ihm schwer sich an gewisse Dinge zu erinnern oder seine Kinder und Kindeskinder zu erkennen wenn sie ihn besuchen. Aber eines das hat er nie vergessen: seine Vergangenheit als Tierarzt beim Wanderzirkus. Die Erlebnisse, die er aus dieser Zeit schildert, sind spannend und bewegend zugleich. Teilweise konnte ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen, da ich so fasziniert und erschüttert war.

Sehr gut hat mir auch die komplizierte Liebesgeschichte, die sich zwischen Marlena und ihm entwickelt, gefallen. Sie bringt einfach noch viel mehr Spannung und Gefühl in die ganze Geschichte. Die Schwierigkeiten die er daraufhin mit seinem schizophrenen Boss bekommt, eskalieren schon bald und ziehen schreckliche Ereignisse nach sich.

Fazit

Der Bestseller aus den USA hat auch mich begeistert. Sara Gruen hat mit Wasser für die Elefanten einen historischen Roman erschaffen, der in keinster Weise trocken ist, sondern den Leser von der ersten Seite an fesselt und in seinem Bann hält. Man taucht abwechselnd in die bunte Welt des Wanderzirkuses in den 20er Jahren und die graue Welt des 93jährigen Jakob Jankowskis im Heim ein. Beide Welten haben eine gewisse Faszination in mir geweckt.

Stefanie Hochadel

 

Sara Gruen

Wasser für die Elefanten

416 Seiten

9.95 Euro

rowohlt

 

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